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Hat Bestseller-Potenzial : Neuer Kleinwagen ID.Polo erobert die Herzen der Volkswagen-Fans

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 10, 2026Keine Kommentare7 Minuten Lesezeit
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Hat Bestseller-Potenzial Neuer Kleinwagen ID.Polo erobert die Herzen der Volkswagen-Fans

10.09.2026, 08:21 Uhr Von Patrick Broich, Wien
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Der neue Volkswagen ID.Polo ist beim Kurvenräubern in seinem Element. Die Fahrwerker haben gute Arbeit geleistet und den Kleinwagen gleichzeitig agil, komfortabel und präzise gemacht. (Foto: Volkswagen)

Der neue ID.Polo scheint einen Nerv zu treffen. Obwohl sein Antrieb rein elektrisch ist, wird er als echter Volkswagen gefeiert. Doch woran liegt das eigentlich genau? ntv.de hat den Kleinwagen gefahren und nach Antworten gesucht.

Eigentlich sollte es ja kein besonderer Aufreger sein, wenn ein neuer Volkswagen auf den Markt kommt. Doch diesmal ist es anders. Diesmal steht dem Neuling ein Kurswechsel so himmelschreiend ins Gesicht geschrieben wie selten. Und ehrlich gesagt noch mehr ins Hinterteil. Ja, dieser (ID.)Polo ist elektrisch angetrieben. Rein elektrisch. Aber jede Wette, dass, wenn man eine Umfrage auf der Straße machen würde, die meisten Befragten gar nicht auf diese Idee kommen würden? Volkswagen scheint sich für den Moment vom Gedanken emanzipiert zu haben, dass alles Elektrische irgendwie abgedreht aussehen muss. So wie eben einst der ID.3, dem man seinen Antrieb optisch ansehen sollte. Das ist jetzt eben out.

Der ID.Polo sieht einfach konventionell aus. Aber eben wie ein klassischer Volkswagen – zwar nicht retro wie ein Renault 5, aber mit Designtugenden aus der Markengeschichte, wenn man so will. Und das hat Gestalter Andreas Mindt richtig gut hinbekommen. Wenn man so in die Reihe der säuberlich geparkten Polo-Testwagen blickt, assoziieren zumindest die mit der Marke hierzulande aufgewachsenen Menschen: Volkswagen. Ohne Wenn und Aber. Ein bisschen Golf II hier, etwas Polo 86 C dort. Und ein paar der sogenannten neumodischen „Easter Eggs“ spendierte das Team um Mindt dem neuen elektrischen Polo ebenfalls.

Bei geöffneter Vordertür erblickt das Auge einen in den Kunststoff des endenden Armaturenträgers eingravierten Polo samt Stadtkulisse. Und es geht weiter mit den Schrulligkeiten. Auf Knopfdruck erscheinen die Skalen für die gerade abgerufene Power sowie das Tempo ziemlich genau in jener grafischen Form, wie es schon Anfang der 1980er-Jahre bei Golf und Polo der Fall war. Das hat was.

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Der Kniff mit dem Türgriff in der C-Säule ist mittlerweile ein alter Hut. Und so richtig stimmig sieht er nicht einmal aus. (Foto: Volkswagen)

Interessant ist, dass dem ID.Polo das, was die Designer bisher als en vogue sowie futuristisch verkauft haben, abgeht. So ist er frei von irgendwelchen fancy anmutenden Spielereien wie berührungsempfindliche Silber für die Lautstärke oder vibrierend rückmeldende Schaltflächen. Alles ist klar strukturiert, man muss die Außenspiegel nicht per Touchscreen einstellen und auch nicht minutenlang nach Klimaeinstellungen suchen in irgendwelchen Menütiefen.

Den ID.Polo bedient man klassisch

Denn die Spiegel werden klassisch per physischem Schalter in der Tür angesteuert. Und für die Klimaautomatik ist es eine konventionelle Schalterreihe, deren Taster darüber hinaus auch noch richtig fein definiert klicken. Fast schon ein bisschen surreal in der heutigen Zeit. Klar, um einen großen Touchscreen kommt der ID.Polo ebenso wenig herum wie um eine mit KI aufgepimpten Sprachbedienung, soll er ja auch gar nicht. Die zahlreichen Assistenten auf diese Weise zu bedienen, ist total sinnvoll. Und das funktioniert intuitiv wie schnell. Gut gemacht.

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Die LED-Signatur im Polo-Heck dürfte Blicke anziehen. (Foto: Volkswagen)

Nicht weniger gut läuft es mit dem vielleicht einen Hauch zu groß geratenen Lenkrad. Die dort jetzt wieder installierten Drucktasten klicken so angenehm und präzise, dass man getrieben ist, ständig auf ihnen herumzuklimpern.

Und sonst so? Natürlich besitzt der ID.Polo auch einen Antrieb, und da dieser elektrisch ist, dürften sich in den kommenden Wochen und Monaten so manche Kunden umgewöhnen müssen, die nun erstmals Strom laden statt Sprit tanken. Denn allein statistisch betrachtet werden unter den vielen Bestellern auch Elektro-Newbies sein, die aktuell Lieferzeiten von etlichen Monaten erzeugen.

