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Ziemlich viel Auto für wenig Geld: Günstige Grundmodelle von Fiat Grande Panda und 600 überzeugen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 18, 2026Keine Kommentare6 Minuten Lesezeit
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Ziemlich viel Auto für wenig GeldGünstige Grundmodelle von Fiat Grande Panda und 600 überzeugen

18.09.2026, 07:43 Uhr Von Patrick Broich, Mainz
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Eine Knutschkugel in etwas größer ist der Ableger 600 ganz im Sinne der Fiat-500-Tradition. (Foto: Fiat)

Die nachgelieferten Grundmodelle von Fiat Grande Panda und 600 bieten automobile Grundwerte zu einem erschwinglichen Kurs. Sie sind außerdem ziemlich unelektrisch und manuell. Damit stehen sie dem großen allgemeinen Trend entgegen. Kann das verfangen? 

Es ist nicht lange her, da war das Schaltgetriebe hier bei ntv.de Thema – allerdings im Kontext mit dem Highend-Modell BMW M3. In den sportlichen Speerspitzen sind Schaltgetriebe begehrt. Bei den erschwinglichen Grundmodellen hingegen waren sie bisher Kostensenker. Ob das inzwischen immer noch so ist, sei dahingestellt. Dennoch wird bei Fiat am unteren Ende der Fahnenstange, also bei Grande Panda und 600, manuell geschaltet. Und es gibt bei den Einsteigern weder Automatisierung noch Hybridisierung. Sowohl Grande Panda wie 600 werden auf Wunsch schlicht durch einen 1,2 Liter großen Dreizylinder-Benziner mit 100 PS angetrieben. Nicht mehr und nicht weniger.

Und so können die Italiener die beiden Basisvertreter ihrer Modellbaureihen relativ günstig anbieten. Wobei, die Zeiten, als Neuwagen noch zu vierstelligen Euro-Werten losgeschlagen wurden, sind vorbei. So freut man sich schon über die 19.990 Euro des Grande Panda – immerhin noch die Eins davor. Der größere 600 dagegen rangiert mit 24.490 Euro bereits auf Volkswagen-ID-Polo-Level. Ein richtiges Sonderangebot ist das eigentlich nicht mehr.

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Zusammen mit der coolen Farbe Acqua Blau wirkt die futuristische Grande-Panda-Front noch attraktiver. (Foto: Fiat)

Stichwort günstig: Hier werden die europäischen Hersteller mittlerweile von den Chinesen in die Ecke gedrängt, die wiederum mit Dumpingpreisen auf Kundenfang geben. Dafür werfen die Italiener ein ganz anderes Pfund in die Waagschale. Es ist ja gerade bei Fiat kein Zufall, dass die Preislisten von Grande Panda und 600 voller bunter historischer Motive samt der Vorläufer-Modelle sind. „Wir können Autos bauen!“, so lautet wohl die Botschaft. Und es stimmt ja auch, jahrzehntelange Erfahrung lässt sich selbst durch Fleiß und Know-how kaum ausgleichen. Witzig daran – bei Sport- und Luxusautos insbesondere deutscher Labels geht die Rechnung sehr wohl auf, doch bei italienischen Budget-Autos?

Innenraum fein gemacht

Na ja, Interieur-Gestaltung können die Südeuropäer schon. Armaturen mit coolen Dekorelementen, peppiges Polsterdesign oder Türverkleidungen mit flächig eingraviertem Fiat-Schriftzug sind Features, die albern klingen mögen – aber flippig-stylish sieht das definitiv aus und wirkt gekonnt. Ebenso wie das aufgebrachte Wackelbild im Bereich der C-Säule beim Grande Panda. Je nach Blickwinkel changiert es zwischen der neuen Fiat-Schrift sowie dem historischen Vierstreifen-Logo. Alles Kleinigkeiten, mit denen der Hersteller seine Tradition untermauert. Das ist schon fein. Wunderbar, kann man jetzt sagen, doch vermag der Grande Panda auch mit seinen Eigenschaften zu überzeugen?

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Auch innen wirkt der Basis-Fiat fetzig und poppig. Kein Wunder, dass er so beliebt ist. (Foto: Fiat)

Mit 100 Turbo-PS plus leichtgängigem Schaltgetriebe klingt der Antriebsstrang munterer, als er in Wirklichkeit ist. Es reicht natürlich zum Mitschwimmen im Straßenverkehr, aber Steigungen spürt man schon, bevor sie überhaupt zu sehen sind. Ansonsten lässt sich der Kleine schon auch im Alltag handhaben, bietet annehmbare Platzverhältnisse – sogar im Fond dank 2,54 Metern Radstand. Ganz winzig ist der Kleinwagen ja auch gar nicht mit vier Metern, obwohl er so schön verspielt-zierlich wirkt.

