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Startseite»Politik»Hacker leaken Daten aus Berliner Landesnetz – BSI alarmiert
Politik

Hacker leaken Daten aus Berliner Landesnetz – BSI alarmiert

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 5, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 05.09.2026 • 10:45 Uhr

Personalakten, Stundenzettel, Telefonnummern – im Darknet haben Hacker etwa 1,4 Millionen Daten veröffentlicht, die von der Berliner Verwaltung gestohlen wurden. Das zuständige Bundesamt warnt vor Risiken infolge des Leaks.

Eine Gruppe von Hackern hat im Darknet umfangreiche Daten veröffentlicht, die sie bei einem Cyberangriff auf die Berliner Verwaltung erbeutet hatte. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) äußerte sich alarmiert über die möglichen Risiken durch den Leak der teils persönlichen – und auch sensiblen Daten.

Durch die Veröffentlichung der gestohlenen Daten könnten sich „verschiedene Risiken für die Betroffenen und letztlich für die Gesellschaft ergeben“, warnte die Behörde. Zum einen verweist das BSI auf die zeitliche Nähe zur Wahl eines neuen Abgeordnetenhauses in Berlin, die am 20. September stattfindet. Insbesondere vor Wahlen bestehe ein erhöhtes Risiko sogenannter „Hack & Leak“-Operationen. Dabei werden gestohlene Dokumente, E-Mails oder Ähnliches zu einem für den Angreifer günstigen Zeitpunkt veröffentlicht und dabei womöglich in einen falschen Zusammenhang gerückt.

Wohl auch sicherheitsrelevante Daten gestohlen

Zum anderen ist nicht auszuschließen, dass auch Daten gestohlen wurden, die Informationen zu kritischen Infrastrukturen, Unternehmen und Organisationen enthalten. Auch in diesem Zusammenhang warnt das BSI vor einer möglichen Bedrohungslage. Wie der Deutschlandfunk berichtet, soll zumindest ein Teil der gestohlenen Daten sicherheitsrelevant sein. Sie beträfen Objekte, die im Verteidigungsfall besonders geschützt werden müssten, wie Krankenhäuser, Tanklager, Notstromanlagen und Rüstungsbetriebe.

Allerdings geht das BSI nicht von einem politisch motivierten Cyberangriff aus, sondern von „ausschließlich finanziellen“ Motiven. Die Hackergruppe Rhysida hatte die Summe von 30 Bitcoin, umgerechnet rund zwei Millionen Euro, gefordert, damit sie auf die Veröffentlichung der Daten verzichtet. Der Berliner Senat lehnte die Zahlung aber ab.

Arbeitszeugnisse, Personalakten, Betriebsunterlagen

Der Cyberangriff auf das Berliner Landesnetz war bereits Mitte August bekannt geworden. Am Freitagnachmittag lief die von der Hackergruppe gesetzte Frist zur Zahlung der von ihr geforderten Geldsumme aus. Daraufhin erschienen die gestohlenen Daten im Darknet. Wie der rbb berichtet wurden rund 1,4 Milllionen Daten in mehreren Paketen zugänglich gemacht. Darunter Arbeitszeugnisse, Beurteilung und Personalakten von Beschäftigten, Stundenzettel sowie Betriebsunterlagen oder Dokumente zu Bewerbunsgverfahren. Noch ist unklar, ob es sich um sämtliche beim Hackerangriff abgegriffene Daten handelt.

Laut Berliner Senat führen Sicherheitsbehörden nun „eine intensive Datenprüfung durch“. Betroffene, deren Daten veröffentlicht wurden, sollen identifiziert und kontaktiert werden. Falls Betroffene Hinweise darauf hätten, dass ihre Daten veröffentlicht wurden oder für Straftaten genutzt werden, sollten sie Strafanzeige erstatten.

Auch das BSI warnt nach dem Daten-Leak vor einer erhöhten Bedrohung durch sogenannte Phishing-Angriffe, durch welche versucht wird, weitere persönliche Daten wie Passwörter oder Mail-Adressen abzugreifen. Insbesondere Menschen, die in Kontakt mit betroffenen Personen oder Institutionen standen, sollten deshalb besonders aufmerksam sein.

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