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Startseite»Nachrichten»Oetker geht essen: All-Inclusive, but make it lecker
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Oetker geht essen: All-Inclusive, but make it lecker

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 17, 2026Keine Kommentare5 Minuten Lesezeit
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Oetker geht essenAll-Inclusive, but make it lecker

17.09.2026, 18:05 Uhr Von Alexander Oetker
Frische Chicken Kebab
Immer frisch, immer köstlich, das muss man für so viele Gäste erstmal schaffen. (Foto: S. Korge-Oetker)

Die Hauptsaison ist vorüber – die großen Ferienclubs am Mittelmeer sehen endlich den ruhigeren Nachsaison-Zeiten entgegen. Zeit für eine Bilanz. Wie lässt es sich 2026 in einem riesigen All-Inclusive-Resort urlauben – und vor allem: Kann man für fast zweitausend Gäste so kochen, dass es wirklich schmeckt?

677 Zimmer, acht Pools, sechzehn Wasserrutschen, über tausend Liegen und Sonnenschirme, ein riesiges Amphitheater, mehrere Bars, Restaurants und sehr, sehr viele Gäste – ein Urlaubsidyll sieht wahrlich anders aus.

Aber das Calimera Serra ist nun mal die Ferienrealität wahnsinnig vieler Menschen, und deshalb stellte sich mir die Frage: Wie gut kann man wohl kochen für fast 2000 Gäste, die rund 100 Euro pro Person und Nacht bezahlen. Wenn man all die Kosten abzieht für die Poolboys, die Rettungsschwimmer, all die Klimaanlagen, die Zimmermädchen und die überaus freundlichen Rezeptionisten, für die Animateure und all den Wodka und die Cuba Libre, die sich hier manche schon um kurz nach elf Uhr – also ein paar Minuten nach Frühstücksende – hinter die Binde gießen?

Die Antwort ist erstaunlich: Es funktioniert. Sehr gut sogar. Das Hotel an der türkischen Riviera liegt etwa eine Stunde östlich von Antalya und gehört der deutschen DERTOUR, die wiederum ein Teil der REWE-Group ist – und hier scheinbar ein sehr strenges Auge auf die Qualität der Produkte und der Sauberkeit legt, denn beides ist in unserem Test beispielhaft.

Salate und Desserts top

Dessert L Korge
Das Dessertbuffet lässt kaum Wünsche offen. (Foto: S. Korge-Oetker)

Beginnen wir einmal mit dem klassischen Lunch-Buffet, das sich in einem sehr weitläufigen Saal im Erdgeschoss des Hotels befindet: An einem ganz gewöhnlichen Dienstag kann ich hier allein am Salat-Buffet eine vielfältige Auswahl vorfinden, wie ich es selten erlebt habe: Es gibt sage und schreibe 58 verschiedene Salate, die schon vorbereitet sind, dazu aber auch noch alle einzelnen Elemente, also Salate, Tomaten, Gurken, Karotten, Zucchini und Co., und zwar allesamt in überbordend guter Qualität. Nicht an einem der vielen Urlaubstage finde ich hier ein schlechtes Salatblatt und nicht einmal eine unreife Tomate. Stattdessen gibt es echte Entdeckungen: So wie die lupenrein frischen Flusskrebse, die hier zu tausenden serviert werden.

Ähnliches wiederholt sich am Dessertbuffet: Es gibt dutzende Kreationen von Süßspeisen, kleinen Törtchen, verspielten Arrangements, die zum Teil so liebevoll aussehen, als wäre der Gast in einer Pariser Patîsserie gelandet. Wie diese Detailverliebtheit für fast zweitausend Gäste funktioniert, bleibt das Geheimnis des Küchenteams.

Bei den Hauptspeisen wird großer Wert auf Regionalität gelegt – das ist ein riesiger Pluspunkt, weil sich die türkische Küche hier in all ihrem patriotischen Stolz findet – eine Abkehr vom Schnitzel-Kult vergangener Tage, wo man in All-Inclusive-Resorts eigentlich niemals spüren konnte, in welchem Land man eigentlich gerade Urlaub machte.