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Coole Idee, dem Volkswagen ID.Polo Retro-Instrumente zu verpassen. Wer sie nicht möchte, kann sie einfach ausschalten. (Foto: Volkswagen)

Dass die Wolfsburger zwei unterschiedliche Akkugrößen für den mit 4,05 Metern gar nicht mehr so kleinen Cityflitzer anbieten, hat sich mittlerweile auch schon herumgesprochen. Zu den Presse-Testfahrten treten freilich bloß die großen Packs mit 52 kWh an – schade eigentlich, denn ein kleiner Check der Realreichweite bei der Minimallösung wäre ja schön gewesen.

Richtig viel Reichweite darf man nicht erwarten

Doch auch die große Batterie lässt die Reichweite nicht gerade ausufern. Die hier absolvierten Fahrten vom Wiener Stadtgebiet Richtung Wienerwald und damit Niederösterreich erfolgen auf sämtlichen Straßenarten. Etwas Autobahn, Serpentinen mit Gefälleabschnitten, aber eben auch Steigung und natürlich einsame Landstraßen. Allzu bunt sollte man es hier mit dem Tempo nicht treiben, Knöllchen sind ja teuer. Maximal 130 Sachen auf den Fernstraßen sind erlaubt, und unter diesen gemischten Voraussetzungen hat der ID.Polo auf 160 Kilometern Strecke rund 16 kWh je 100 Kilometer genommen bei spätsommerlich milden Temperaturen. Heißt im Umkehrschluss, dass eine Akkuladung real nur für etwas mehr als 300 Kilometer langt.

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Zwar ist die Beinfreiheit hinten im elektrischen Polo nicht ausufernd, aber aushalten kann man es hier dennoch gut. (Foto: Volkswagen)

Macht ja alles nichts, bringt Volkswagen mit seiner kommunizierten Ladezeit zum Ausdruck. Der große Nickel-Kobalt-Mangan-Speicher soll sich binnen 24 Minuten von 10 auf 80 Prozent rampen lassen bei 105 kW maximaler Ladeleistung. Das ist jetzt nichts, womit mit der Langstreckenfahrer glücklich würde. Aber der ID.Polo ist ja primär auch keine Offerte zum Kilometerschrubben. Und wenn es dann doch mal zu einer langen Fahrt kommen, überlebt man das auch.

Dazu ist vielleicht die Information gar nicht so schlecht, dass man im Polo generell ganz gut überlebt. Nämlich mit einer Platzmenge, die auf der Reise keine langen Gesichter produziert und sogar passablen Sitzmöbeln. Und die sind optional auch noch per Stellmotor verschiebbar und kneten auf Wunsch die geschundenen Lenden der Passagiere durch. Außerdem beinhaltet der aktive Tempomat ab sofort auch eine Ampelerkennung. Klingt nach einer Prise Oberklassegefühl im Stadtauto.

Das Stadtauto macht Laune

Und wenn man so mit dem jüngsten Wolfsburger über den Asphalt wetzt, stellt man fest: Das macht richtig Laune. Jetzt wollten sich die gewieften Presseleute nicht nehmen lassen, den Journalisten insbesondere die 211-PS-Varianten vorzusetzen – also brachten sie erst gar keine anderen Konfigurationen mit. Und natürlich hat der Fronttriebler in dieser Konstellation Druck; seine APP290-Permanentmagnet-Synchronmaschine fetzt den 1,6-Tonner innerhalb von 7,1 Sekunden auf Tempo 100, dafür hätte man früher schon einen ernst zu nehmenden Sportwagen bemühen müssen.

Aber jetzt kommt die schöne Wendung: Das zweitstärkste ID.Polo-Modell ist gar kein ruppiger Haudegen, sondern verfügt über sauber abgestimmte Dämpfer mit der Fähigkeit, die Effekte schlechter Straßen wirkungsvoll aus der Passagierzelle zu halten. So wirkt der Polo recht entkoppelt, hat zudem etwas Geschmeidiges an sich. Andererseits mutet die Lenkung ziemlich präzise an, was den Niedersachsen fahraktiv macht. Unter dem Strich entsteht ein harmonisches Gesamtpaket, das in dieser Liga nicht so einfach nachzuahmen ist von den meisten Wettbewerbern. Ehrlich gesagt würde sich der Kleinwagen gar nicht so schlecht machen auf einer längeren Urlaubsfahrt. Voraussetzt, man kommt mit 441 Litern Kofferraumvolumen hin.

Zum Schluss noch ein Blick auf die Preise. Wer wirklich bloß kurze Strecken zu bewältigen hat, kommt auch mit der Basis aus und muss die Rechnung nicht auf über 40.000 Euro aufblasen, was ebenfalls möglich ist. Diese verfügt über einen 37 kWh großen Lithium-Eisenphosphat-Akku und bringt 116 PS auf den Asphalt. Nach gemittelter WLTP-Manier soll der Stromvorrat für 308 Kilometer reichen. Von 10 auf 80 Prozent soll es binnen 23 Minuten gehen. Das wäre mehr als okay. Hier ist man ab 24.995 Euro dabei. Das ist kein Pappenstiel, aber dafür gibt es Qualität und Tradition als Features, die man in dieser Form nicht bei jedem Wettbewerber erlebt.

Erfolgreich ist der ID.Polo bereits: Die Bestelleingänge in Deutschland liegen laut Volkswagen deutlich über den Erwartungen.

Quelle: ntv.de

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Dr. Heinrich Krämer
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