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Alarm nach Werder-Ohrfeige: Heikler Bericht über neuen RB-Coach vor besonderem Duell

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 10, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Alarm nach Werder-Ohrfeige

Heikler Bericht über neuen RB-Coach vor besonderem Duell

10.09.2026 | 06:36 Uhr

RB Leipzig trifft in der Champions League auf Ex-Wunschtrainer Cesc Fàbregas. Nach dem schwachen Auftritt in Bremen steht der neue Trainer Martin Demichelis schon unter Druck.

Das malerisch am Seeufer gelegene Stadion von Como kennt Marcel Schäfer bislang nur aus dem Auto. Dort sei er einmal vorbeigefahren und dachte sich „oh wow, hier könnte man mal den Hammer ansetzen“, berichtete der Sportchef von RB Leipzig. Zumindest eine neue Tribüne gab es für das erste Spiel in der Champions League im Stadion Giuseppe Sinigaglia, in dem der deutsche Emporkömmling auf sein italienisches Pendant Como 1907 (21 Uhr live bei DAZN und im Liveticker bei ntv.de) trifft.

Die Verbindung von Schäfer zu Como ist allerdings deutlich vielschichtiger als der Manager mit der Stadion-Episode verraten mag. Im Frühjahr 2025 war nämlich Cesc Fàbregas, Trainer des 2019 noch in der vierten Liga spielenden Klubs, Leipzigs Wunschlösung auf die Nachfolge des geschassten Marco Rose. Wochenlang waberte das Thema durch das beschauliche Leipzig, nach umtriebiger Baggerei des damaligen globalen Fußballchefs Jürgen Klopp, dessen Assistenten Mario Gomez und Red-Bull-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff war man sich schließlich mit Fàbregas über eine Verpflichtung einig.

Milliardärs-Brüder zeigen RB die kalte Schulter

Doch die milliardenschweren Eigner von Como, der indonesische Unternehmer Robert Budi Hartono und sein im März gestorbener Bruder Michael Bambang Hartono, sahen überhaupt nicht ein, den Ex-Weltmeister ziehen zu lassen. Vom Leipziger Geld ließen sich die zusammen über 35 Milliarden Dollar schweren Brüder schon gar nicht locken. Und so gab es nach dem intensiven Frühlings-Flirt eben kein Ja-Wort von Fàbregas.

Leipzig entschied sich nach diversen weiteren Absagen – unter anderem Oliver Glasner, Roger Schmidt, Jacob Neestrup – für die x-te Lösung namens Ole Werner. Und der lieferte. Werner war nach einem massiven Umbruch sofort erfolgreich, formte Yan Diomande zu einem Star, der mit über 100 Millionen Euro Gewinn an Real Madrid verkauft werden konnte und führte Leipzig zurück in die Champions League.

Werner übererfüllte alle Vorgaben – und war Leipzig doch nicht gut genug. Der Eindruck entstand, dies läge an seinem nicht gerade weltmännischen Auftreten. Nach Druck von Klopp und Gomez musste Schäfer den Trainer freistellen, stattdessen wurde Martín Demichelis verpflichtet, um Leipzig auf das nächste Level zu heben. Der frühere Bayern-Star hatte River Plate in seiner argentinischen Heimat 2023 zum Titel geführt, beeindruckte in seiner Trainer-Vita aber ansonsten nicht mit Trophäen. Doch irgendwas sah man in ihm, vor allem eine höhere Intensität und mehr Flair sollte Demichelis der Mannschaft einimpfen.

Ernüchterung nach Bremen-Spiel

Nach zwei Liga-Spielen herrscht in Leipzig jedoch schon Katerstimmung. „Das war ein richtiger Denkzettel – vielleicht auch zur richtigen Zeit“, sagte Schäfer nach der überraschenden Niederlage bei Werder Bremen (1:3). Für Demichelis geht es nun vor allem darum, die richtigen Schlüsse zu ziehen. Seine Handschrift war nicht konstant zu erkennen, dafür die alten Leipziger Probleme: wenige Lösungen gegen tief stehende Gegner, zu langsamer und bisweilen leidenschaftsloser Fußball.

Prompt berichtete die „Bild“-Zeitung von internen Bedenken bei der Verpflichtung des 45-Jährigen. Der habe in seiner bisherigen Trainerlaufbahn bereits zu wenige Ideen im Ballbesitz gehabt, schon in der Vorbereitung sei das Thema auf den Tisch gekommen. Für viele Leipziger Fans, die den Rauswurf des beliebten Werner noch immer nicht verdaut haben, ist ein Auftritt wie der in Bremen die Bestätigung, dass der Trainerwechsel unnötig war.

Sofortige Reaktion nötig

Dafür kann Demichelis natürlich nichts. Doch er hat in Bremen auch falsche Entscheidungen getroffen. Er stellte Rückkehrer Christopher Nkunku ins Sturmzentrum. Doch der Franzose ließ sich aufgrund der schwachen Mittelfeldleistung oft fallen, fehlte dann aber als Abnehmer für Hereingaben vorn. Auch die Defensive wirkte enorm anfällig, Bremen kam zu oft zum Abschluss. „Unsere Boxbesetzung war nicht gut genug. Gegen einen sehr tief stehenden Gegner haben wir zu wenige Lösungen gefunden“, monierte Schäfer. Demichelis betonte, man müsse „die Fehler sofort korrigieren. Wir haben die Möglichkeit, am Donnerstag eine Reaktion zu zeigen.“

Diese muss auch vom Trainer kommen im nun durchaus pikanten Duell mit Leipzigs einstiger A-Lösung Fàbregas. Schließlich soll es eine Wiederholung der Leipziger Königsklassen-Offenbarung von vor zwei Jahren auf keinen Fall geben. Damals verlor man sieben der acht Spiele und verpasste die eingeplante K.-o.-Phase deutlich. Demichelis braucht einen Erfolg – vor allem zur Stärkung seiner eigenen Position.

Verwendete Quellen: ntv.de, Tom Bachmann, dpa

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