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Startseite»Nachrichten»Auch mehr Schusswunden in USA: Hitze verschärft überraschend viele Krankheiten
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Auch mehr Schusswunden in USA: Hitze verschärft überraschend viele Krankheiten

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 28, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Auch mehr Schusswunden in USAHitze verschärft überraschend viele Krankheiten

Auch Patienten mit unspezifischen Hautausschlägen oder -schwellungen sind bei Hitze überdurchschnittlich oft in den Notaufnahmen vertreten. (Foto: picture alliance / imageBROKER)

An heißen Tagen strömen nicht nur dehydrierte Menschen in die Notaufnahmen. Nierenversagen, Hautausschläge, Multiple Sklerose: Die Liste der durch Hitze verstärkten Leiden ist lang. Das stellen US-Forscher fest, die die Diagnosen von 370.000 Patienten mit Wetterdaten verknüpfen.

Hitze ist ein Gesundheitsrisiko – das zeigen die etwa 15.800 Hitzetoten in Deutschland, die das Robert-Koch-Institut (RKI) bis Mitte August für diesen Sommer schätzt, nur allzu deutlich. Hitzschläge sind dabei jedoch nur die offensichtlichste Folge. Allerlei Krankheitssymptome und Beschwerden können durch Hitze verstärkt oder ausgelöst werden. Ein Forschungsteam der Northwestern University in Evanston (USA) wollte dies genauer wissen – und hat sich angeschaut, was an Tagen mit extremer Hitze in den Notaufnahmen von Chicago los ist.

Dabei zeigte sich: Es kommen längst nicht nur dehydrierte Patienten oder Menschen mit Hitzschlag in die Notaufnahmen. Bei insgesamt 33 Diagnosen konnten die Forscher einen Zusammenhang mit Hitze herstellen, also nachweisen, dass diese an Hitzetagen gehäuft auftreten, wie sie im Fachjournal „Science Advances“ schreiben.

Dazu setzten sie die Diagnosen von rund 370.000 Patientinnen und Patienten, die zusammen insgesamt fast eine Million Mal zur Notaufnahme gekommen waren, in Verbindung mit Wetterdaten. Im Untersuchungszeitraum von 2011 bis 2023 – jeweils in den Monaten Mai bis September – gab es demnach 100 extreme Hitzetage mit mehr als 92,6 Grad Fahrenheit (entspricht rund 33,67 Grad Celsius).

Erhöhter Stress könnte eine Rolle spielen

Besonders prominent waren Leiden, die mit Flüssigkeitsmangel in Zusammenhang stehen – darunter etwa Nierenfunktionsstörungen oder akutes Nierenversagen. Darüber hinaus waren jedoch auch Patienten mit Symptomen Multipler Sklerose, Druckgeschwüren oder unspezifischen Hautausschlägen oder -schwellungen bei Hitze überdurchschnittlich in den Notaufnahmen vertreten. Hinzu kamen Patienten mit offenen Wunden oder Verletzungen, die durch Angriffe oder den unabsichtlichen Gebrauch von Schusswaffen entstanden waren. Der Zusammenhang mit der Hitze war bei letzteren Diagnosen jedoch schwächer ausgeprägt als bei den krankheitsbedingten.

„Vorherige Untersuchungen haben gezeigt, dass Menschen, wenn sie extremer Hitze ausgesetzt sind, oft aggressiver reagieren, was hier möglicherweise eine Rolle spielt“, erklärt der Umweltforscher und Co-Autor Daniel Horton von der Northwestern University. „Wenn es draußen heiß ist, sind Körper und Geist gestresst, was ablenkend oder belastend wirken und zu mehr Unfällen führen kann.“

Wichtige Erkenntnisse für Kliniken und Politik

Die Forschenden waren nach eigenen Angaben selbst teils davon überrascht, welche Diagnosen scheinbar in Zusammenhang mit Hitze stehen können. Sie sehen ihre Erkenntnisse als hilfreiche Informationen für Notaufnahmen nicht nur in Chicago, um sich auf Hitzewellen besser vorbereiten zu können. Zudem sei effektiver Hitzeschutz notwendig.

Co-Autorin Hyojung Jang von derselben Uni betont, es sei eine öffentliche Pflichtaufgabe, Menschen, die am anfälligsten für die gefährlichen Auswirkungen des Klimawandels sind, besonders zu schützen. „Wenn wir nur die bekannteren hitzebedingten Erkrankungen erfassen, unterschätzen wir die tatsächliche hitzebedingte Gesundheitsbelastung, was dazu führen könnte, dass gefährdete Menschen und Gruppen übersehen werden.“

Als Einschränkung führen die Autoren an, dass sie sich auf eine städtische Umgebung beschränken und auch sozioökonomische Unterschiede, die auch für die Gesundheit relevant sind, nicht gesondert in der Analyse berücksichtigt werden. Dennoch ist das Team der Meinung, dass die Methode auf jede andere Stadt und auch international angewendet werden kann, um regionale Muster zu erkennen.

Quelle: ntv.de, Larissa Schwedes, dpa

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