Erneut hat es in Berlin an Stromkabeln gebrannt, diesmal in Marzahn. Die Polizei geht von Brandstiftung aus, der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen. Die Stromversorgung war kurzzeitig unterbrochen.
Nach einem Brand unterhalb einer Kabelbrücke in Berlin-Marzahn ermittelt die Polizei wegen schwerer Brandstiftung. Man gehe davon aus, dass sich die Täter das Ziel möglicherweise gezielt ausgesucht haben, sagte ein Polizeisprecher dem rbb. Der für politisch motivierte Taten von Extremisten zuständige Staatsschutz des Landeskriminalamtes (LKA) hat die Ermittlungen übernommen. Laut der Behörde haben Unbekannte am Montag gegen 4 Uhr früh versucht, Starkstromkabel in Brand zu setzen. Dazu hätten sie Altreifen an einer Kabelbrücke in der Boxberger Straße angezündet. Durch das Feuer wurde die Ummantelung der Stromkabel beschädigt.
Stromversorgung laut Polizei kurz unterbrochen
Durch das Feuer wurden Stromleitungen beschädigt. Laut Polizei war die Stromversorgung „für einen kurzen Moment“ unterbrochen gewesen. Nach Angaben des Sprechers von Stromnetz Berlin, Henrik Beuster, mussten 19 Gewerbebetriebe vorübergehend vom Stromnetz getrennt werden. „Sie werden seit etwa 9 Uhr aber wieder über ein Notstromaggregat versorgt“, erklärte Beuster. Haushalte waren dem Sprecher zufolge nicht betroffen. Infolge des Brandes seien nach seinen Angaben zwei 110.000-Volt-Hochspannungskabel sowie mehrere Mittelspannungsleitungen mit 10.000 Volt beschädigt worden. Beuster erwartet, dass die Mittelspannungskabel noch im Laufe des Montags repariert werden können. Zu den Hochspannungskabeln konnte Beuster zunächst keine Angaben machen, da die Kabel am Mittag noch nicht von der Polizei freigegeben waren.
In der Vergangenheit kam es mehrfach zu Anschlägen auf Stromtrassen in Berlin, zuletzt im Januar. Diese führten teils zu großen Stromausfällen und wurden linksextremistischen Tätergruppen zugerechnet. Dabei handelte es sich um professionell durchgeführte Anschläge.
Sendung: rbb24 Inforadio, 05.10.2026, 14 Uhr Audio: rbb24 Inforadio, 05.10.2026, Freya Reiß
