Auf TikTok werden gerade Ferienvillen auf den Kanarischen Inseln angeboten. Die Inseln gehören zu Spanien. Die Villen gibt es wirklich. Aber laut einem der Besitzer ist die Person hinter dem Profil nicht der Vermieter. Wer dort Geld überweist, zahlt womöglich an jemanden, dem die Villa gar nicht gehört.
Herausgefunden hat das ein Villenbesitzer auf der Insel Lanzarote. Die Zeitung „La Voz de Lanzarote“ hat am 17. September 2026 über ihn berichtet. Alles, was wir hier über seinen Fall schreiben, stammt aus diesem Bericht.
Wie hat der Besitzer das gemerkt?
Ein Bekannter sagte ihm: Deine Villa ist auf TikTok zu sehen. Das wunderte ihn, denn er selbst macht dort keine Werbung. Er sah nach und fand seine eigenen Fotos. Sie stammen aus seinem Eintrag bei Booking. Das ist eine bekannte Internetseite, auf der man Hotels und Ferienwohnungen buchen kann.
Seine Villa ist nicht die einzige. Das Profil zeigt mehr als 30 Villen auf Lanzarote und anderen Kanarischen Inseln. Über 7.300 Menschen folgen ihm. Manche Videos wurden bis zu 70.000-mal angeschaut. Die teuersten Villen kosten dort bis zu 800 Euro pro Nacht, und man muss immer mehrere Nächte nehmen. Unter den Videos schreiben viele Leute, dass sie Interesse haben.
Was passiert, wenn man dort anfragt?
Der Besitzer wollte wissen, wie das abläuft. Also tat er so, als wäre er ein Urlauber. Er fragte nach seiner eigenen Villa. Dabei wählte er absichtlich zwei Tage, an denen sie schon vergeben war.
So lief es ab
Der Besitzer hat sich als Urlauber ausgegeben und nach seiner eigenen Villa gefragt.
Das Video
Die Villa ist billiger als beim Besitzer. Ihr Name fehlt, die Adresse stimmt nicht.
Die Antwort: „frei“
Obwohl die Villa an diesen Tagen belegt war. Nur zwei Nächte gehen nicht, es müssen mindestens drei sein.
Der Vertrag
Ein Mietvertrag kommt. Man sieht sofort: Es ist ein Muster aus dem Internet. Er soll Vertrauen schaffen.
Das Konto
Eine Kontonummer, dazu ein Name und eine Ausweisnummer. Beides kann falsch sein.
Erst zahlen
Das Geld soll zuerst überwiesen werden. Erst danach will der angebliche Vermieter unterschreiben.
Der Besitzer zahlte nichts. Er zeigte den Fall bei der Guardia Civil an, das ist eine spanische Polizei. Viel Hoffnung machte man ihm dort nicht: Weil er kein Geld verloren hat, ist für die Polizei vorerst nichts Strafbares passiert. Solange niemand bezahlt, kann die Polizei hier also kaum etwas tun.
Was sagt Mimikama dazu?
Wir halten diese Masche für besonders gefährlich. Bisher war ein guter Rat: Erst im Internet nachsehen, ob es die Unterkunft überhaupt gibt. Findet man nichts, ist Vorsicht angesagt. Hier findet man aber alles – die Villa, die Fotos, den Eintrag bei Booking. Das Internet zeigt also, dass es die Villa gibt. Es zeigt nicht, ob man gerade mit dem Besitzer schreibt.
Deshalb berichten wir über einen Fall aus Spanien. Die Kanarischen Inseln sind auch bei Urlaubern aus Österreich und Deutschland beliebt, gerade im Herbst und Winter. Und das Muster gibt es nicht nur auf TikTok. Watchlist Internet warnt gerade vor Seiten, die die Websites echter Hotels kopieren. Dort geht es bisher um persönliche Daten, nicht um Geld.
Schon bezahlt?
Wer schon Geld überwiesen hat, sollte nicht abwarten, ob sich der Vermieter doch noch meldet. Hilfe und Anlaufstellen für Österreich, Deutschland und die Schweiz gibt es auch im Mimikama-Notfall-Check.
Geld überwiesen? Das jetzt tun
Bank anrufen
Fragen, ob sich die Überweisung stoppen oder zurückholen lässt. Je schneller, desto besser.
Alles sichern
Bildschirmfotos vom Profil, vom Chat, vom Vertrag und vom Zahlungsbeleg machen. Nichts löschen.
Anzeige machen
Bei der Polizei am Wohnort. Die Bildschirmfotos mitnehmen.
Profil melden
Direkt bei TikTok oder der jeweiligen Plattform. So fallen andere nicht darauf herein.
Wie schützt man sich?
Die wichtigste Regel ist einfach: Eine Unterkunft aus einem Video nie über das Profil oder im Chat buchen und bezahlen. Besser ist es, die Unterkunft selbst zu suchen. Dafür macht man ein Bildschirmfoto vom Video und sucht es mit Google Lens. Das ist eine Funktion in der Google-App: Sie zeigt, wo ein Foto sonst noch im Internet auftaucht. Das Ziel ist dabei nicht, zu prüfen, ob es die Villa gibt. Das Ziel ist, den echten Vermieter zu finden – und nur dort zu buchen.
Zum Mitnehmen
Drei Fragen, bevor man Geld überweist
Steht der Name der Unterkunft dabei?
Ohne Namen kann man nichts prüfen. Das ist ein Warnzeichen.
Warum ist es hier billiger?
Kostet dieselbe Unterkunft woanders mehr, lieber zweimal nachsehen.
Wem gehört das Konto?
Passt der Name auf dem Konto nicht zur Unterkunft: nicht zahlen.