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Startseite»Nachrichten»US-Anleger fürchten Zinserhöhung: Fed-Chef Warsh dämpft Kauflaune an der Wall Street
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US-Anleger fürchten Zinserhöhung: Fed-Chef Warsh dämpft Kauflaune an der Wall Street

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 28, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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US-Anleger fürchten ZinserhöhungFed-Chef Warsh dämpft Kauflaune an der Wall Street

Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung wird inzwischen bei 50 Prozent eingepreist. (Foto: AP Photo/Yuki Iwamura)

Dass der von Trump eingesetzte Notenbankchef die Zinsen erhöhen könnte, galt an der Wall Street bislang als unwahrscheinlich. Mit seiner entschiedenen Rede zur hartnäckigen Inflation sorgt Warsh bei den Anlegern für einen Stimmungsumschwung.

Die jüngsten Aussagen von US-Notenbankchef Kevin Warsh haben die US-Börsen zum Wochenschluss ausgebremst. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss nahezu unverändert bei 53.560 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gab 0,2 Prozent auf 7712 Stellen nach und der Index der Technologiebörse Nasdaq büßte 0,5 Prozent auf 26.402 Zähler ein.

Sollte die Inflation nicht schnell genug auf den Zielwert von zwei Prozent zusteuern, „haben wir Arbeit vor uns“, sagte Warsh bei der Notenbankkonferenz in Jackson Hole und trübte damit die Stimmung am US-Aktienmarkt. „Der Markt reagiert deshalb so verhalten, weil Warsh unmissverständlich klarmacht, dass er am Zwei-Prozent-Ziel nicht rütteln lässt“, sagte Mark Hackett, Chef-Anlagestratege beim Finanzdienstleister Nationwide. „Er bestätigt seinen strengen Kurs, aber das ist eher ein Zeichen von Konsequenz als einer weiteren Verschärfung.“

Dollar im Aufwind

Dennoch führte die Rede Warshs dazu, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Zinsanhebung im September an den Terminmärkten nun auf fast 50 Prozent eingeschätzt wird. Zuvor hatte sie als unwahrscheinlich gegolten. Dies stützte den Dollar-Index, der um ein halbes Prozent auf 99,664 zulegte. Der Euro verlor im Gegenzug genauso viel auf 1,1580 Dollar. Zuletzt war die US-Währung ins Hintertreffen geraten, da US-Finanzminister Scott Bessent angekündigt hatte, den Rückkauf längerfristiger Anleihen auszuweiten, um den jüngsten Renditeanstieg am Bondmarkt zu bremsen. Anleger fürchten, dass Maßnahmen zur Senkung der Kreditkosten den Dollar entwerten könnten. Auf Monatssicht hat der Dollar-Index trotz des Gewinns am Freitag knapp ein halbes Prozent eingebüßt.

In der neuen Woche rückt nun der US-Arbeitsmarktbericht für August in den Fokus, der am Mittwoch ansteht. Experten rechnen mit dem Aufbau von 58.000 Stellen und einer Arbeitslosenquote von 4,1 Prozent. Im Juli war die Beschäftigung überraschend um 23.000 Stellen gesunken. „Da wir uns der Fed-Sitzung im September nähern, wird jeder Datenpunkt unter die Lupe genommen, da er Aufschluss darüber geben könnte, was die Fed letztendlich tut“, sagte Michael Reynolds, Anlagestratege beim Vermögensverwalter Glenmede. Ein starker Bericht mit einem deutlichen Beschäftigungsaufbau und starkem Lohnwachstum könnte die Wetten auf eine Zinserhöhung weiter anheizen.

Am Ölmarkt gingen die Preise angesichts der unklaren Situation in Nahost auf Richtungssuche. Das Nordseeöl Brent und das US-Öl WTI verbilligten sich leicht auf 89,31 und 83,40 Dollar je Fass (159 Liter). Am Donnerstag waren sie um rund zwei Prozent gestiegen, nachdem US-Präsident Donald Trump einer neuen Runde von Gesprächen mit dem Iran eine Absage erteilt hatte.

Gewinnmitnahmen bei Chipwerten

Zugleich gaben die Chipwerte nach einer von den Nvidia-Zahlen ausgelösten Rally in der vorangegangenen Sitzung nach. Die Aktien von Nvidia, Intel und Micron büßten zwischen rund 0,3 und 4,5 Prozent ein. Marvell verlor nach negativ aufgenommenen Zahlen zehn Prozent. „Bei den Chip-Unternehmen suchen die Anleger dringend nach einem neuen Katalysator“, sagte Mike Reynolds, Chefstratege beim Vermögensverwalter Glenmede. „Die Märkte haben verstanden, wie der Einsatz von Rechenzentren zu möglicherweise höheren Umsätzen führen wird. Aber die Frage ist: Was kommt danach? Darauf gibt es bislang keine klare Antwort.“

Bei den Einzelwerten außerhalb des Chipsektors stürzten die Aktien von PayPal um fast 13 Prozent ab. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, dass ein Konsortium aus dem Finanzinvestor Advent und dem Zahlungsabwickler Stripe seine Übernahmepläne für das Unternehmen aufgegeben habe.

Die Ernennung eines neuen Chefs für die Marke Old Navy gab den Aktien des US-Modekonzerns Gap indes Rückenwind. Die Titel sprangen an der Wall Street um rund 13 Prozent nach oben. Anleger setzen darauf, dass der Branchenveteran Michael Francis die schwächelnde Kette wieder auf Kurs bringen kann. Old Navy ist die größte und wichtigste Marke des Konzerns, kämpfte aber zuletzt mit Problemen, insbesondere bei der Damenbekleidung.

Für Gesprächsstoff sorgte auch das fulminante Börsendebüt der in den USA notierten Aktien des französischen Quantencomputer-Spezialisten Pasqal. Die Titel des von Physik-Nobelpreisträger Alain Aspect mitgegründeten Unternehmens gewannen 95 Prozent.

Alles Weitere zum heutigen Börsengeschehen finden Sie hier. 

Quelle: ntv.de, mau/rts

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