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Politik

Marktbericht: Zuversicht bei Anlegern lässt DAX steigen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 6, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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marktbericht

Stand: 06.05.2026 • 10:34 Uhr

Neue Hoffnungen auf Lösungen im Konflikt zwischen den USA und Iran sorgen für kräftige Kursgewinne an den Börsen. Die Euphorie um Künstliche Intelligenz und gute Quartalsbilanzen stützt zusätzlich.

US-Präsident Donald Trump setzt im Konflikt mit dem Iran mal wieder auf Deeskalation, um einen diplomatischen Durchbruch zu erzielen. Der US-Einsatz für eine sichere Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus soll „für kurze Zeit“ ausgesetzt werden. Doch eine Lösung des Iran-Konflikts lässt weiter auf sich warten. Zwischen den USA und dem Iran herrscht derzeit eine fragile Waffenruhe. Trotz dieser Unsicherheiten startet der DAX mit einem deutlichen Plus in den neuen Handelstag. Der deutsche Leitindex notiert zum Handelsstart am Mittwoch knapp ein Prozent höher bei 24.636 Punkten.

An den US-Börsen gab es am Dienstag deutliche Kursgewinne. Der Dow Jones schloss 0,73 Prozent höher bei 49.298 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 erreichte im Handelsverlauf einen Höchststand. Für den technologielastigen Nasdaq 100, der ebenfalls ein Rekordhoch erklomm, ging es am Ende um 1,31 Prozent auf 28.015 Punkte nach oben. Auch an den asiatisch-pazifischen Börsen sind viele Indizes deutlich gestiegen.

Der Aktienmarkt feiere das Thema Künstliche Intelligenz (KI) weiter als Wachstumsstory, kommentierte Stephen Innes von SPI Asset Management. „Die KI-Euphorie wirkt derzeit wie ein stabilisierender Faktor für die Märkte und überlagert viele der globalen Unsicherheiten“, so auch Timo Emden vom Analysehaus Emden Research. Dazu kommt die auf Hochtouren laufende Bilanzsaison. Viele Unternehmen öffnen gerade ihre Bücher.

Der Chiphersteller Infineon wird für das laufende Jahr optimistischer. Der Umsatz soll deutlich steigen. Infineon profitiere vom Boom rund um das Thema Künstliche Intelligenz, erklärte Konzernchef Jochen Hanebeck. „Unsere Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren sind äußerst gefragt“. Auch im Geschäft mit der Automobilindustrie sehe Infineon eine positive Entwicklung.

Die Lufthansa will ihren Gewinn im laufenden Jahr trotz der Unsicherheiten wegen des Iran-Kriegs deutlich steigern. Ziel sei ein bereinigtes Betriebsergebnis „signifikant“ über dem Vorjahreswert von 1,96 Milliarden Euro, teilte der Konzern mit. „Die globale Nachfrage nach Flugreisen bleibt hoch und zeigt sich auch in Krisenzeiten robust“, erläuterte Lufthansa. Vor diesem Hintergrund erwarte der Konzern „erneut einen starken Reisesommer“.

Gleichzeitig führe die Schließung der Straße von Hormus zu einer Verknappung des Kerosinangebots und damit zu einem Anstieg der Kerosinpreise. Dies führe zu Mehrkosten in Höhe von 1,7 Milliarden Euro im Gesamtjahr. Dies will Lufthansa durch höhere Ticketerlöse, eine „optimierte Netzwerkplanung sowie weitere Kosteneinsparmaßnahmen“ ausgleichen.

Beim Münchner Autobauer BMW gibt es zum Jahresauftakt einen deutlichen Gewinnrückgang. Der Nettogewinn verringerte sich um fast ein Viertel auf 1,67 Milliarden Euro. Der Rückgang ist vor allem auf die von US-Präsident Trump verhängten Zölle zurückzuführen. Auch die Schwäche in China macht sich bemerkbar, unter der derzeit alle deutschen Hersteller leiden. Gute Geschäfte in Europa konnten dies nicht ausgleichen.

Positiv sieht man bei BMW allerdings sehr starke Bestellungen in Europa. BMW will angesichts der aktuellen Entwicklung dennoch sparen – wenn auch ohne große Sparprogramme anzukündigen. Analyst Michael Punzet von der DZ Bank sieht BMW unter den deutschen Autobauern mit Blick auf die Antriebstransformation sowie die US-Zollpolitik weiterhin am besten aufgestellt.

Der Nutzfahrzeughersteller bekommt die Probleme auf dem amerikanischen Markt im ersten Quartal deutlich zu spüren. Zum einen hängt das mit den den Einfuhrzöllen der USA gegenüber Mexiko zusammen. Dort werden Fahrzeuge für die US-Marke Freightliner gebaut. Zum anderen herrscht Flaute im amerikanischen Logistiksektor, sodass Speditionen weniger Neufahrzeuge nachfragen.

Unter dem Strich fiel der Gewinn um 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahrszeitraum. In der lange Zeit profitabelsten Region Nordamerika verdiente der Dax-Konzern nur noch 209 Millionen Euro. Das ist ein Rückgang um 73 Prozent. Der Absatz war um 25 Prozent, der Umsatz um 29 Prozent geschrumpft. Analysten hatten bereits im Vorfeld schwache Zahlen erwartet.

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