Sie legen im Internet Geld an. Immer wieder kommt echtes Geld zurück auf Ihr Konto. Da wirkt alles seriös. Doch genau das kann ein Trick sein. Ein Fall aus Thüringen zeigt, wie teuer dieser Trick werden kann.
Kurz gesagt
Das Wichtigste in drei Punkten
Ein 65-jähriger Mann aus Greiz hat laut Polizei etwa 70.000 Euro an eine angebliche Trading-Plattform überwiesen.
Zwischendurch bekam er immer wieder kleine Beträge zurück. Das beweist nicht, dass die Plattform echt ist. Laut Polizei ist das ein bekannter Trick.
Am Ende gab er über Links sogar Zugriff auf seine Bankkonten und seinen Laptop frei.
Eine Trading-Plattform ist eine Internetseite, auf der man angeblich Geld anlegen kann. Zum Beispiel in Aktien oder Bitcoin. Die Polizei in Gera hat den Fall am 16. September 2026 gemeldet. Sie stützt sich auf die Angaben des Mannes. Die Kriminalpolizei ermittelt.
So lief der Fall ab
Schritt für Schritt, nach der Meldung der Polizei.
Die Suche
Der Mann will Geld anlegen. Im Internet findet er eine Trading-Plattform.
Das Versprechen
Die Seite verspricht, dass sein Geld deutlich mehr wird. Über WhatsApp bekommt er regelmäßig seinen angeblichen Kontostand.
Er zahlt ein Ende März bis Mitte September
Insgesamt überweist er etwa 70.000 Euro auf Konten, die man ihm nennt.
Geld kommt zurück
Immer wieder landen kleine Beträge auf seinem echten Konto. Gleichzeitig wird er überredet, mehr einzuzahlen.
Die Täter wollen mehr
Er schickt Kontoauszüge. Über Links gibt er Zugriff auf seine Bankkonten und seinen Laptop frei.
Die Wende
Die Täter wollen auch seinen Personalausweis und werden immer drängender. Da wird er misstrauisch und geht zur Polizei.
Der Trick mit dem kleinen Geld
Es klingt seltsam: Betrüger, die Geld überweisen. Doch die Polizei kennt diesen Trick gut. Laut Polizei Bremen sollen kleine Auszahlungen Vertrauen schaffen. Wer vertraut, zahlt mehr ein. Im Fall Greiz lief beides gleichzeitig: Geld kam zurück, und der Mann sollte mehr einzahlen.
Die Polizei Baden-Württemberg beschreibt den typischen Ablauf. Am Anfang gibt es schnelle Gewinne. Manchmal kommt auch etwas Geld zurück. Schwierig wird es meist erst, wenn jemand sein ganzes Geld abheben will. Dann heißt es plötzlich, das Geld sei weg. Oder es werden neue Gebühren verlangt. Ob der Mann aus Greiz das erlebt hat, steht nicht in der Polizeimeldung.
Was die Rückzahlung zu beweisen scheint – und was sie wirklich zeigt
So wirkt es
„Die Seite zahlt aus, also ist sie echt.“
Das ist sicher
Jemand hat Geld überwiesen. Mehr zeigt das nicht.
So wirkt es
„Ich sehe doch, wie mein Geld mehr wird.“
Das ist sicher
Kontostände auf einer Seite oder im Chat lassen sich fälschen. Laut Polizei ist das eine bekannte Masche.
Echtes Geld auf dem Konto heißt nicht, dass es eine echte Geldanlage gibt.
Allgemeine Einordnung nach Warnhinweisen der Polizei. Woher das Geld im Fall Greiz kam, ist nicht bekannt.
Am Ende ging es um mehr als Geld
Irgendwann ging es nicht mehr nur ums Überweisen. Wie genau die Täter an Konto und Laptop kamen, schreibt die Polizei nicht. Mehrere Polizeistellen warnen aber vor sogenanntem Fernzugriff. Das heißt: Ein Fremder steuert Ihren Computer von weit weg. Er sieht dann alles, was Sie sehen. Laut Polizei Sachsen kommen Täter so an Daten und Passwörter. Manchmal spielen sie auch Schadprogramme auf den Computer. Wer Fremde an Konto oder Computer lässt, kann viel mehr verlieren als das angelegte Geld.
Auch der Personalausweis, den die Täter zuletzt wollten, ist gefährlich. Laut Verbraucherzentrale nutzen Betrüger solche Dokumente, um Kredite auf fremde Namen zu beantragen. Ob das hier geplant war, wissen wir nicht. Dass der Mann dann zur Polizei ging, war genau richtig.
Dass er nicht früher misstrauisch wurde, kann vielen passieren. Laut Polizei Rheinland-Pfalz bauen solche Täter teils über Tage und Wochen Vertrauen auf. Jeder einzelne Schritt wirkt dann klein. Erst am Ende sieht man das ganze Bild.
Daran erkennen Sie falsche Trading-Plattformen
Wer selbst im Internet nach einer Geldanlage sucht, ist nicht automatisch sicher. Laut Polizei Baden-Württemberg stößt man gerade dabei auf solche Seiten. Sie sehen oft professionell und seriös aus.

Die Polizei nennt klare Warnzeichen. Hohe Gewinne bei wenig Risiko sind ein Alarmzeichen. Vorsicht auch, wenn jemand am Telefon oder per WhatsApp Druck macht. Sollen Sie Geld auf das Konto einer Privatperson überweisen? Dann ist es laut Polizei höchstwahrscheinlich Betrug. Das gilt auch, wenn Sie Ihr Geld nur gegen Gebühren oder Steuern zurückbekommen sollen.
Prüfen Sie vorher, ob der Anbieter erlaubt ist. Dafür gibt es Behörden, die Geldanbieter kontrollieren. In Deutschland ist das die BaFin, in Österreich die FMA. Eine seriöse Firma nennt außerdem Namen, Adresse und Kontakt auf ihrer Seite. Aber Achtung: Wenn Sie keine Warnung finden, ist ein Anbieter deshalb noch nicht seriös.
Schon Geld überwiesen? Das sollten Sie jetzt tun
Warten Sie nicht. Rufen Sie sofort Ihre Bank an und lassen Sie Ihr Online-Banking sperren. Trennen Sie den betroffenen Computer vom Internet und lassen Sie ihn prüfen. Ändern Sie Ihre Passwörter, aber an einem anderen Gerät. Gehen Sie dann zur Polizei und erstatten Sie Anzeige.
Nehmen Sie alles mit, was Sie haben: Chats, Telefonnummern, Kontonummern und Überweisungen. Laut Verbraucherzentrale hilft das bei der Anzeige. Zahlen Sie nichts mehr, auch keine angeblichen Gebühren. Vorsicht, wenn sich danach jemand meldet und Ihr Geld gegen Bezahlung zurückholen will. Davor warnt die Polizei Berlin ausdrücklich. Hilfe für Österreich, Deutschland und die Schweiz finden Sie im Mimikama-Notfall-Check.
Zum Mitnehmen
Drei Fragen, bevor Sie Geld im Internet anlegen
- Ist der Anbieter erlaubt?Nicht der Seite glauben. Bei BaFin oder FMA nachsehen.
- Warum schickt man mir Geld?Kleine Beträge auf dem Konto sind kein Beweis. Sie können ein Köder sein.
- Warum will jemand an meinen Computer oder Ausweis?Das ist laut Polizei ein Alarmzeichen. Lieber abbrechen und bei der Polizei nachfragen.
