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Startseite»Nachrichten»WM mit Familien-Hype: Star-Sorgenkind Sabally überrascht sogar den Bundestrainer
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WM mit Familien-Hype: Star-Sorgenkind Sabally überrascht sogar den Bundestrainer

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 6, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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06.09.2026 | 06:43 Uhr

Nach der deutlichen Auftaktniederlage gegen Spanien meldet sich die deutschen Basketballerinnen bei der Heim-WM eindrucksvoll zurück. Beim Sieg gegen Japan spielt Nyara Sabally überraschend groß auf. Dabei ist sie zuvor das absolute Sorgenkind des Teams.

Sichtlich erleichtert wirkte Nyara Sabally nach dem klaren Sieg gegen Japan. Dabei war wenige Stunden zuvor noch offen gewesen, ob die Basketballerin überhaupt beim zweiten Spiel der Weltmeisterschaft spielen kann. Nach ihrem Comeback gegen Spanien hatte Bundestrainer Olaf Lange einen erneuten Einsatz innerhalb von 24 Stunden offengelassen. Zu groß schien die Belastung für die 26-Jährige, die nach Wadenproblemen erst kurz vor der WM wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen war und zuvor fast einen Monat nicht spielen konnte. Zuvor plagte sie sich immer wieder mit Knieproblemen herum.

Dass sie gegen Japan spielen konnte, überraschte auch den Bundestrainer, der zugleich ihr Trainer in der nordamerikanischen Profiliga WNBA war: „Ich habe sie diese Saison ja in Toronto gecoacht, da hat sie bislang noch keine zwei Spiele an zwei Tagen gemacht. Das ging wegen ihres Knies nicht“, sagte er. „Back to back hat es mich überrascht, dass ich sie 22 Minuten spielen lassen konnte.“

Gegen Spanien am Freitagabend wirkte Sabally noch weit von ihrem eigentlichen Leistungsvermögen entfernt. Lag es an der fehlenden Spielpraxis oder machte ihr die Wade doch noch Probleme? Gegen Japan lieferte die 26-Jährige darauf eine eindrucksvolle Antwort. 18 Punkte und 9 Rebounds standen am Ende für sie zu Buche. 6 ihrer 14 Würfe aus dem Feld traf Sabally. Nach nur 3 Treffern bei 14 Versuchen gegen Spanien war das eine deutliche Steigerung. Auch Lange hob Saballys Leistung hervor: „Nyara war richtig wichtig heute.“

Ein besonderes Heimspiel

Dass es ausgerechnet in der Max-Schmeling-Halle so gut für sie lief, freute die 26-jährige Spielerin vom WNBA-Team Toronto Tempo umso mehr: „Ich bin hier in der Halle aufgewachsen, ich hatte hier gefühlt jeden Tag Training, deswegen ist es so ein Full-Circle-Moment.“ Lange glaubt gar, dass ihr der Ort einen wichtigen Schub verschaffte: „Ich glaube, es hat auch viel damit zu tun, dass es in Berlin ist. Sie hat ihre Familie hier und das ist schon noch einmal eine spezielle Situation.“ Auch Sabally sagte: „Meine Familie sieht mich nicht oft spielen, deswegen war es cool, sie auf der Tribüne zu sehen.“

Doch nicht nur von ihrer Familie bekam Sabally Unterstützung. Wie schon beim Auftakt gegen Spanien sorgten auch die deutschen Fans für eine besondere Atmosphäre. Mit knapp 8400 Fans war die Max-Schmeling-Halle ausverkauft. Jede gelungene Aktion der deutschen Mannschaft wurde lautstark gefeiert. Und davon gab es an diesem Abend deutlich mehr als noch gegen Spanien.

Vor dem Spiel betonte Lange, wie wichtig es werden würde, den klaren Größenvorteil gegen die Japanerinnen auszuspielen: Mit 51 Rebounds machten die Deutschen genau das, was ihr Trainer von ihnen forderte. Aber es war an dem Abend weder die Defensive noch die Offensive, die Lange beeindruckten: „Mich hat vor allem unser Spirit sehr beeindruckt, unabhängig vom Ergebnis.“

„Haben heute unsere beste Seite gezeigt“

Den Zusammenhalt hob auch Frieda Bühner hervor: „Wir sind halt ein richtiges Team. Ich glaube, wir können uns halt allen vertrauen und uns gegenseitig helfen.“ Mit 19 Punkten war die 22-Jährige zugleich Deutschlands beste Werferin, knapp vor Sabally mit 18 Punkten. Auch Bühner war gegen Spanien noch deutlich unter ihren Möglichkeiten geblieben. Für Teamkollegin Sabally kam ihre Leistungssteigerung deshalb nicht überraschend: „Bei Frieda war es nur eine Frage der Zeit, bis sie an ihr Niveau aus der Liga rankommen würde.“

Auch Lange hatte dabei volles Vertrauen in sein Team. Eine große taktische Kehrtwende brauchte es für Lange nach der Spanien-Pleite nicht: „Da muss man gar nicht viel machen, natürlich haben wir uns das alles angeguckt, haben uns neu fokussiert, aber die wussten auch, die Mädels, dass sie nicht so gut gespielt haben, wie sie konnten.“ Gegen Japan bekam er die erhoffte Reaktion seines Teams. „Wenn man mit dem Rücken zur Wand steht, kommt das Beste raus und wir haben heute unsere beste Seite gezeigt“, zog der Bundestrainer Bilanz.

Die beste Seite müssen die deutschen Basketballerinnen auch im letzten Gruppenspiel gegen Mali am Montag zeigen (17.50 Uhr/ProSieben Maxx und Magenta TV). Nach Malis Überraschungssieg gegen Spanien gehen alle vier Teams der Gruppe punktgleich in den letzten Spieltag. Für Deutschland ist damit vom Gruppensieg bis zum Ausscheiden noch alles möglich. Für Lange ist die Ausgangslage trotzdem einfach: „Wir müssen gewinnen, da gibt es nicht viel zu rechnen.“ Gut für Deutschland, dass Nyara Sabally rechtzeitig zu ihrer Form zu finden scheint.

Verwendete Quelle: ntv.de

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