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Startseite»Nachrichten»„Weder Belege noch Fakten“: Finnlands Präsident glaubt nicht an russischen Angriff auf Nato
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„Weder Belege noch Fakten“: Finnlands Präsident glaubt nicht an russischen Angriff auf Nato

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 30, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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„Weder Belege noch Fakten“Finnlands Präsident glaubt nicht an russischen Angriff auf Nato

Finnlands Präsident Stubb bei einem Besuch in Kiew am 24. August. (Foto: picture alliance / SIPA)

Bei Russland müsse Europa sich auf das Schlimmste vorbereiten, erklärt Finnlands Präsident. Allerdings sei es unwahrscheinlich, dass ein Angriff auf die Nato oder ein Atomwaffeneinsatz in der Ukraine bevorstehe. Stubb erwartet eine andere Eskalation.

Finnlands Präsident Alexander Stubb hat Befürchtungen aus Deutschland vor einem möglichen russischen Angriff auf Nato-Gebiet bis 2029 widersprochen. „Wenn jemand eine solche Kristallkugel hätte – wunderbar. Aber ich sehe dafür einfach weder Belege noch Fakten“, sagte Stubb der „Bild“-Zeitung. Er glaube nicht, dass Russland „jemals das mächtigste Militärbündnis der Welt, die Nato, angreifen wollen würde“. 

Stubb warnte zugleich davor, die Gefahr aus Russland zu unterschätzen. „Man sollte sich immer auf das Schlimmste vorbereiten, um es zu verhindern“, sagte er. Seine Einschätzung begründete der finnische Präsident mit Geheimdiensterkenntnissen sowie der Abschreckungsfähigkeit der Nato. Diese beruhe auf konventionellen Streitkräften, Raketen und Atomwaffen. „Für keine Macht der Welt ergibt es Sinn, die Entschlossenheit dieses Bündnisses auf die Probe zu stellen.“ 

Vor einem möglichen russischen Angriff auf Nato-Gebiet in den kommenden Jahren hatten zuletzt mehrere westliche Politiker und Militärs gewarnt. Die Bundeswehr geht nach Angaben von Generalinspekteur Carsten Breuer davon aus, dass Russland ab 2029 zu einem groß angelegten Angriff auf Nato-Gebiet in der Lage sein könnte. Nato-Generalsekretär Mark Rutte hatte im Dezember vor einem möglichen Angriff binnen fünf Jahren gewarnt, der britische Premierminister Keir Starmer nannte unter Berufung auf Geheimdiensterkenntnisse das Jahr 2030. 

„China wird keinen Atomwaffeneinsatz in der Ukraine erlauben“

Der finnische Präsident Stubb hält nach eigener Aussage auch einen russischen Atomwaffeneinsatz in der Ukraine für unwahrscheinlich. Der „Bild“ sagte er, Chinas Außenminister habe ihm bei einem Besuch im Sommer mit Blick auf einen solchen Einsatz gesagt: „Wir werden niemals zulassen, dass das passiert.“ Dies sei eine „ziemlich wirksame Abschreckung“. 

Für wahrscheinlich hält der finnische Präsident dagegen eine neue russische Mobilmachung im Herbst. Darauf deuteten jüngste russische Gesetze zur Einschränkung der Freizügigkeit hin. Russland verliere nach Stubbs Angaben monatlich zwischen 30.000 und 35.000 Soldaten, rekrutiere zugleich aber nur 27.000 neue. Dass Moskau zusätzlich Kräfte für einen Angriff auf ein weiteres Land mobilisieren könne, halte er deshalb für äußerst unwahrscheinlich. 

Stubb fügte hinzu, er rechne auch nicht damit, dass Russland wegen seiner wirtschaftlichen Probleme den Krieg in der Ukraine beenden wird. „Man sollte niemals die Fähigkeit der Russen unterschätzen, wirtschaftlich schwierige Zeiten durchzustehen“, sagte Stubb dem Blatt. „Um das zu verstehen, müssen wir nur einen Blick zurück in die Sowjetzeit werfen.“  Den Krieg beenden werde weder der Kurs des Rubels noch ein Ansturm auf Banken, die Inflation oder das Zinsniveau. Stubb sagte: „Der Druck ist da, aber man muss verstehen, dass ein Land, das sich im Krieg befindet, viel mehr aushalten kann als ein Land, das sich nicht im Krieg befindet.“ 

„Europa muss Dialog mit Moskau aufnehmen“

Seit Wochen attackiert Kiew mit Langstreckendrohnen erfolgreich russische Ölanlagen und Logistikzentren großer Onlineversandhändler. Die Attacken verursachten Milliardenschäden und rückten die Folgen des russischen Angriffskriegs für das Nachbarland der Ukraine wieder stärker in den Fokus. 

Stubb sprach sich erneut dafür aus, dass Europa wieder Kontakt zur russischen Regierung aufnimmt. „Ich denke, jemand in Europa oder einige Menschen in Europa müssen den Dialog mit Russland aufnehmen, um zu verstehen, was vor sich geht. Um auf politischer Ebene zu diskutieren.“ Seine größte Sorge angesichts des Schweigens gegenüber Russland sei, dass dort Illusionen darüber entstünden, was Europa etwa im Finnischen Meerbusen oder in der Ostsee unternehmen könnte – also Annahmen über neue Bedrohungen aufkommen. „Und wir planen nichts“, sagte Stubb. 

Quelle: ntv.de, mau/AFP/dpa

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