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Startseite»Betrugsmaschen»AfD bei 33 Prozent? Umfragegrafik stammt von Grok
Betrugsmaschen

AfD bei 33 Prozent? Umfragegrafik stammt von Grok

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 17, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Auf X kursiert eine Grafik zur Sonntagsfrage. So heißen Umfragen, die zeigen, wie Deutschland wählen würde, wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre. Laut dieser Grafik kommt die AfD auf 33 Prozent, die Union nur auf 19,5 Prozent. Als Quelle steht dort „OSTA für BILD“. Am 13. September teilte jemand das Bild mit dem Satz „Endlich! 33%“, auf unserem Screenshot wurde der Beitrag mehr als 56.000 Mal angezeigt.

Die Umfrage ist nicht echt. Die Grafik wurde mit Grok erstellt, dem KI-Programm der Plattform X. Drei Dinge zeigen das: Das Institut gibt es nicht, die Zahlen passen nicht, und unter einem älteren Beitrag steht ein klarer Hinweis auf die KI.

X-Beitrag mit dem Text „Endlich! 33%“ und einer Balkengrafik „Sonntagsfrage Bundestagswahl, 13.09.2026, OSTA für BILD“, in der die AfD bei 33 Prozent liegt.
Der geteilte Beitrag – ohne Hinweis auf KI. Name und Profilbild haben wir unkenntlich gemacht. Screenshot: Mimikama

Wer ist OSTA?

Umfragen zur Bundestagswahl machen bekannte Firmen, etwa Forsa, INSA, YouGov oder Infratest dimap. Die Webseite wahlrecht.de sammelt ihre Ergebnisse. Eine Firma namens OSTA steht dort nicht. Auch im Internet fanden weder die Deutsche Presse-Agentur dpa noch wir ein solches Institut. Dazu kommt: Die Umfragen für „Bild“ macht normalerweise INSA.

Die Zahlen passen nicht

Echte Umfragen aus den Wochen davor sehen anders aus. Zwischen 18. August und 12. September 2026 lag die AfD dort bei 27 bis 29 Prozent, die Union bei 20 bis 22,5 Prozent. In der Grafik ist die AfD also deutlich stärker und die Union schwächer als in allen echten Umfragen.

Die KI-Grafik und die echten Umfragen

Echte Werte: Umfragen bekannter Institute, veröffentlicht zwischen 18.08. und 12.09.2026 (laut wahlrecht.de, Stand 14.09.2026).

Einige Werte wirken dagegen ganz normal, etwa bei SPD und Grünen. Genau das macht die Grafik glaubwürdig. Wäre jede Zahl völlig daneben, würde sie kaum jemand teilen.

Der Hinweis unter dem Bild

Die dpa hat nach dem Bild gesucht und einen älteren Beitrag auf X gefunden. Er zeigt genau dieselbe Grafik. Darunter steht klein: „Erstellt mit Grok Imagine“. Der Text dazu klingt spöttisch, dort heißt es etwa, eine Grenze bei 29 Prozent sei „aufgehoben“ worden.

Älterer X-Beitrag mit derselben Balkengrafik. Unter dem Bild ist der Hinweis „Erstellt mit Grok Imagine“ rot umrahmt und mit einem Pfeil markiert.
Der ältere Beitrag. Markiert: der KI-Hinweis unter dem Bild. Name und Profilbild haben wir unkenntlich gemacht. Screenshot: Mimikama

So verschwand der KI-Hinweis

13. September, ca. 08:58 Uhr

Die Grafik erscheint auf X. Darunter steht: „Erstellt mit Grok Imagine“.

13. September, 11:16 Uhr

Ein anderes Konto teilt dieselbe Grafik mit „Endlich! 33%“. Der KI-Hinweis fehlt.

Mimikama-Club - Communitybereich fuer Steady-Unterstuetzer:innen

14. September

Die dpa prüft die Grafik: Die Umfrage ist nicht echt.

Warum der Hinweis fehlt, ist schnell erklärt. Er steht nicht in der Grafik selbst, sondern nur unter dem Beitrag. Wer das Bild speichert und neu hochlädt, nimmt ihn nicht mit.

Scherz oder ernst gemeint?

Ob die Grafik als Scherz gedacht war, wissen wir nicht. Ob die Person, die sie später teilte, die Zahlen geglaubt hat, wissen wir auch nicht. Wir unterstellen deshalb niemandem etwas. Klar ist nur: Ohne den Hinweis sieht die Grafik aus wie eine echte Umfrage – und so kann sie auch weitergeteilt werden.

Zum Mitnehmen

Drei Fragen bei jeder Umfragegrafik

  • Gibt es das Institut?Echte Umfragen findet man zum Beispiel auf wahlrecht.de.
  • Wie viele Menschen wurden befragt?Echte Umfragen sagen das. Diese Grafik nennt nur ein Datum.
  • Passt die Zahl zu anderen Umfragen?Weicht eine Umfrage weit von allen anderen ab, lieber skeptisch sein.
Tom Wannenmacher bei Mimikama, engagiert in der Aufklärung.

Tom Wannenmacher

Tom Wannenmacher ist Gründer und Chefredakteur von Mimikama, Österreichs führender Faktencheck-Organisation. Seit 2011 kämpft er gegen Desinformation und Internetbetrug.

Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise) Welche Quellen wir verwenden und was für uns kein Beleg ist, steht auf unserer Quellenseite.

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Dr. Heinrich Krämer
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