Beachtlich fällt sein Kofferraumvolumen mit 412 Litern aus. Klappt man die Rücksitzlehnen um, wächst die Mitnahmefähigkeit auf knapp 1400 Litern. Das ist mal eine Ansage.

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Simpel, aber aufgeräumt und halbwegs geräumig geht es im Fiat 600 zu. (Foto: Fiat)

Grande Panda praktischer als vermutet

Das ist gar mehr als beim gefühlt größeren Bruder Fiat 600, der mit 1256 Litern über 100 Liter weniger Gepäckraumvolumen bietet, obwohl er mit 4,18 Metern das längere Auto ist. Aber hier täuscht die clevere Karosserieform des Granda Panda. Denn der misst 1,58 Meter in der Höhe, was viel Raum schafft, während der nach SUV aussehende 600 bloß 1,53 Meter in die Höhe ragt.

Von der Innenarchitektur unterscheiden sich die beiden Offerten ebenfalls deutlich, aber die Botschaft ist gleich: Es muss adrett und ein bisschen verspielt sein. Auch das SUV holt seine Passagiere mit lustigen Design-Gimmicks ab. Allein der schicke „600“-Schriftzug auf dem Lenkrad-Pralltopf ist einen Blick wert.

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Fiat lehnt das Design des 600 stark an den Bestseller 500 an. Hier möchte man natürlich ein Stück von der Beliebtheit des Traditionalisten einsammeln. (Foto: Fiat)

Wiederum gleich ist der Basis-Antriebsstrang, was zudem für die Fahrleistungen gilt. In beiden Fällen braucht es 10,6 Sekunden bis zum Erreichen der 100-km/h-Marke. Allerdings lassen die Ingenieure den 600 bis zu 184 km/h rennen, während beim Grande Panda maximal 160 drin sind. Vielleicht ist die Höhe der ausschlaggebende Punkt.

Am Ende ist der Granda Panda für unter 20.000 Euro das attraktivere Angebot. Ja, er ist primär ein Citycar – das merkt man auch an den Fahreigenschaften. Seine Lenkung ist mehr auf Leichtgängigkeit denn Präzision ausgelegt, und Fahrwerk wie genereller Komfort zeigen in Dynamik und Entkopplung Grenzen auf. Im städtischen Gewühl sind beide Italiener allerdings eine Wohltat.

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Der merklich verspielt aussehende Fiat Grande Panda kaschiert seine Höhe von fast 1,60 Metern gekonnt. (Foto: Fiat)

Wer dann doch mal eine längere Reise bestreiten möchte, ist mit dem 600 als Einstiegsmodell ausstattungsmäßig etwas besser bedient – hier sind Smartphone-Integration sowie Tempomat bereits serienmäßig. Ganz nackt kommt der günstigere Panda aber auch nicht daher, er bietet immerhin Klimaanlage, Parksensoren hinten und Verkehrszeichen-Erkennung frei Haus.

Unter dem Strich haben Autos jedoch schon ein hohes Preisniveau erreicht, wenngleich bei Listenpreisen heutzutage oft noch nicht das letzte Wort gesprochen wurde. Und wer nicht gerade Vielfahrer ist, dürfte mit den beiden Fiat-Basen ganz gut leben können. Zusammen mit dem traditionellen Fiat 500 führt der Grande Panda hierzulande auch die Zulassungsstatistik an – etwas über 800 Fahrzeuge kommen jeden Monat auf die Straße. Und dieses Jahr war davon etwa die Hälfte elektrisch angetrieben.

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Selbst der Schalthebel im Fiat Grande Panda geht als Designobjekt durch. (Foto: Fiat)

Währenddessen ist der Fiat 600 die exotischere Ausgabe. Er kommt bloß auf die Hälfte an Zulassungen verglichen mit dem Grande Panda. Ach ja, mit gemittelten WLTP-Verbräuchen von 5,1 (Grande Panda) respektive 5,7 Litern (600) sind die beiden Italiener trotz simpler Antriebsstränge recht genügsam unterwegs. Und das ist in Zeiten absurder Spritpreise ja auch keine ganz schlechte Nachricht.

Quelle: ntv.de

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