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Startseite»Nachrichten»Italienischer Journalist verliert Sendung wegen Bombenanschlag
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Italienischer Journalist verliert Sendung wegen Bombenanschlag

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 28, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Fake-Attacke für Popularität?Italienischer Journalist verliert nach inszeniertem Autoanschlag eigene Sendung

Sigfrido Ranucci am Set von „Report“. (Foto: Getty Images)

Im vergangenen Jahr explodiert das Auto des italienischen Reporters Sigfrido Ranucci. Sofort wird die Mafia verdächtigt. Jetzt verliert der Journalist seinen Job, da ein Freund den Anschlag fingiert haben soll – womöglich ohne sein Wissen.

Der italienische Reporter Sigfrido Ranucci hat nach einem inszenierten Bombenanschlag gegen sein eigenes Auto die Leitung und Moderation seines Magazins „Report“ beim öffentlich-rechtlichen Sender Rai verloren. Ab November werde der 65-Jährige durch zwei andere Moderatoren ersetzt, teilte der Sender mit.

Vor etwa zehn Monaten wurde vor Ranuccis Haus ein Bombenanschlag verübt. Zwei Autos wurden dabei zerstört. Unter Verdacht geriet zunächst die Mafia. Ranucci ist Moderator der bekanntesten Investigativ-Sendung im öffentlich rechtlichen Rundfunk in Italien. Immer wieder recherchiert er intensiv zur Mafia und ihren Strukturen, schon vor dem Anschlag bekam er regelmäßig Morddrohungen und stand unter Polizeischutz.

In Italien stehen über zwanzig Journalisten unter ständigem Polizeischutz, da sie zur Mafia, organisierter Kriminalität und Korruption recherchieren. Auch deswegen stand die Mafia bei den Ermittlern direkt unter Verdacht, den Anschlag auf den Journalisten verübt zu haben.

Später stellte sich aber heraus, dass ein enger Freund Ranuccis, Valter Lavitola, den Anschlag in Auftrag gegeben hatte. Der 60 Jahre alte Lavitola war in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder in Polit-Skandale verwickelt.

Lavitola soll den Anschlag inszeniert haben, um Ranuccis Popularität zu steigern und ihn anschließend in die Politik zu drängen, um dann selbst als Berater zu fungieren. Dies ging aus öffentlich gewordenem Schriftverkehr von Lavitola hervor. Seit rund zwei Wochen befindet er sich in Untersuchungshaft. In einem ersten Verhör gestand er, den Anschlag in Auftrag gegeben zu haben.

Ranucci kriegt drei Versetzungsoptionen

Dem Journalisten wird keinerlei Fehlverhalten vorgeworfen. Die Ermittler gehen davon aus, dass er von Lavitolas Plänen keine Kenntnis hatte. Der Sender Rai nannte in der Mitteilung zur neuen Besetzung von „Report“ keine Gründe für den Schritt. Italienische Medien gehen jedoch davon aus, dass Rai mit der Absetzung Ranuccis Schaden vom Sender abwenden will. Der Sender habe Ranucci drei Versetzungsoptionen angeboten.

Gegen die Entscheidung des Senders protestierte Ranuccis Anwalt Roberto De Vita. Der Sender Rai bestrafe das Opfer eines Anschlags sowie das Magazin und die Unabhängigkeit der öffentlich-rechtlichen Berichterstattung, argumentierte er.

Kritik löste der Schritt auch in der „Report“-Redaktion aus. In einer Stellungnahme bezeichneten die Beschäftigten das Vorgehen des Senders als inakzeptabel, da sie nicht in die Entscheidung einbezogen worden seien. Die beiden neuen Moderatoren stünden „in keiner Weise für die Geschichte und die Werte von „Report“, zitierte die Nachrichtenagentur Ansa aus der Mitteilung.

Quelle: ntv.de, kaz/dpa/AFP

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