Schlussplädoyer im Prozess Anwalt: Russell Brand ist kein „Psychopath“
Im Prozess gegen Russell Brand hat der Anwalt des Schauspielers sein Schlussplädoyer gehalten. Der Komiker und Schauspieler soll angeblich ein „äußerst promiskuitives“ Leben geführt, aber keine Straftaten begangen haben.
Die Verteidigung hat im Fall Russell Brand ihre Beweisführung abgeschlossen. In einem Schlussplädoyer hat der Anwalt des Komikers und Schauspielers behauptet, dass sein Mandant zwar „äußerst promiskuitiv“ sei, sich aber nichts habe zuschulden kommen lassen. Der 51-Jährige sei außerdem kein „Psychopath“.
Es sind schwere Anschuldigungen gegen Brand. Der Brite ist wegen Vergewaltigungen und sexuellen Übergriffen in jeweils drei Fällen sowie wegen eines versuchten unsittlichen Übergriffs angeklagt. Er selbst und sein Anwalt weisen jedoch alle Vorwürfe zurück.
In dem Schlussplädoyer erklärte Brands Anwalt laut der britischen BBC, dass eine Dokumentation des Senders Channel 4 sowie Berichte der „Times“ und „Sunday Times“ dazu geführt hätten, „dass Menschen, die dies zuvor nicht für angemessen gehalten hatten, strafrechtliche Vorwürfe gegen ihn erhoben haben – und das noch viele Jahre später.“ Die Beschuldigungen in dem Fall seien „vollständig kontaminiert“ durch die Dokumentation.
„Begegnungen neu interpretiert“
Die Staatsanwaltschaft hatte bereits im Oktober dieser Darstellung widersprochen und erklärt, dass die angesprochene Doku wohl keinen „derart unterschwelligen Einfluss auf die Gedanken von sechs vollkommen rationalen Frauen“ gehabt habe, dass diese ihre Begegnungen mit Brand „erfunden, neu interpretiert, umgedeutet und umgestaltet“ hätten.
Ein „äußerst promiskuitives Leben [sei] vollkommen rechtmäßig“, erklärte der Anwalt des 51-Jährigen jetzt. Außerdem gebe es keine Beweise dafür, dass Brand „eine Art Psychopath ist, der Menschen vergewaltigt und denkt, dass das normal ist“. Der Rechtsbeistand fragte demnach die Jury, ob diese sich in diesem Fall sicher sein könne, „dass von den vielen, vielen Frauen, die freiwillig Sex mit Herrn Brand hatten, er nur drei von ihnen vergewaltigt hat?“
Sechs Frauen erheben Vorwürfe gegen Brand
Der Anwalt habe gegenüber den Geschworenen ausdrücklich betont, dass Brand „unglaublich viel Sex“ gehabt habe, dies jedoch in keinem Fall „rechtswidrig“ gewesen sei. „Widerlich, geschmacklos, unmoralisch, wen interessiert das schon? Das ist für Ihre Entscheidung irrelevant.“
Die Anklage hatte am 14. Oktober mit ihrer Beweisführung begonnen. Die Jury wurde zu diesem Zeitpunkt erstmals über sämtliche Vorwürfe gegen Brand aufgeklärt. In diesem Zusammenhang sprach die Staatsanwaltschaft davon, dass er sich „skrupellos“ verhalten habe.
Die Vorwürfe in dem Prozess gegen Brand stammen von sechs Frauen. Die mutmaßlichen Taten sollen sich zwischen den Jahren 1999 und 2009 über einen Zeitraum von rund einer Dekade ereignet haben. Brand hat die Vorwürfe zurückgewiesen und plädiert auf nicht schuldig.
