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Startseite»Nachrichten»Erstmals Gast in Madrid: Neue „Killerstrecke“ der Formel 1 hat „keinen Raum für Fehler“
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Erstmals Gast in Madrid: Neue „Killerstrecke“ der Formel 1 hat „keinen Raum für Fehler“

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 9, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Erstmals Gast in Madrid

Neue „Killerstrecke“ der Formel 1 hat „keinen Raum für Fehler“

09.09.2026 | 14:29 Uhr

In der Formel 1 gibt es an diesem Wochenende eine Premiere. Erstmals ist die Motorsport-Königsklasse in Madrid zu Gast. Der Stadtkurs weit außerhalb der Stadt wird zur Herausforderung für die Fahrer. Ohnehin ist nicht jeder zufrieden.

Max Verstappen kann diesem Trend nichts abgewinnen. Stadtkurse seien schön für Fotos, aber nicht für Motorsport, sagte der viermalige Formel-1-Weltmeister vor einiger Zeit. Doch diese Kritik prallt an den Machern der Königsklasse ab, stattdessen setzen sie weiter auf möglichst urbane und nachhaltige Rennveranstaltungen – am Wochenende wird die Formel 1 beim Großen Preis von Spanien erstmals auf dem „Madring“ in Madrid zu Gast sein (Samstag, Qualifying ab 15.30 Uhr/Sonntag, Rennen ab 14 Uhr/beides RTL, Sky und im ntv.de-Liveticker).

Die Reaktionen sind unterschiedlich, es gibt auch prominente Fürsprecher. „Dass eine ikonische Hauptstadt wie Madrid in den Rennkalender aufgenommen werden wollte, zeigt die Stärke unseres Sports und den Schwung, den wir weltweit weiter ausbauen wollen“, sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff: „Madrid ist eine weltbekannte Stadt, und es ist ein weiterer bedeutender Schritt für unseren Sport, dort Rennen zu fahren.“

Formel-1-Bolide jagt durch Madrider U-Bahn

Was ihn und die anderen Fahrer aus sportlicher Sicht in Madrid erwartet, ist schwer vorherzusagen. Es gibt sehr viele Kurven, unter anderem die sehr steile „La Monumental“ – dafür jedoch kaum Geraden. Nach einem Test im Juli war Rekordweltmeister Lewis Hamilton eher skeptisch. „Wie erwartet gab es keinerlei Grip, sodass die Reifen im Grunde die ganze Zeit mit Staub bedeckt waren“, sagte er. Mike Krack, Astons Martins Strecken-Einsatzleiter, warnte: „Die Mauern sind nah, es gibt keinen Raum für Fehler.“ Und Williams-Techchef James Vowles sagte mit Blick auf die Testrennen der Formel 3: „In der F3 haben wir 19 Rote Flaggen, drei gebrochene Chassis und sechs Aufhängungsschäden gesehen. Ja, das sind Formel-3-Fahrer, aber für die Autos ist es eine Killerstrecke und es wird sicher interessant.“

In Madrid, aber …

Sein Fahrer Carlos Sainz bekommt mit der neuen Strecke ein echtes Heimspiel: Der Kurs „hat Charakter und ist nicht einfach nur ein weiterer, der neu im Kalender ist. Jetzt müssen wir schauen, ob es vielleicht zu viel ist und der FIA unser Feedback geben.“ Doch ganz so viel mit seinem Geburtsort hat der Kurs dann doch nicht zu tun. Er liegt auf dem Messegelände der Hauptstadt unweit des Flughafens Barajas. Vom weltbekannten Prado-Museum im Herzen der Metropole dauert es mit der Metro knapp 50 Minuten zur Strecke. Der Madring kombiniert permanente mit temporären Abschnitten und unterscheidet sich dadurch von den Strecken in Miami, Baku, Singapur oder Las Vegas, die abseits der Rennen anderweitig nutzbar sind.

Ein Standort wird längst nicht nur aus rein sportlichen Aspekten beurteilt, der finanzielle Aspekt, die Nähe zu den Fans und ein gewisser Glamourfaktor sind mindestens genauso wichtig. Um die Königsklasse in die spanische Hauptstadt zu locken, scheuen die Verantwortlichen des Projekts keine Kosten. Laut Medienberichten zahlt Madrid rund 48 Millionen Euro pro Jahr an den Formel-1-Macher Liberty Media. Der Vertrag läuft bis 2035, im Kalender muss Barcelona als fixer Austragungsort weichen. Die Strecke in Katalonien wechselt sich ab 2027 mit dem Traditionsrennen im belgischen Spa ab.

Kein Platz für Rennen in Deutschland

Ein solches Rotationsmodell dürfte deutsche Fans aufhorchen lassen, doch für ein Rennen hierzulande ist seit Jahren kein Platz. Allerdings sprach Formel-1-Chef Stefano Domenicali jüngst von „Kontakten“ nach Hockenheim und stellte die „mittelfristige“ Möglichkeit eines Rennens dort in Aussicht. Einen Stadtkurs gäbe es in Nürnberg, der Norisring ist aber nicht geeignet für die Formel 1. Das gilt auch für die Formel-E-Strecke auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof in Berlin.

Ginge es allein nach Max Verstappens Vorlieben, hätte Deutschland durchaus gute Chancen. Der Niederländer ist ein Fan der klassischen Rennstrecken, insbesondere des Nürburgrings. Doch in der Eifel wurde zuletzt im Oktober 2020 gefahren – als die Corona-Pandemie jedwedes Spektakel abseits der Rennstrecke ausschloss.

Verwendete Quellen: ntv.de, ara/sid

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