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Startseite»Nachrichten»Präzedenzfall in Brüssel: EU überwacht ChatGPT künftig nach „strengsten Vorschriften“
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Präzedenzfall in Brüssel: EU überwacht ChatGPT künftig nach „strengsten Vorschriften“

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 31, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Präzedenzfall in BrüsselEU überwacht ChatGPT künftig nach „strengsten Vorschriften“

Die Unternehmen haben nun bis Ende November Zeit, um den verschärften Auflagen gerecht zu werden. (Foto: dpa)

Mit deutlich mehr als 45 Millionen monatlichen Nutzern zählt ChatGPT nun offiziell zu den „sehr großen Suchmaschinen“. Damit öffnet die EU eine Tür, um das KI-Modell künftig strenger zu bewerten. Zwei andere Plattformen sind ebenfalls betroffen.

Mit ChatGPT stellt die EU-Kommission erstmals ein KI-Sprachmodell unter verschärfte Beobachtung. Der KI-Chatbot des US-Unternehmens OpenAI wird als „sehr große Suchmaschine“ eingestuft und unterliegt so künftig den „strengsten Vorschriften des Gesetzes über digitale Dienste“ (DSA), wie die Brüsseler Behörde mitteilte. ChatGPT habe die dafür vorgesehene Schwelle von durchschnittlich 45 Millionen Nutzern in der EU überschritten.

Tatsächlich überschreitet ChatGPT diese Schwelle bereits seit Längerem deutlich. 2025 lagen die an die EU gemeldeten Nutzerzahlen des Chatbots nach Angaben des Unternehmens bereits bei deutlich über 100 Millionen aktiven monatlichen Nutzenden. Das „Handelsblatt“ berichtete bereits im April, dass die EU-Kommission kurz davor sei, ChatGPT als „sehr große Suchmaschine“ einzustufen.

Verfahren und Millionenstrafen

Der DSA soll das scharfe Schwert der EU gegen große Online-Plattformen sein und gilt seit Februar 2024. Die Brüsseler Internetwächter haben auf Grundlage des Gesetzes bereits zahlreiche Verfahren etwa gegen TikTok, Facebook, Instagram, Snapchat oder große Pornoplattformen eröffnet. Gegen Elon Musks soziales Netzwerk X oder die Online-Händler Temu und AliExpress verhängte die EU-Kommission bereits Millionenstrafen, weil sich die Unternehmen nach Ansicht Brüssels trotz Ermahnungen nicht an die Regeln hielten. 

Die EU-Kommission stufte auch die Plattformen Reddit und Roblox als „sehr große Online-Plattformen“ ein. Reddit bietet Diskussionsforen in themenbezogenen Communities, Roblox ist auf die Entwicklung und das gemeinsame Spielen von Videospielen spezialisiert. „Da diese Dienste es Nutzern ermöglichen, Inhalte Dritter öffentlich zu verbreiten, gelten sie im Sinne des DSA als Online-Plattformen“, erklärte die Kommission.

Mit der Einstufung erhält die Behörde „Untersuchungsbefugnisse, um die Funktionsweisen dieser Dienste und gegebenenfalls damit verbundener Systeme zu bewerten“, wie sie ausführte. Die Überwachung wird demnach mit den zuständigen nationalen Behörden in den Mitgliedstaaten koordiniert. Im Fall von ChatGPT und Reddit ist das die irische, bei Roblox die niederländische Medienaufsicht.

Die Unternehmen haben nun bis Ende November Zeit, um den verschärften Auflagen gerecht zu werden. Sie müssen unter anderem stärker gegen die Verbreitung illegaler Inhalte vorgehen, Minderjährige besser schützen und potenzielle negative Auswirkungen ihrer Dienste auf „Grundrechte, Wahlprozesse und die öffentliche Sicherheit“ vermeiden.

Quelle: ntv.de, lno/dpa/AFP

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