Ein attraktives Ticket für gelegentliche Bus- und Bahnfahrer – das hatten Hamburg und Nordrhein-Westfalen für die Verkehrsministerkonferenz zur Beratung vorgeschlagen. Doch nun ist „Deutschlandticket light“ bereits wieder vom Tisch.
Anders als vorgeschlagen wird es vorerst kein bundesweites Ticketangebot für Gelegenheitsfahrer im Nahverkehr geben. Ein entsprechender Antrag mit dem Namen „Bundesweiter elektronischer Gelegenheitstarif“ wurde kurzfristig von der Tagesordnung der Verkehrsministerkonferenz genommen. Das erfuhr der BR aus Teilnehmerkreisen.
Der Mehrheitsbeschluss begründete sich demnach damit, dass der Antrag zu kurzfristig vor der Tagung gestellt wurde.
Die Verkehrsminister der Länder befassen sich also vorerst nicht mit der Idee eines „Deutschlandticket light“. Einen entsprechenden Vorschlag hatten die Verkehrsminister von Nordrhein-Westfalen und Hamburg gemacht. Dabei ging es um ein Angebot für gelegentliche Bus- und Bahnfahrer analog zum Deutschlandticket zu beraten.
Verkehrsministerkonferenz dauert bis Freitag
Dem Entwurf zufolge sollten Nutzer per Smartphone ihren Fahrtbeginn und das Fahrtende registrieren und der günstigste Tarif automatisch berechnet werden. Insgesamt sollten sie so einen Monat aber nicht mehr als für ein Deutschlandticket zahlen.
Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) und aktuell Vorsitzender der Verkehrsministerkonferenz erklärte jedoch bereits vor der Sitzung, dafür sei sicher kein Geld da. Schließlich fehlten schon jetzt Milliarden Euro, etwa für die Bestellung der Regionalzüge. Auch der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen lehnte das Vorhaben für ein Gelegenheitsfahrer-Ticket ab. Sozialverbände begrüßten dagegen die Idee im Sinne günstiger Mobilität auch für ärmere Menschen.
Die Verkehrsminister der Länder treffen sich bis Donnerstag im bayerischen Hohenschwangau. Auf dem Programm stehen bei dem Treffen vor allem Finanzierungsfragen rund um den öffentlichen Nahverkehr. Dazu wollen die Minister unter anderem über das Niedrigwasser in deutschen Flüssen und die Zukunft des autonomen Fahrens beraten.
Mit Informationen von Arne Wilsdorff, BR24