Hier gibt es elegant auf osmanischen Pfannen angerichtet rustikale türkische Spezialitäten, Gemüseaufläufe mit Artischocken und Okra, spannend-scharfe Mangoldpfannen. Am Strand bereiten zwei ältere Frauen Tag für Tag frisch und jedem Gast einzeln Gözleme zu, die türkischen Pfannkuchen, die auf einer heißen Platte gebacken werden.

Auch Live-Cooking gibt es an jedem Mittag – mit gegrillten Burgern und Hähnchen-Kebab. Und wieder setzt sich die Frische und Qualität fort: Das Fleisch schmeckt hinreißend, frisch, saftig, würzig, der Salat und die Saucen sind absolut frisch.

Freundlich, sauber, perfekt auf Gastgeberseite

Der positive Eindruck setzt sich bei der Sauberkeit fort: Nicht nur während der Mahlzeiten wischt ständig jemand vom äußerst freundlichen Service Tische und Buffets ab, danach wird hier geschrubbt und gewienert, was das Zeug hält. Das prüfe ich auch in der Nacht – und finde selbst an der Poolbar lupenreine Edelstahlflächen vor. Sogar die Behälter, in denen sich am Tage diese schrecklichen bunten Slushy-Getränke für Kinder befinden, sind ordentlich geleert, ausgewaschen und getrocknet worden, an jedem einzelnen Tag. Beispielhaft ist das – und hinterlässt ein sehr gutes Gefühl im Urlaub in Ländern, in denen manche Gäste schon ganz andere Dinge erlebt haben, Magen-Darm-Verstimmungen inklusive.

Am Abend gibt es zudem drei verschiedene à-la-Carte-Restaurants: Türkisch, italienisch und ein Spezialitätenrestaurant für Fischgerichte. Auch hier endet der Test zur vollen Zufriedenheit. Die Großküche des Hotels vermag es nicht nur, all die Buffets zusammenzustellen und stets frisch und warm zu halten, ohne dass die Gerichte aufgewärmt schmecken. Hier kann sogar à la minute auf Tellern serviert werden – wie im italienischen Restaurant, wo es zuerst kleine, hübsch angerichtete Salate und Antipasti gibt, hernach ein Tris de Pasta mit verschiedenen Nudelsorten und Saucen und schließlich ein Ossobuco an einem gefälligen Risotto mit Austernpilzen. Ein Genuss mit überaus freundlichem Service – überhaupt wirken die Kellner und Servicekräfte im Haus auch bei größtem Andrang stets freundlich und nicht überfordert – dabei sind einige Gäste durchaus herausfordernd.

Denn auch das gehört zum Fazit nach zehn Tagen All-Inclusive: Die Zustände am Buffet und an den Bars sind besser geworden seit einigen Jahren, sicher auch dank der Abnehmspritze und dem allgemeinen Gesundheitswahn. Doch immer noch finden sich sowohl Gäste, die sich schon morgens um neun den Wodka auf Eis schmecken lassen und damit bis zum frühen Abend nicht mehr aufhören – und es gibt auch jene, die sich am Morgen beim Frühstück elf Pancakes auf den Teller donnern, um dann neun unangerührt vom Kellner wieder mitnehmen zu lassen.

Ja, auch Sozialstudien lassen sich in so einer Urlaubsherberge bis heute durchführen. Sollten da auch noch die letzten zur Besinnung kommen und sich nicht mehr ganz so sehr danebenbenehmen, um wie viel besser könnte dann die Kalkulation im Calimera Serra sein, wie viel mehr könnte noch in gute Produkte investiert werden, wenn sicher wäre, dass kein Gast mehr etwas verschwendet? Immerhin: Die Richtung stimmt schon einmal – und bei der Buchung in diesem Haus kann jedem Gast, auch dem kulinarisch versierten – klar sein: All-Inclusive kann schmecken, sogar an der türkischen Riviera.

Quelle: ntv.de

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