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Studie aus Großbritannien: „Sehr heiße“ Getränke verdreifachen womöglich Risiko von Speiseröhrenkrebs

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 10, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Studie aus Großbritannien„Sehr heiße“ Getränke verdreifachen womöglich Risiko von Speiseröhrenkrebs

Sehr heiße Getränke mit einer Temperatur von mehr als 65 Grad Celsius gelten als riskant. (Foto: picture alliance / FoodCollection)

Eine Studie aus Großbritannien bestärkt einen bekannten Verdacht: Zu heiß konsumierte Getränke erhöhen womöglich das Risiko, an Speiseröhrenkrebs zu erkranken. Allerdings sehen Experten die weit größere Gefahr bei anderen Ursachen.

An heißem Tee kann man sich schon mal den Gaumen verbrennen. Dass zu heiß getrunkene Getränke auch deutlich ernstere Folgen haben könnten, legt nun eine Studie aus dem Vereinigten Königreich nahe. Demnach haben Menschen, die angaben, „sehr heiße“ oder „heiße“ Getränke zu trinken, möglicherweise ein höheres Risiko, an Speiseröhrenkrebs zu erkranken.

Die neue Studie der Universität Oxford zeigt einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Genuss von heißen Getränken und einer speziellen Speiseröhrenkrebsart, dem sogenannten Plattenepithelkarzinom. Laut den Forschern wird damit auch in einem Land mit westlicher Trinkkultur bestätigt, was aus anderen Regionen der Erde bereits bekannt war.

„Internationale Forschungsergebnisse zeigen schon seit einiger Zeit, dass der Verzehr von Getränken wie Mate bei sehr hohen Temperaturen, wie es in Südamerika üblich ist, mit einem erhöhten Risiko für bestimmte Formen von Speiseröhrenkrebs verbunden ist“, erklärt Studienleiterin Keren Papier laut einer Mitteilung der Wohltätigkeitsorganisation Cancer Research UK, die die Studie finanziert hat. „Weniger klar war bisher, ob dies auch für die Temperaturen gilt, bei denen heiße Getränke in westlichen Bevölkerungsgruppen üblicherweise konsumiert werden.“

„Sehr heiße“ Getränke mit erhöhtem Risiko

Das Forschungsteam hatte für seine Studie, die im Fachmagazin „International Journal of Cancer“ veröffentlicht wurde, Daten von fast einer Million erwachsener Briten analysiert. Die Teilnehmer hatten unter anderem angegeben, ob sie heiße Getränke „sehr heiß“, „heiß“ oder „warm“ tranken. Anschließend verfolgten die Forscher die Gesundheitsakten der Teilnehmer über einen Zeitraum von mehr als 10 Jahren.

Im Vergleich zu Personen, die angaben, ihre Getränke „warm“ zu trinken, stellten die Forscher fest, dass diejenigen, die ihre Getränke „heiß“ bevorzugten, ein fast doppelt so hohes Risiko für Plattenepithelkarzinome der Speiseröhre hatten. Für diejenigen, die ihre Getränke „sehr heiß“ tranken, war das Risiko sogar dreimal so hoch.

Aber selbst wenn das Risiko für Speiseröhrenkrebs durch heiße Getränke steigt, bleibt es insgesamt immer noch recht gering, betonen die Forscher: Im Vereinigten Königreich gibt es pro Jahr rund 15 Fälle pro 100.000 Einwohner, womit das Land im europäischen Vergleich Spitzenreiter ist. In Deutschland gibt es mit knapp 8 pro 100.000 Einwohner nur etwa halb so viele Fälle. Laut dem Zentrum für Krebsregisterdaten (ZfK) machen etwa 42 Prozent aller Speiseröhrenkrebs-Fälle hierzulande das Plattenepithelkarzinom aus.

Alkohol und Tabak sind die größten Risiken

Auch sagt die Studie nichts darüber aus, ob speziell der Konsum von Tee und Kaffee das Krebsrisiko erhöht – erfasst wurden alle Arten von Getränken, die heiß konsumiert werden können. Die Forscher konnten zudem keine Aussage über konkrete Temperaturen treffen, ab denen es riskant wird. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) schätzt jedoch den Konsum sehr heißer Getränke (über 65 Grad Celsius) als „wahrscheinlich krebserregend“ für den Menschen ein. Dies liege wahrscheinlich über dem Wert, bei dem Tee oder Kaffee in Großbritannien üblicherweise getrunken wird, heißt es in der Mitteilung von Cancer Research UK.

Laut den Forschern bleibt zudem unklar, wie genau höhere Getränketemperaturen das Risiko für Speiseröhrenkrebs beeinflussen könnten. Bislang würden die Erkenntnisse darauf hindeuten, dass heiße Getränke die Schleimhaut der Speiseröhre schädigen können. Im Laufe der Zeit könnte dies das Krebsrisiko erhöhen.

Experten betonen, dass das Risiko, an Speiseröhrenkrebs zu erkranken, von vielen Faktoren abhängen kann. Laut ZfK zählen zu den wichtigsten Risikofaktoren für das Plattenepithelkarzinom in der Speiseröhre Tabak- und Alkoholkonsum. „Mit zunehmender Menge des täglich getrunkenen Alkohols steigt das Krebsrisiko“, heißt es dort. Kommen Tabak und Alkohol zusammen, verstärke sich der schädliche Effekt.

Quelle: ntv.de

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