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Leise, komfortabel, gutes Design: Volvo EX60 P10 AWD – viel Auto für sehr viel Geld

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 31, 2026Keine Kommentare6 Minuten Lesezeit
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Leise, komfortabel, gutes DesignVolvo EX60 P10 AWD – viel Auto für sehr viel Geld

Der Volvo EX60 sieht gut aus, bietet ein paar gute Ideen und ein schickes Design – aber ist ziemlich teuer. (Foto: Volvo)

Das neue elektrische Mittelklasse-SUV von Volvo, der EX60, ist mit viel Lob gestartet. Was kann im Alltag bestätigt werden und was nicht? Generell überzeugt und gefällt er, aber er ist umständlich zu bedienen, hat zu wenige Tasten und die Türgriffe – sind speziell.

Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters, den Volvo EX60 finden viele Menschen schön, vor allem diejenigen, die skandinavisches Design goutieren. Klare Linien, glatte Formen und ebenso glatte Flächen, aber eben nicht wie früher kantig, sondern sanft abgerundet, um der Luft beim Fahren trotz eigener stattlicher Statur so wenig Widerstand wie möglich zu bieten: Ja, der EX60 sieht schon gut aus.

Was nicht heißt, dass er perfekt wäre. Auch nicht beim Design. Statt in irgendeiner Form bekannte Griffe, mit oder ohne Bügel, versenkt oder sichtbar zu montieren, gefiel es den Designern, so etwas wie kleine Winglets an der Kante zwischen Blech und Seitenscheibe zu platzieren und diese innen mit Sensoren zu versehen. Das bringt aerodynamisch bestimmt ein paar hundertstel Prozentpunkte, ist aber mindestens gewöhnungsbedürftig.

Ärgste Wettbewerber Mercedes GLC und BMW iX3

Doch bleiben wir erst mal bei den Grundlagen. Mit 4,80 Metern Länge und einem Radstand von 2,97 Metern zählt der Volvo zur gehobenen Mittelklasse wie seine ärgsten Wettbewerber Mercedes GLC und BMW iX3. Mit ihnen gemein hat er auch die famose 800-Volt-Technik für kürzere Stopps an fremden Ladesäulen. Um die Reichweite von etwas über 600 Kilometern zu realisieren, ist eine 95-kWh-Batterie an Bord. Unser Testwagen kam in der Version P10 vorgefahren, was neben Allradantrieb auch 510 PS beinhaltet. Wer derartige Leistungen in einem Mittelklasse-Familienauto sucht, wird hier also fündig. Dazu später mehr.

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Mit 4,80 Metern Länge und einem Radstand von 2,97 Metern gehört der Volvo EX60 zur gehobenen Mittelklasse. (Foto: Volvo)

Wir steigen erst einmal ein, nachdem wir das Auto mit dem mitgelieferten iPhone geöffnet haben. Volvo setzt auf elektronische Schlüssel per App. Das ist praktisch, zumal man den Schlüssel bei Bedarf auch einfach weitergeben kann. Anschließend bleibt das Handy in der Tasche oder lädt auf der dafür vorgesehenen Fläche in der luftigen Mittelkonsole.

Luftiger Innenraum

Luftig ist überhaupt der richtige Begriff für den hellen Innenraum. Fein, edel, skandinavisch, aber nicht schlicht. Das Lenkrad ist klein, fast wie bei aktuellen Peugeot-Modellen, das Display für den Fahrer sitzt oberhalb des Lenkrads und soll mit dieser Position auch ein Head-up-Display ersetzen. Das zentrale Display für die übliche Touch-Steuerung von ungefähr allem sitzt mittig und mächtig vorn oben und ist auch vom Beifahrer gut zu bedienen. Die Grafik ist gestochen scharf, die Menüführung verständlich.

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Die Türgriffe des Volvo sind gewöhnungsbedürftig. (Foto: Volvo)

Das heißt aber nicht, dass das Auto intuitiv oder selbsterklärend zu bedienen wäre. Spiegel und Lenkradverstellung erfolgen beispielsweise über Drucktasten am Lenkrad, aber nur, wenn man diese dafür im Display vorher auswählt. Eine Option, das Display einfach auszuschalten, weil es im Dunklen schon mal stört, fanden wir nicht.

Zum Glück gibt es Spiegel

Apropos: Störend wirkt auch schon mal die Sonne, wenn man mithilfe des Displays und der diversen Kameras rückwärts einparken will und die Sonne aufs eben jenes Display scheint. Zum Glück hat der EX60 auch herkömmliche Spiegel für solche Aktionen. Die Sitzverstellung erfolgt über ein Rechteck am Sitz, dessen Drück-und-Schiebe-Funktion Volvo-Fahrern bekannt sein dürfte. Die anderen müssen es eben ausprobieren.

