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Startseite»Nachrichten»Überraschender Tod mit 34: Uganda betrauert King Oyo, den jüngsten König der Welt
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Überraschender Tod mit 34: Uganda betrauert King Oyo, den jüngsten König der Welt

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 29, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Überraschender Tod mit 34Uganda betrauert King Oyo, den jüngsten König der Welt

28.08.2026, 18:13 Uhr Von Simone Schlindwein, Kampala
King Oyo sah bei seiner Krönungsfeier nicht glücklich aus
Seine Krönung bedeutete für den damals 18-Jährigen den Abschied vom Partyleben. (Foto: Simone Schlindwein)

Schon als Dreijähriger übernimmt King Oyo in Uganda als Thronfolger von seinem Vater. Jetzt stirbt er überraschend im Alter von nur 34 Jahren und mit ihm einer der einflussreichsten Männer Afrikas.

Als er 1995 im Alter von drei Jahren die Thronfolge seines verstorbenen Vaters antrat, galt er als der jüngste König der Welt: Rukirabasaija Omukama Oyo Nyimba Kabamba Iguru Rukii IV – in Uganda und ganz Afrika bekannt unter seinem Spitznamen King Oyo.

„Mit tiefer Traurigkeit und schweren Herzens verkünde ich den Tod seiner Majestät, der Omukama des Tooro-Königreiches“, erklärte am Donnerstagabend der Premierminister des Tooro-Königreiches in Uganda. „Dies ist ein unglaublicher Verlust für die Königsfamilie, für die Menschen in Tooro und die ugandische Nation.“

Gründe für den plötzlichen Tod wurden bislang nicht genannt. Bereits seit Anfang August zirkulierten jedoch in Uganda Gerüchte, der 34-jährige König sei schwer krank und zur Behandlung in die USA ausgeflogen worden. Gemunkelt wurde über eine Krebserkrankung. Die Gerüchte wurden zunächst verneint, es hieß, er sei dort zu Studienzwecken. Nun wurde am Donnerstagabend sein Tod bekannt gegeben.

Personifizierte Tradition

Oyo war gerade einmal 34 Jahre alt, ein sportlicher Mann, den man fast täglich auf dem Laufband und im Fitnessstudio im berühmten Speke-Resort in Ugandas Hauptstadt antraf. In Uganda und auf dem afrikanischen Kontinent war er vor allem unter jungen Leuten bekannt und wurde als Idol gefeiert. 2019 wurde er als einer der „einflussreichsten Afrikaner“ nominiert.

Er war quasi das personifizierte Zeichen, dass Afrikas traditionelle Königtümer, die Großteils von den Kolonialherren ihrer politischen Macht beraubt worden waren und nunmehr nur noch kulturelle Funktionen innehaben, nicht aus der Mode gekommen sind. Oyo setzte sich in seinem Königreich für Bildung, Jobs und Gesundheitsaufklärung der jungen Leute ein und tourte häufig mit seinem ganzen Hofstaat durch die abgelegenen Dörfer seines Reiches.

Das Tooro-Königreich liegt malerisch am Fuße der schneebedeckten Mondberge im Westen Ugandas entlang der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo. Das Tooro-Königreich ist eines von fünf Königtümern Ugandas. Die Könige und ihre Herrschaftsgebiete waren unter britischer Kolonialherrschaft bestehen geblieben, erst der ugandische Diktator Milton Obote löste diese traditionellen Herrschaftsstrukturen 1967 auf. Ugandas Könige mussten ins Exil fliehen. 1993 erlaubte Ugandas derzeitiger Präsident Yoweri Museveni den Königen zurückzukehren und eine symbolische und kulturelle Funktion zu übernehmen – vor allem in Hinsicht auf Landrechte- und Bildungsfragen.

Der reale „Prinz von Zamunda“

King Oyo war gerade einmal drei Jahre alt, als sein Vater 1995 plötzlich starb und er den Thron übernehmen musste. Bis zu seinem 18. Geburtstag wurden die Geschäfte des Königreiches von seiner Tante geführt. Als Oyo schließlich im April 2010 volljährig wurde, kamen die Könige aus ganz Afrika in die Mondberge gereist, um der mehrtägigen Zeremonie beizuwohnen. Die Tooro-Königsfamilie hat afrikaweit viel Einfluss. King Oyos Mutter war nach dem Tod ihres Mannes mit Libyens Präsident und dem selbsternannten „König der Könige Afrikas“, Muammar al-Gaddafi, liiert, dieser galt als der „Pate“ von King Oyo. Seine Tante, Prinzessin Elisabeth, die lange die Geschäfte führte, war von 2006 an Ugandas Botschafterin in Deutschland.

Während seiner Krönungszeremonie an seinem 18. Geburtstag im April 2010 sah Oyo gar nicht glücklich aus. Denn damit war die Zeit der Partys in Nachtclubs in London und Kampala vorbei. Als Jugendlicher war der junge König in Großbritannien auf die Grundschule gegangen, seine Highschool-Zeit verbrachte er in Ugandas Hauptstadt Kampala, von 2013 studierte er erneut in Großbritannien. Er war bekannt für seine Leidenschaft für Playstation-Spiele. In Ugandas ausgelassenem Nachtleben traf man ihn meist nur mit einem einfachen Leibwächter an.

Als er 2010 dann die Geschäfte des Königreiches offiziell übernahm, war es mit dem Party-Leben vorbei. Seitdem musste er quasi alle offiziellen Zeremonien über sich ergehen lassen. Sein gewaltiger Geländewagen mit einem Löwenkopf als Kennzeichen wurde von schwer bewaffneten, königlichen Leibwächtern begleitet. Über sein Privatleben ist seitdem nicht wirklich viel bekannt geworden. Immerhin ließ das Königtum verlauten, dass er einen Prinzen als Nachfolger habe – wie alt dieses Kind ist und wann dieser Junge offiziell gekrönt wird, darüber wurden bislang noch keine Details bekannt gegeben.

Bereits am Donnerstagabend kamen tausende Menschen, vor allem junge Leute, aus dem ganzen Königreich am Fuß des Palastes in der Stadt Fort Portal zusammen, trauerten und weinten. Die Polizei und königliche Leibgarde mussten das weitläufige Gelände hoch oben auf einem Hügel abriegeln. Die Fahne des Königtums sowie die ugandische Flagge wurden auf halbmast gesetzt. Der Ablauf der offiziellen Beerdigungsrituale soll in den nächsten Tagen bekannt gegeben werden.

Quelle: ntv.de

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