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Startseite»Nachrichten»Kommt die Zinsanhebung?: Fed-Chef Warsh hadert mit hoher Inflationsrate
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Kommt die Zinsanhebung?: Fed-Chef Warsh hadert mit hoher Inflationsrate

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 28, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Kommt die Zinsanhebung?Fed-Chef Warsh hadert mit hoher Inflationsrate

Warsh will seine Überlegungen ausdrücklich nicht als Handlungsankündigungen verstanden wissen. (Foto: AFP)

Über sein Handeln lässt der neue Fed-Chef Warsh die Märkte ausdrücklich im Unklaren. Aber er benennt ein Problem, dass die US-Notenbank zum Eingreifen zwingen könnte. Analysten sehen darin Andeutungen für eine Zinsanhebung.

Fed-Chef Kevin Warsh sieht eventuell Handlungsbedarf im Kampf gegen die hohe Inflation und nährt damit Spekulationen auf eine Zinserhöhung. „Hier ist mein Maßstab: Wir müssen davon überzeugt sein, dass sich die zugrunde liegende Inflation auf unser Ziel zubewegt – und zwar eindeutig und mit ausreichender Geschwindigkeit“, sagte er auf dem Wirtschaftssymposium der Federal Reserve in Jackson Hole. „Andernfalls steht uns noch Arbeit bevor.“

Mehrere Vertreter der US-Notenbank dringen angesichts der anhaltend hohen Inflation auf eine Zinserhöhung. An den Terminmärkten führte die mit Spannung erwartete Rede in Jackson Hole dazu, dass die Chance auf eine zuvor als eher unwahrscheinlich eingeschätzte Anhebung im September nunmehr auf rund 48 Prozent taxiert wird.

„Der Fed-Chef ist bereit, an der Zinsschraube zu drehen, falls die Inflationslage sich nicht zügig aufhellt“, sagte LBBW-Analyst Elmar Völker. Warsh erhöhe damit die Spannung vor der nächsten Zinssitzung Mitte September. Die US-Notenbank soll neben Preisstabilität auch Vollbeschäftigung fördern. Warsh sagte, die Arbeitsmarktlage entspreche in seinen Augen derzeit Vollbeschäftigung. „Doch was die Preisstabilität betrifft, die zu unserem Mandat gehört, sind die Zahlen besorgniserregender.“

Die Federal Reserve achtet besonders auf ein Inflationsmaß, das auf die Konsumgewohnheiten der Verbraucher zugeschnitten ist – im Fachjargon PCE-Index genannt. Die daraus berechnete Teuerungsrate lag im Juli wie bereits im Juni bei 3,7 Prozent und damit fast doppelt so hoch wie die von der Notenbank angepeilte Zielmarke.

Im Juli sank die Inflation zwar auf 3,4 Prozent, nachdem sie im Vormonat noch 0,1 Prozentpunkte höher lag. Dennoch liegt die Teuerungsrate in den USA damit seit mehr als fünf Jahren weiter über dem von der US-Notenbank Fed angestrebten Ziel von 2 Prozent. Das liegt auch am Iran-Krieg und der daraus resultierenden Energiekrise. 

Warsh sagte, die jüngsten Daten vermittelten ihm nicht den Eindruck, dass sich die zugrundeliegenden Trends nennenswert verbessert hätten. So verzeichnete etwa die Hälfte der Positionen im PCE-Warenkorb einen jährlichen Preisanstieg von mehr als drei Prozent – ein Wert, der zwar unter dem Niveau während des Inflationsschubs infolge der Corona-Pandemie liege, aber über der Norm der Zeit vor der Viruskrise.

Warsh nannte keinen Zeitplan für Zinserhöhungen und betonte ausdrücklich, seine Äußerungen seien nicht als „Forward Guidance“ zu verstehen: Bewusst grenzt er sich damit von der Praxis seines von US-Präsident Donald Trump immer wieder harsch kritisierten Vorgängers Jerome Powell ab, der den Finanzmärkten eine solche Orientierungshilfe zum Zinskurs lieferte. Warsh will hingegen, dass sich die Anleger an den Fundamentaldaten ausrichten und somit ein ungefiltertes und nicht von der Zentralbank ausgetüfteltes Signal erhalten.

Diese Linie des erst seit Mai amtierenden Fed-Chefs ist allerdings nicht unumstritten. Kritiker werfen ihm vor, bislang Antworten darauf schuldig geblieben zu sein, wie er die seit Jahren erhöhte Inflation in den Griff bekommen möchte. Laut Commerzbank-Experte Christoph Balz zeigte sich Warsh etwas offener gegenüber Zinserhöhungen: „Er kann allerdings die Zweifel, ob er es wirklich ernst meint, nicht ganz zerstreuen.“

„Im Grunde kommt Warsh dem Markt teilweise entgegen“, sagte Oliver Pursche, Mitglied der Geschäftsführung beim Finanzberater Wealthspire. „Er erkennt die Inflation als Problem an, bleibt aber bei seiner Linie und vermeidet konkrete Zukunftsprognosen. Mehr war nicht zu erwarten, und der Markt reagiert entsprechend.“ Warsh habe auf dem Notenbanktreffen in Jackson Hole an Glaubwürdigkeit gewonnen, wenn es um die Bekämpfung der hohen Inflation geht, kommentierten die Experten des Analysehauses Capital Economics. 

Quelle: ntv.de, jwu/rts/DJ/dpa

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