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Das zentrale Display sitzt mittig und ist auch vom Beifahrer gut zu erreichen. (Foto: Volvo)

Das Handschuhfach findet man, wenn man weiß, wo es ist, in der Mittelkonsole, die Taste zum Öffnen dazu auch, aber nicht unbedingt auf Anhieb. Käufer werden das Auto ausführlich erklärt bekommen, das dürfte helfen.

Paradedisziplin: Fahren

Kommen wir nach der kleinen Mäkelrunde zur Paradedisziplin des Schweden, dem Fahren. Wir sind überwiegend im Komfortmodus des Fahrzeugs unterwegs gewesen. Der passt bestens zu einem SUV. Die allermeisten Straßenschäden werden weggefiltert, das Auto ist sehr leise, man gleitet entspannt dahin und nutzt je nach Laune die Option des One-Pedal-Drivings.

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Der Gepäckraum des Volvo EX60 ist riesig. (Foto: Volvo)

Auf der Autobahn bei Richtgeschwindigkeit pendelte sich unser Verbrauch bei knapp unter 18 kWh ein, ein sehr ordentlicher Wert, der über Land noch deutlich unterboten werden kann. Dass Volvo die Höchstgeschwindigkeit auf 180 km/h begrenzt, spielt dabei keine Rolle. Ebenso wenig die enorme Leistung, die auf Landstraßen das Überholen erleichtert, aber auch spontan den Kopf der Beifahrerin an die Kopfstütze befördert. Vermutlich käme man auch mit der Basisversion (P6, 375 PS und 83-kWh-Batterie) an langsameren Verkehrsteilnehmern flott vorbei.

Beeindruckende Preisliste

Ziemlich beeindruckend wirkt auch die Preisliste, auch wenn sich manches angesichts des Gebotenen relativiert. Die Preise starten bei rund 63.000 Euro für den P6 in der Ausstattungsversion Plus. Der P10 ist ab rund 66.000 Euro zu haben. Die von uns gefahrene Variante Ultra (ab 72.790 Euro) ergänzt die umfangreiche Basis unter anderem mit Pixel-LED-Scheinwerfern, 21-Zöller, einem elektrochromatischen Panorama-Glasdach, einer Parkkamera mit 360-Grad-Rundumsicht und einer Akustikverglasung für die Seitenfenster.

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Unter dem Kofferraumboden befinden sich Ablagefächer. (Foto: Volvo)

Für Hi-Fi-Fans: ein Audiosystem von Bowers & Wilkins ist ebenfalls an Bord. Typisch Volvo fährt der EX60 mit einer sehr ausführlichen Sicherheitsausstattung vor. Die Anhängelast von 2,4 Tonnen kann sich ebenfalls sehen lassen.

Nicht auf den ersten Blick sichtbar, aber praktisch: Unter dem Kofferraumboden befinden sich zwei separat zu öffnende Ablagefächer mit einem herausnehmbaren Papierkorb und einer Einkaufstasche.

Insgesamt hat uns der EX60 also gefallen. Er bietet viel Auto, ein paar gute Ideen und ein schickes Design für sehr viel Geld. Letzteres ist beim direkten Wettbewerb auch so. Der Rest ist dann Geschmackssache.

Volvo EX60 P10 AWD – technische Daten

  • Fünftüriges, fünfsitziges Elektro-SUV der gehobenen Mittelklasse,

  • Länge: 4,80 Meter, Breite: 1,90 Meter (mit Außenspiegeln: 2,07 Meter), Höhe: 1,64 Meter, Radstand: 2,97 Meter, Kofferraumvolumen: 523 – 1.647 Liter plus 58 Liter (Frunk)

  • Zwei E-Motoren, Systemleistung: 375 kW/510 PS, maximales Drehmoment: 710 Nm; Batteriegröße: 95 kWh, Ladeleistung: 22 kW (AC) bis 370 kW (DC), Allradantrieb, 1-Gang-Automatik, 0-100 km/h: 4,6 s, Vmax: 180 km/h, Normverbrauch: 16,2 – 19,2 kWh/100 Kilometer, WLTP-Reichweite: 554 bis 660 Kilometer, Testverbrauch: 18 kWh

  • Preis ab 65.990 Euro (Plus) bzw. 72.790 Euro (Ultra)

  • Preis des Testwagens: 77.800 Euro

Quelle: ntv.de, Günter Weigel, sp-x

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