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Bessent droht Teherans Helfern: US-Finanzminister kündigt „härteste Iran-Sanktionen“ an

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 20, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Bessent droht Teherans HelfernUS-Finanzminister kündigt „härteste Iran-Sanktionen“ an

Scott Bessent vor dem Weißen Haus in Washington. (Foto: AP Photo/Jacquelyn Martin)

Bei seinen jüngsten Drohungen gegen den Iran verzichtet US-Präsident Trump auf Details. Die liefert jetzt sein Finanzminister. Laut Scott Bessent sollen die Wirtschaftssanktionen gegen das Mullah-Regime weitere Militärschläge überflüssig machen. Geplant sei ein „Doppelschlag“.

Die USA werden nach den Worten von Finanzminister Scott Bessent „die härtesten Sanktionen der Geschichte“ gegen den Iran verhängen. Der Fokus auf wirtschaftliche Maßnahmen werde die Notwendigkeit neuer, größerer Militäroperationen gegen die Regierung in Teheran verringern, sagte Bessent. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump gedroht, einen „Wirtschaftskrieg“ gegen Iran zu führen. Er hatte zudem vor wirtschaftlichen Konsequenzen für jedes Land gewarnt, das dem Iran „irgendeine Art von Rettungsanker“ zuwerfe. 

Die Ölpreise stiegen im Tagesverlauf um weitere zwei Prozent auf den höchsten Stand seit mehr als drei Wochen. Öl der Sorte Brent kostet nun 93,50 Dollar pro Fass (159 Liter). Vor Beginn des von den USA und Israel begonnenen Iran-Kriegs waren es rund 70 Dollar. Die Märkte reagierten damit unter anderem auf die Fähigkeit des Iran, die Schifffahrt durch die Straße von Hormus einzuschränken. Durch diese Wasserstraße wurde vor Februar etwa ein Fünftel des weltweit täglich gehandelten Öls transportiert. In dem Krieg wurden bislang tausende Menschen getötet und auch Golfstaaten hineingezogen. 

Die USA und der Iran hatten im April und Juni zweimal Waffenstillstandsabkommen angekündigt. Ziel war nach US-Angaben, die freie Schifffahrt durch Hormus wiederherzustellen und den Konflikt zu beenden. Beide Abkommen scheiterten aber rasch. Vor allem das Juni-Abkommen war nach Bewertung von Experten für den Iran weit vorteilhafter als für die USA. Beobachter begründeten das damit, dass die USA nur noch wenige Möglichkeiten haben, den Iran unter Druck zu setzen. 

Neuer Wirtschaftskrieg mit China?

Bessent sagte CNBC, er werde auf einer Pressekonferenz am Montag weitere Details nennen und darüber sprechen, was die USA vorhätten. „Es ist ein Doppelschlag. Wir haben die Blockade, und wir werden die härtesten Sanktionen der Geschichte haben“, sagte der Minister. Er bezog sich dabei auf eine Seeblockade der USA gegen den Iran, die im April verhängt und Mitte Juni für einen Monat ausgesetzt worden war. Allerdings verhindert der Iran seit Monaten erfolgreich, dass viele Öltanker ohne seine Zustimmung durch die Straße von Hormus können. Dagegen haben die USA bislang kaum ein Mittel gefunden. Der Iran könnte Insidern zufolge die Straße zwar wieder komplett freigeben, will dafür aber hohe Gebühren erheben. Das könnte den Ölpreis dauerhaft hoch halten. Vor Beginn des Iran-Kriegs gab es keine Gebühren. 

Bessent sagte hingegen, das Vorhaben werde funktionieren, „und wir werden dieses Regime zu Fall bringen“. Es sei an der Zeit, dass die US-Verbündeten und der Rest der Welt eine Entscheidung träfen. Auf die Frage, ob die USA auch China wegen dessen Geschäften mit dem Iran ins Visier nehmen könnten, sagte Bessent, viele Gespräche führe man am besten unter vier Augen. Allerdings beziehe China 50 Prozent seiner Energie aus der Golfregion. Deshalb wäre es für China vorteilhaft, sich dem Vorhaben anschließen. 

China kauft laut der Analysefirma Kpler aus dem Jahr 2025 mehr als 80 Prozent des per Schiff transportierten iranischen Öls. Ein weiterer Wirtschaftskrieg mit China birgt jedoch die Gefahr von Vergeltungsmaßnahmen gegen die USA. China ist ein wichtiger Exporteur für die USA, unter anderem von Seltenen Erden. 

US-Kriegsziele nicht erreicht

Trump hatte am Mittwoch einen „Wirtschaftskrieg und Isolation in einem beispiellosen Ausmaß“ angedroht, aber kaum Details genannt. Der US-Präsident hat in den vergangenen Monaten dem Iran schon vielfach gedroht und ihn wiederholt schwer bombardieren lassen. Entscheidend unter Druck setzen konnte er den Iran bislang aber offensichtlich nicht. Den Einsatz von US-Bodentruppen im Iran scheut Trump bislang. Ein solcher Einsatz könnte die USA nach Einschätzung von Experten in eine bessere Position bringen, brächte aber auch das Risiko mit sich, dass viele US-Soldaten getötet oder gefangen genommen werden könnten. 

Bessents Ankündigung, dass die Wirtschaftssanktionen ein weniger starkes militärisches Vorgehen bedeuten könnten, folgt auf Berichte, wonach die USA bestimmte Raketen weitgehend aufgebraucht haben und viele Soldaten zunehmend erschöpft sind. Trump hat mehrere Ziele, von denen er zu Beginn des Krieges gesprochen hatte, bislang nicht erreicht: die Zerschlagung des iranischen Atomprogramms, die Einschränkung der Fähigkeit des Landes, regionale Rivalen und US-Verbündete in der Region anzugreifen, und Bedingungen, unter denen das iranische Volk seine geistliche Führung stürzen kann. 

Der Iran ist seit der islamischen Revolution von 1979 fast ununterbrochen harten Wirtschaftssanktionen ausgesetzt. Der iranische Außenminister Abbas Aragtschi nannte Trumps Äußerungen einen Versuch, die amerikanische Öffentlichkeit von inländischen Finanzproblemen wie der Rekordverschuldung und steigenden Zinsen abzulenken. 

Quelle: ntv.de, mau/rts

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