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Gewerkschaft sieht Ziel verfehlt: Studie: Gastronomie-Steuersenkung kommt bei Gästen nicht an

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 17, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Gewerkschaft sieht Ziel verfehltStudie: Gastronomie-Steuersenkung kommt bei Gästen nicht an

Laut einer Studie blieben 91 Prozent der Preise für die untersuchten Gerichte unverändert, 8 Prozent wurden teurer und nur 1 Prozent wurde günstiger. (Foto: picture alliance/Shotshop | Monkey Business 2)

Für Speisen in Restaurants und Cafés ist seit Januar ein ermäßigter Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent fällig. Mit der Maßnahme wollte die Regierung auch Gäste entlasten. Doch für sie bleiben die Preise überwiegend unverändert – und auch in der Belegschaft nimmt der Frust zu.

Die vier Milliarden Euro schwere Mehrwertsteuersenkung für die Gastronomie hat nach Ansicht der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) ihr Ziel verfehlt. Obwohl die Bundesregierung damit auch die Gäste entlasten wollte, wurde nur rund ein Prozent von mehr als 180.000 untersuchten Gerichten günstiger, wie aus einer Preisstudie und einer bundesweiten Beschäftigtenbefragung der NGG hervorgeht. Demnach nimmt zugleich der Frust beim Personal zu. Bereits 71 Prozent hätten darüber nachgedacht, die Branche zu verlassen. Der NGG-Vorsitzende Guido Zeitler zog eine ernüchternde Bilanz: „Tatsächlich ist davon nichts bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern angekommen.“ Kritisch sei zudem, dass auch die Beschäftigten bisher nicht vom Steuergeschenk profitiert hätten.

Zeitler forderte einen Kurswechsel: „Wer Fachkräfte gewinnen und halten will, muss bessere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen bieten, statt den Acht-Stunden-Tag infrage zu stellen.“ Die Gewerkschaft sieht die Arbeitgeber in der Pflicht und will den Druck in den laufenden Tarifverhandlungen mit dem Deutschen Hotellerie- und Gastronomieverband (DEHOGA) erhöhen. Die NGG erlebe dort eine große Blockadehaltung bei Lohnerhöhungen, sagte Zeitler.

Fast keine Preissenkung

Laut der Studie von wmp consult im Auftrag der NGG blieben 91 Prozent der Preise für die untersuchten Gerichte in über 12.000 Restaurants unverändert. Rund acht Prozent der Gerichte verteuerten sich sogar, während nur ein Prozent günstiger wurde. Besonders häufig verteuerten sich Bowls (14 Prozent), Schnitzel (11 Prozent) und Steaks (10 Prozent). Im Durchschnitt stiegen die Preise um 0,5 Prozent. In Hamburg und Bremen sowie in den meisten westlichen Bundesländern gab es laut Studie im Schnitt mehr Preissteigerungen als im Osten.

Die Koalition von Union und SPD hatte die Mehrwertsteuer für Speisen Anfang 2026 dauerhaft von 19 Prozent auf den ermäßigten Satz von sieben Prozent gesenkt – und damit jahrelange Forderungen der Branchen-Lobby erfüllt. Im Gesetzentwurf dazu hieß es, die Weitergabe an Konsumenten sei ebenso möglich wie zusätzliche Investitionen der Betriebe. „Bei vollständiger Weitergabe der Steuerentlastung an die Verbraucherinnen und Verbraucher hätten die Endpreise rechnerisch um rund zehn Prozent sinken können“, teilte die NGG mit.

Die Befragung unter mehr als 2000 Beschäftigten zeichnet laut NGG das Bild einer Branche am Limit. Fast jede zweite befragte Person arbeitet demnach regelmäßig acht bis zehn Stunden täglich, drei Viertel können sich nach der Arbeit nicht ausreichend erholen. 79 Prozent berichten demnach von kurzfristigen Dienstplanänderungen, die das Vereinbaren von Beruf, Familie und Privatleben erschweren. Vor diesem Hintergrund sprechen sich 96 Prozent der Befragten für eine Begrenzung der täglichen Höchstarbeitszeit aus. „Die Beschäftigten dürfen nicht länger die Zeche für Personalmangel und Arbeitsverdichtung zahlen“, sagte Mark Baumeister, NGG-Referatsleiter für das Gastgewerbe.

Quelle: ntv.de, nbr/rts

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