Folgt Grynspan auf Guterres?Diese Frau ist die Favoritin für das höchste Amt bei der UN
António Guterres kann nach zwei Amtszeiten nicht noch einmal UN-Generalsekretär werden. Offen ist, wer in seine Fußstapfen tritt. Vieles deutet mittlerweile jedoch auf eine Kandidatin mit reichlich diplomatischer Erfahrung hin.
Im Rennen um die Nachfolge von UN-Generalsekretär António Guterres gibt es vorerst eine Favoritin. Die Diplomatin Rebeca Grynspan erhielt bei einer weiteren Probeabstimmung im UN-Sicherheitsrat erneut die größte Unterstützung, wie aus Diplomatenkreisen bekannt wurde. Im Vergleich zur vorherigen Runde habe sie eine weitere Stimme hinzugewonnen und komme nun auf zehn Befürworter. Drei Mitglieder sprachen sich gegen die 70-Jährige aus – zwei weniger als zuvor. Zwei enthielten sich demnach.
Die 15 Mitglieder des Sicherheitsrates befinden sich derzeit in der Phase der Kandidatenfindung. Mit geheimen Probeabstimmungen wird versucht, sich auf eine Nominierung zu einigen.
Ein Kandidat braucht mindestens die Stimmen von neun Mitgliedern. Die ständigen Mitglieder im Sicherheitsrat – USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien – haben auch in diesem Verfahren Vorrechte: Mit einer Gegenstimme können sie einen Kandidaten blockieren. Gibt es eine Einigung, wird diese zur Bestätigung den 193 Staaten in der UN-Vollversammlung vorgeschlagen. Kein weiterer der sechs anderen Kandidaten kam in dieser Runde den Angaben nach auf die erforderlichen neun Stimmen.
An Schwarzmeer-Initiative mitgearbeitet
Die costa-ricanische Ökonomin Grynspan ist eine langjährige UN-Funktionärin. Die frühere Vizepräsidentin Costa Ricas leitet seit 2021 die UN-Handels- und Entwicklungskonferenz UNCTAD und war zuvor unter anderem UN-Untergeneralsekretärin sowie in führender Position bei dem UN-Entwicklungsprogramm UNDP. Grynspan war auch maßgeblich an der Schwarzmeer-Initiative zur Errichtung eines Getreidekorridors im Ukraine-Krieg beteiligt.
Guterres‘ Amtszeit endet am 31. Dezember. Nach zwei Amtszeiten kann der Portugiese nicht noch einmal kandidieren. Es ist nicht ausgeschlossen, dass weitere Bewerber für den Posten in den kommenden Wochen hinzustoßen. Der Sicherheitsrat hat bereits vier Mal abgestimmt. In einer nächsten Runde könnte es laut Diplomaten nun eine farblich gekennzeichnete Abstimmung geben. So würde deutlich, ob die Gegenstimmen von Vetomächten stammen.
