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Startseite»Nachrichten»Smart Home trifft Elektromobilität: Wie man mit dem E-Auto die Stromrechnung optimieren kann
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Smart Home trifft Elektromobilität: Wie man mit dem E-Auto die Stromrechnung optimieren kann

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 23, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Smart Home trifft Elektromobilität Wie man mit dem E-Auto die Stromrechnung optimieren kann

E-Auto und Smart Home werden immer stärker vernetzt.

Fast jedes dritte neu zugelassene Auto war zuletzt ein Stromer. Für Haushalte mit flexiblen Stromtarifen oder einer Solaranlage ist das mehr als eine Frage der Mobilität: Wer den Ladevorgang klug steuert, spart Geld. Und im vernetzten Zuhause soll der Auto-Akku bald auch Strom zurückliefern.

Das Elektroauto ist im deutschen Massenmarkt angekommen. Im August 2026 wurden 68.930 reine Elektroautos neu zugelassen, ihr Anteil an allen Pkw-Neuzulassungen erreichte 32,4 Prozent, wie das Kraftfahrt-Bundesamt mitteilt. Ein Jahr zuvor lag die Quote noch bei 19 Prozent.

Neben dem Fahren bekommt das E-Auto eine zweite Aufgabe: Es wird zunehmend ein intelligenter Baustein des Energiesystems und E-Auto-Besitzer können finanziell profitieren – mit, aber auch ohne eigene Solaranlage.

Letztere rechnet sich dann besonders schnell, wenn viel des eigenen Sonnenstroms im Haus verbraucht oder zum Laden der Autobatterie genutzt wird, statt ihn ins Netz einzuspeisen. Die Fahrzeugakkus sind nämlich optimal als mobiler Speicher geeignet, denn sie können vergleichsweise große Strommengen aufnehmen und sind zeitlich flexibel, können den Strom also dann „tanken“, wenn die Sonne auf das eigene Dach scheint, die Elektrogeräte im Haus ihn nicht vollständig benötigen oder der stationäre Batteriespeicher schon voll ist.

Laden, wenn der Strom günstig ist

Aber auch ohne eigene Solaranlage, kann man den Ladevorgang sinnvoll optimieren. Denn dass der Wagen an der Wallbox hängt, bedeutet auch in diesem Fall nicht, dass er sofort laden muss. Fahrerinnen und Fahrer können sich die Preisschwankungen an der Strombörse zunutze machen – beispielsweise mit einem dynamischen Tarif, bei dem sich der Kilowattstundenpreis am Börsenstrompreis orientiert, oder mit einem Tarif mit Flexibilitätsbonus. Das System weiß vom Nutzer, wann das Auto wieder gebraucht wird und auch, wann Strom besonders günstig verfügbar ist und steuert den Ladevorgang entsprechend.

Die Bundesnetzagentur sieht Einsparpotenzial vor allem bei hohen Verbräuchen, die sich zeitlich verschieben lassen, etwa bei E-Autos, Wärmepumpen und Batteriespeichern. Voraussetzung ist ein intelligentes Messsystem, also ein Smart Meter.

So wachsen Solaranlage, Wallbox, Fahrzeug und Stromtarif zu einem vernetzten Energiesystem zusammen. Autohersteller und Energieversorger denken das Auto zunehmend als Teil davon. Auf der Branchenkonferenz New Energy Experience hat Eon in der Hamburger Elbphilharmonie eine Kooperation mit dem E-Auto-Hersteller BYD vorgestellt, bei der intelligentes Laden, Energieversorgung und Flexibilitätsmanagement stärker zusammengeführt werden sollen.

Kundinnen und Kunden sollen künftig beim Kauf oder Leasing eines vollelektrischen BYD-Modells direkt Zugang zu passenden Energie- und Ladelösungen von Eon erhalten. Filip Thon, CEO von Eon Deutschland, erklärt: „Das ist ein Produkt, bei dem die Verbraucher das Auto einfach abends am Haus anstecken und morgens steht es dann für die Nutzung bereit. In der Zwischenzeit werden die Ladevorgänge so optimiert, dass am Ende ein Wert für den Kunden entsteht.“

Gute Reichweite mittlerweile auch bei Einstiegsmodellen

Parallel hat sich das Angebot erweitert. Große Reichweiten bleiben nicht länger den teuren Modellen vorbehalten. Eine aktuelle Auswertung des ADAC zeigt, dass auch Klein- und Kompaktwagen inzwischen ein gutes Verhältnis von Kaufpreis und Reichweite bieten.

Wer nicht auf einen Schlag den Kaufpreis zahlen möchte, findet über Leasing mit geringer Anfangsinvestition einen Einstieg in die Elektromobilität. Wichtig ist dabei, neben der Monatsrate auch Sonderzahlungen, Laufleistung, Vertragsdauer und mögliche Rückgabekosten zu berücksichtigen – wie bei klassischen Verbrennern.

Im Unterhalt liegen Stromer häufig vor vergleichbaren Verbrennern, belegt hat das eine ADAC-Stichprobe aus dem Jahr 2026 konkret für die Inspektionskosten. Bei den Gesamtkosten entscheidet dagegen zu einem großen Teil der Strompreis. Wer also zu Hause und vielleicht sogar mit eigenem Solarstrom lädt, fährt oft deutlich günstiger als jemand, der überwiegend an öffentlichen Säulen „tankt“.

Wenn der Akku zurückliefert

Der nächste Schritt heißt bidirektionales Laden. Energie fließt dann nicht nur in den Fahrzeugakku, sondern lässt sich später wieder entnehmen. Beim sogenannten Vehicle-to-Home könnte das Auto abends den Solarstrom ins Haus zurückgeben, den es tagsüber aufgenommen hat.

Erste Angebote sind bereits auf dem Markt. Schon seit Anfang des Jahres bieten BMW und Eon ein Vehicle-to-Grid-Paket für Privatkunden an. Langfristig soll die Autotechnik noch enger mit Photovoltaik, Wärmepumpen und weiteren Komponenten verzahnt werden.

Für den Autokauf verschiebt das die Rechnung. Kaufpreis, Reichweite und Verbrauch bleiben wichtig. Doch je enger ein Fahrzeug mit Solaranlage, Wallbox und Energiemanagement verbunden ist, desto stärker wirkt es auf die Stromrechnung des ganzen Haushalts. Aus dem Auto wird damit ein weiterer Baustein des energieeffizienten Smart Home, der sowohl CO2 als auch Geld sparen kann.

Quelle: ntv.de, awi/spot

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