Extremistische AnsichtenFlydubai-Copilot hatte Flugverbot im Oman
Auf Weg von Dubai nach Tel Aviv möchte ein Copilot aus dem Oman sein Flugzeug offenbar vorsätzlich zum Absturz bringen. Gerade so können Flugkapitän und Passagiere ein Unglück verhindern. Jetzt kommt heraus: Der Copilot hätte gar nicht an Bord sein dürfen.
Der Copilot, der den Kapitän eines Flydubai-Flugs nach Israel angegriffen und Flug 1073 in einen Sturzflug geschickt hat, durfte Medienberichten zufolge im Oman nicht mehr fliegen. Grund seien radikale ideologische Ansichten gewesen, berichtet das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf Insider. Laut CNN verlor der Mann deshalb im vergangenen Jahr seine Stelle bei Oman Air, der nationalen Fluggesellschaft des Oman.
Wie das „Wall Street Journal“ weiter berichtet, sei der Pilot trotz des Flugverbots anschließend von Flydubai eingestellt worden. Es sei nicht bekannt, ob der Oman andere Länder und Fluggesellschaften über die extremistischen Ansichten des Mannes informiert habe.
Die Erkenntnisse decken sich mit Berichten anderer, auch arabischer Medien. Der saudi-arabische Nachrichtensender Al-Arabiya berichtet unter Berufung auf eine informierte Quelle ebenfalls, die Behörden im Oman hätten festgestellt, dass der Copilot extremistische Ansichten vertrete. Der Sender meldet zudem, dass sich der Mann zeitweise in Syrien aufgehalten habe. Das habe die Sorge geweckt, er könnte von radikalen Gruppen beeinflusst worden sein.
Der amerikanischen TV-Sender ABC News berichtet zudem unter Berufung auf hochrangige Geheimdienst- und Strafverfolgungsbeamte, der Mann sei bereits während seiner Ausbildung zum Copiloten im Besitz extremistischer Materialien gewesen. Er durfte demnach aber weiterhin in einer Verwaltungsfunktion bei Oman Air arbeiten.
Flydubai und die omanische Regierung haben nach Angaben des „Wall Street Journal“ nicht auf Nachfragen zu den Erkenntnissen reagiert.
Den Angaben zufolge befinden sich sowohl der Pilot von Flug 1073 als auch der Copilot derzeit in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Emirate leiten die Ermittlungen zu dem Vorfall. Der Pilot liegt schwer verletzt im Krankenhaus. Wo genau sich der Copilot aufhält, ist unklar. Er soll allerdings mit den Ermittlungsbehörden kooperieren. Er habe angedeutet, dass er das Flydubai-Flugzeug in Israel zum Absturz zu bringen wollte, berichtet ABC News. Israel hofft, ihn verhören zu können.
Die Flydubai-Maschine war am Mittwoch nach Einschätzung der israelischen Regierung nur knapp einem Terroranschlag entgangen. Das Flugzeug war auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv, als es massiv an Höhe verlor.
Nach Angaben des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu hatte der Copilot den Piloten mit einem Messer niedergestochen, um das Flugzeug zum Absturz zu bringen. Augenzeugen zufolge drangen mehrere Passagiere in das Cockpit ein und überwältigten den Copiloten. An Bord der Flydubai-Maschine, die später sicher landen konnte, waren 174 Passagiere.
