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Startseite»Nachrichten»Porsche, China, Geopolitik: Volkswagen streicht Gewinnprognose zusammen
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Porsche, China, Geopolitik: Volkswagen streicht Gewinnprognose zusammen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 18, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Porsche, China, GeopolitikVolkswagen streicht Gewinnprognose zusammen

Der VW-Konzern muss derzeit mit mehreren Krisenherden gleichzeitig fertig werden. (Foto: picture alliance / NurPhoto)

Die Krisenstimmung in Wolfsburg hält an. Wegen verschiedener „Sondereffekte“ muss der Volkswagen-Konzern seine Gewinnprognose für das aktuelle Geschäftsjahr drastisch senken. Weitere Unsicherheiten, die den Erlös schmälern könnten, bleiben bestehen.

Wegen einer milliardenschweren Abschreibung auf Porsche, schwacher Geschäfte in China und weiterer Kosten für den Konzernumbau senkt VW seine Prognose für das Geschäftsjahr 2026. Der Autobauer rechnet nun damit, dass vom Umsatz höchstens ein Prozent als operativer Gewinn übrig bleibt. Bisher hatte der Konzern eine Spanne 4,0 bis 5,5 Prozent erwartet. Im vergangenen Jahr lag die operative Umsatzrendite bei 2,8 Prozent.

Der Umsatz soll 2026 rund 315 Milliarden Euro erreichen. Das wäre in der Mitte der bisherigen Prognosebandbreite, wie VW weiter mitteilte. Seine Erwartungen hatte der Konzern bereits zum Halbjahr gesenkt. Im vergangenen Jahr lag der Umsatz bei 321,9 Milliarden Euro.

In einer Börsenmitteilung sprach der Wolfsburger Konzern von „Sondereffekten“, die das Konzernergebnis voraussichtlich um insgesamt rund zehn Milliarden Euro reduzieren. Schwer wiegen demnach neben dem wegbrechenden China-Geschäft und der Konkurrenz aus Fernost auch die hohen Spritpreise und die deswegen gestiegene Nachfrage nach E-Autos. Die Lage auf den Weltmärkten habe sich weiter verschärft, „insbesondere in China“, erklärte Volkswagen-Finanzchef Arno Antlitz. „Der größte Einzelmarkt der Welt ist um 20 Prozent eingebrochen“ und zugleich „drängen die chinesischen Hersteller mit ihren günstigen Exporten nach Europa“.

„Zudem hat sich die Nachfrage unter anderem vor dem Hintergrund der geopolitischen Lage und stark gestiegener Benzinpreise nach batterieelektrischen Fahrzeugen beschleunigt“, führte der Manager aus. Bei E-Autos sind die Gewinnmargen deutscher Autohersteller niedriger als bei Verbrennern. Vor allem bei den Marken Audi und Volkswagen bleibe die Geschäftserwartung deshalb hinter den Erwartungen zurück, erklärte der Konzern.

Porsche als Sorgenkind

Der größte Posten unter den genannten Sondereffekten ist eine Wertberichtigung der Tochterfirma Porsche. Die mittel- und langfristige Bewertung des Unternehmens falle nun 10 bis 15 Prozent niedriger aus, was sich im VW-Konzernergebnis mit einem Minus von sechs Milliarden Euro niederschlage, erläuterte Volkswagen. Der Sportwagenbauer steckt von den Marken des Konzerns besonders tief in der Krise. Die Umstellung auf E-Autos hat bislang kaum funktioniert, der zunächst solide Absatz der E-Modelle von Porsche brach ein. Sie wurden deshalb inzwischen teils eingestellt. Milliardeninvestitionen schrieb der Hersteller ab.

Des Weiteren verweist der Konzern auf „zusätzliche Restrukturierungsaufwendungen aus der Ausweitung von Vorruhestandsregelungen“, den angestrebten Verkauf des VW-Werks in Osnabrück sowie Abschreibungen wegen des sich weiter verschlechternden China-Geschäfts. „In Summe belasten die drei Effekte das zweite Halbjahr voraussichtlich mit rund zwei Milliarden Euro“, erklärte Volkswagen.

Zudem macht das Unternehmen weitere Unsicherheiten geltend: „Mögliche zukünftige Auswirkungen der Eskalation im Nahen Osten können weiterhin nicht belastbar eingeschätzt werden und sind daher in den prognostizierten Kennzahlen nicht berücksichtigt.“ Auch die „derzeit gültige Zollsituation“ gibt Volkswagen als weiteren Unsicherheitsfaktor ran. Aktuell gilt im Rahmen eines Abkommens der EU mit den USA für Lieferungen in die Vereinigten Staaten ein Zollsatz von 15 Prozent. US-Präsident Donald Trump hatte in der Vergangenheit aber mit höheren Aufschlägen gedroht.

Quelle: ntv.de, fzö/AFP/dpa

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