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Startseite»Nachrichten»Anhebung im Juni?: EZB tastet Leitzins trotz zunehmender Inflation nicht an
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Anhebung im Juni?: EZB tastet Leitzins trotz zunehmender Inflation nicht an

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerApril 30, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Anhebung im Juni? EZB tastet Leitzins trotz zunehmender Inflation nicht an

Bleibt zurückhaltend: EZB-Chefin Lagarde. (Foto: picture alliance/dpa)

Im Euroraum legt die Inflation auch durch den Iran-Krieg wieder zu. Die EZB hält aber weiter an dem derzeitigen Leitzinsniveau fest. An den Märkten wird aber bereits über eine Anhebung in naher Zukunft spekuliert.

Die Europäische Zentralbank hält den Leitzins trotz der infolge des Iran-Krieges gestiegenen Inflationsgefahr konstant. Der EZB-Rat beließ den Einlagensatz bei 2,0 Prozent. Über ihn steuert die Zentralbank maßgeblich ihre Geldpolitik. Zuletzt ist die Teuerungsrate im Euroraum auf 3,0 Prozent nach oben geschnellt.

Die EZB bleibt hinsichtlich der Inflationsrisiken auf der Hut: „Der EZB-Rat wird die Lage genau beobachten und bei der Festlegung des angemessenen geldpolitischen Kurses einen datengestützten Ansatz verfolgen und von Sitzung zu Sitzung entscheiden“, heißt es im Begleittext zum Zinsentscheid. Mit Spannung wird erwartet, wie sich EZB-Chefin Christine Lagarde vor der Presse zum weiteren Kurs äußern wird.

An den Finanzmärkten wird über eine Zinserhöhung im Juni spekuliert. Dafür spricht aus Sicht vieler Händler, dass Mitte des Jahres voraussichtlich mehr Klarheit über die gesamtwirtschaftlichen Folgen des Ölpreisschocks herrschen wird. Doch steckt die EZB in einem Dilemma, da sie mit einer strafferen Geldpolitik zwar den Preisauftrieb dämpfen, aber im schlimmsten Fall auch die bereits angeschlagene Konjunktur abwürgen könnte.

Die Wirtschaft im Euroraum wuchs im ersten Quartal nur noch minimal um 0,1 Prozent: „Bremseffekte durch den Iran-Krieg sorgen dafür, dass es knirscht im Gebälk. Der Unterstützung durch staatliche Ausgaben stehen energiepreisbedingte Kaufkraftverluste gegenüber“, erläutert der Chefvolkswirt der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank, Alexander Krüger. Auch bei einer Entspannung in der Region mahnt er zur Vorsicht: „Nach einer Öffnung der Straße von Hormus werden sich Energiepreise nur zögerlich normalisieren.“ Alle Blicke richten sich derzeit gebannt auf diese Meerenge am Persischen Golf, die ein Nadelöhr für den internationalen Schiffstransport von Öl und Flüssigerdgas darstellt.

Laut EZB-Chefin Lagarde ist die Zentralbank bereit zu handeln, wenn es die Datenlage erfordert. Doch dürfte die Notenbank nach Ansicht vieler Analysten noch stillhalten. Damit könnte sie Zeit gewinnen, um sich einen besseren Überblick darüber zu verschaffen, ob sich der Inflationsschub verfestigt.

Quelle: ntv.de, lme/rts

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