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Startseite»Betrugsmaschen»Falsche Bankmitarbeiter: knapp 200.000 Euro Schaden
Betrugsmaschen

Falsche Bankmitarbeiter: knapp 200.000 Euro Schaden

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 18, 2026Keine Kommentare5 Minuten Lesezeit
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Stand: 17. September 2026

Eine Seniorin aus Langen in Hessen hat knapp 200.000 Euro verloren. Das ist am vergangenen Wochenende passiert. Betrüger haben sich als Mitarbeiter ihrer Bank ausgegeben und behauptet, ihr Konto sei gehackt worden. Das Besondere an dem Fall: Die Betrüger haben nicht nur angerufen. Vorher kamen auch Nachrichten und E-Mails.

Kurz gesagt

Das Wichtigste in drei Punkten

Erst kamen Nachrichten und E-Mails, dann zwei Anrufe von falschen Bankmitarbeitern. Am Ende hat die Frau mehrmals Geld überwiesen – an die Täter.

Sagen Sie PIN, TAN oder Passwort nie am Telefon. Egal, wer anruft.

Im Zweifel: auflegen. Dann selbst bei der Bank anrufen.

Was über den Fall bekannt ist

Das Polizeipräsidium Südosthessen hat den Fall am 17. September 2026 gemeldet. Die Grafik zeigt, wie die Täter laut Polizei vorgegangen sind. Die Kriminalpolizei ermittelt. Wer die Täter sind, ist noch nicht bekannt.

Vier Schritte bis zum Schaden

So beschreibt die Polizei den Fall in Langen.

1

Nachrichten und E-Mails

Die Frau bekommt mehrere Nachrichten aufs Handy und E-Mails.

2

Zwei Anrufe

Falsche Bankmitarbeiter rufen an. Sie behaupten, das Konto sei gehackt worden.

3

Angeblicher Schutz

Sie sagen, sie wollen das Konto schützen. So bekommen sie vertrauliche Daten der Frau.

4

Überweisungen

Die Frau überweist mehrmals Geld. Das Konto gehört den Tätern.

Schaden: knapp 200.000 Euro

Quelle: Polizeipräsidium Südosthessen, 17. September 2026. Nicht bekannt ist: was in den Nachrichten stand, welche Daten die Frau genannt hat, wann genau überwiesen wurde und ob beim Anruf eine falsche Nummer angezeigt wurde.

Warum der Anruf so echt wirkt

Was die Frau in Langen gedacht hat, wissen wir nicht. Aber wir können erklären, wie diese Masche funktioniert. Stellen Sie sich vor, Sie bekommen eine Nachricht: Mit Ihrem Konto stimmt etwas nicht. Kurz danach ruft jemand an und sagt, er sei von Ihrer Bank. Der Anruf passt genau zur Nachricht. Deshalb wirkt er echt.

Genau das ist der Trick. Nachricht und Anruf können von denselben Betrügern kommen. Eine Lüge wird nicht wahr, nur weil sie per SMS, E-Mail und Telefon kommt.

Was die Betrüger sagen – und was dahintersteckt

Die Sätze klingen nach Hilfe. Sie sollen aber etwas anderes erreichen.

Das sagen sie„Ihr Konto wurde gehackt.“

Das steckt dahinterDer Satz macht Angst. Wer Angst hat, handelt schnell und denkt weniger nach.

Das sagen sie„Wir müssen Ihr Konto schützen.“

Das steckt dahinterSo fragen sie nach geheimen Daten. Die würden Sie sonst niemandem sagen.

Das sagen sie„Überweisen Sie das Geld, dann ist es sicher.“

Das steckt dahinterDas Geld ist dann nicht sicher. Es ist weg – bei den Betrügern.

Die ersten zwei Sätze geben wieder, was die Polizei über Langen berichtet. Den dritten Satz verwenden Betrüger bei dieser Masche oft. Was die Täter in Langen zur Überweisung gesagt haben, steht nicht in der Polizeimeldung.

Echte Banken schützen Ihr Geld nicht, indem Sie es auf ein anderes Konto überweisen.

So schützen Sie sich

Die Polizei gibt klare Tipps. Sagen Sie PIN, TAN oder Passwort niemals am Telefon. Die TAN ist der Code, mit dem Sie eine Überweisung bestätigen. Überweisen Sie kein Geld, nur weil ein Anrufer das verlangt. Das gilt auch, wenn er sagt, er sei von der Bank oder von der Polizei. Klicken Sie nicht auf Links in seltsamen SMS oder E-Mails.

Wenn Sie unsicher sind: Legen Sie auf. Das ist nicht unhöflich. Rufen Sie dann selbst bei Ihrer Bank an. Nehmen Sie aber nicht die Nummer aus der SMS oder E-Mail. Auch die Nummer auf dem Display kann gefälscht sein. Die richtige Nummer steht zum Beispiel auf Ihrer Bankkarte oder in Briefen Ihrer Bank.

Wenn es schon passiert ist

Haben Sie schon Geld überwiesen oder Daten genannt? Dann melden Sie sich sofort bei Ihrer Bank und bei der Polizei. Je schneller die Bank Bescheid weiß, desto eher kann sie handeln. Sie kann zum Beispiel Ihre Zugänge sperren. Ob das Geld zurückkommt, ist aber nicht sicher.

Mimikama-Club - Communitybereich fuer Steady-Unterstuetzer:innen

Schämen müssen Sie sich nicht. Diese Masche ist so gebaut, dass auch vorsichtige Menschen darauf hereinfallen. Was Sie jetzt tun können und wer in Österreich, Deutschland und der Schweiz hilft, zeigt unser Mimikama-Notfall-Check.

Nicht nur ein Thema für Ältere

In Langen war das Opfer eine ältere Frau. Das heißt aber nicht, dass nur ältere Menschen betroffen sein können. Der Trick arbeitet mit Angst und Zeitdruck, und das kennt jeder.

Trotzdem hilft es, mit Eltern und Großeltern über diese Masche zu reden. Die Polizei rät, sich bei Unsicherheit Hilfe von Angehörigen oder einer Vertrauensperson zu holen. Eine einfache Abmachung kann viel bewirken: „Wenn jemand wegen Geld anruft, rufst du zuerst mich an.“ Wer nicht selbst aufgeregt ist, erkennt einen Betrug oft schneller.

Zum Mitnehmen

Drei Fragen, bevor Geld Ihr Konto verlässt

Soll ich schnell handeln?Eile ist ein Warnzeichen. Was echt ist, hat Zeit für einen Rückruf.

Soll mein Geld auf ein anderes Konto?Dann stimmt etwas nicht.

Soll ich einen Code oder ein Passwort sagen?Dann ist das Gespräch vorbei.

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Dr. Heinrich Krämer
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