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Startseite»Politik»Autobranche: Warum BMW besser dasteht als VW und Mercedes
Politik

Autobranche: Warum BMW besser dasteht als VW und Mercedes

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 6, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Stand: 06.05.2026 • 16:12 Uhr

BMW hat im ersten Quartal weniger verdient, hält sich aber besser als Mercedes und Volkswagen. Die Münchner profitieren von einer flexiblen Antriebsstrategie – und einem glücklichen Timing bei E-Autos.

Angela Göpfert

BMW steckt mitten in der Autokrise: Der Gewinn ist im ersten Quartal um fast ein Viertel eingebrochen, das wichtige China-Geschäft schwächelt, und die Zölle in den USA drücken auf die Marge. Trotzdem steht der Münchner Konzern im deutschen Vergleich stabil da.

Im ersten Quartal erzielte BMW einen Gewinn von rund 1,7 Milliarden Euro – mehr als Mercedes-Benz und Volkswagen: Die Schwaben verbuchten von Januar bis März unterm Strich 1,4 Milliarden, die Wolfsburger 1,6 Milliarden Euro.

BMW mit besserer Marge

Auch bei der Rendite im Autogeschäft liegt BMW vorn: Die entsprechende Marge erreichte 5,0 Prozent. Mercedes Cars kam dagegen auf 4,1 Prozent, Volkswagen konzernweit auf 3,3 Prozent.

Robert Molnar vom Broker RoboMarkets hält BMW deshalb für widerstandsfähiger als die heimischen Rivalen: „BMW ist derjenige von den drei Autowerken, der sich am stärksten gegen den Abschwung wehrt“, betont der Kapitalmarkstratege im Gespräch mit der ARD-Finanzredaktion.

Antriebsflexibilität wird zum BMW-Vorteil

Der wichtigste Unterschied liegt in der Antriebsstrategie. BMW hat sich nie so eindeutig auf eine Elektro festgelegt wie manche Konkurrenten. Stattdessen setzt BMW auf Technologieoffenheit – hält also Verbrenner, Plug-in-Hybride und reine Elektroautos parallel im Spiel.

So sind die BMW-Werke so ausgelegt, dass dort verschiedene Antriebsarten und Modellvarianten gebaut werden können. Diese sogenannten Flex-Werke gewährleisten in den unterschiedlichsten Marktsituationen Lieferfähigkeit und gute Kapazitätsauslastung. Wenn sich die Nachfrage also regional verschiebt, kann BMW schneller reagieren.

Mercedes muss seine Elektro-Strategie korrigieren

Volkswagen hat dagegen stark auf Elektroplattformen und Skaleneffekte gesetzt, muss den Wandel aber über viele Marken, Preissegmente und Regionen steuern: Genau diese Konzernbreite wird im Umbruch zur großen Herausforderung.

Mercedes kündigte derweil bereits 2021 an, bis 2030 wolle man dort vollelektrisch sein, „wo die Marktbedingungen es zulassen“. Mittlerweile mussten die Stuttgarter aber bei diesem ambitionierten Elektrifizierungsziel zurückrudern: Bis 2030 sollen nun elektrifizierte Fahrzeuge – also vollelektrische E-Autos inklusive Hybride – bis zu 50 Prozent des Absatzes ausmachen.

Mercedes-Benz plant nun wieder stärker mit Verbrennern und Hybriden. Bis 2027 wollen die Schwaben neben 17 neuen batterieelektrischen Modellen auch 19 neue Verbrenner-Modelle auf den Markt bringen.

Früher Start in die Elektro-Ära mit dem BMW i3

Ein solches Hin und Her hat sich BMW mit seiner flexiblen Strategie erspart. Gleichzeitig haben die Münchner schon früh Erfahrung mit Elektroautos gesammelt. Der BMW i3 kam bereits 2013 auf den Markt – eines der ersten Premiumautos, das von Grund auf als Elektroauto entwickelt wurde.

„Die Münchner sind frühzeitig auf das Thema Elektro eingestiegen – und das deutlich besser als die Konkurrenz. Und deshalb werden sie meiner Meinung nach eher die Trendwende erreichen als die beiden anderen deutschen Autokonzerne“, betont Kapitalmarktstratege Molnar.

„Neue Klasse“ als Hoffnungsträger für BMW

BMWs Hoffnungsträger ist nun die „Neue Klasse“, also die nächste Generation von Elektroautos. Den Anfang machte der Elektro-SUV iX3. Seit der Markteinführung im vergangenen September sind mehr als 50.000 Bestellungen eingegangen.

„Was uns besonders freut beim iX3 ist, dass die Eroberungsrate sehr hoch ist“, sagt der scheidende BMW-Chef Oliver Zipse. Das heißt, dass BMW Kunden anderer Autobauer vermehrt für sich gewonnen hat.

Als zweites Modell der „Neuen Klasse“ folgt die vollelektrische Limousine i3, die ab August in München gebaut werden soll; zu den Kunden kommt sie ab Herbst 2026. Autoexperte Jürgen Pieper sieht darin einen wichtigen Punkt im Wettbewerb mit China. „Die spektakulären Neuheiten kommen aktuell von den Chinesen – bis auf BMW mit seinen beiden Autos der Neuen Klasse, die machen schon viel Eindruck.“

Europas E-Auto-Markt zieht wieder an

Für BMW kommt der Neustart besonders in Europa zur richtigen Zeit. Laut dem Herstellerverband Acea war von Januar bis März fast jedes fünfte neu zugelassene Auto in der EU ein reines Elektroauto. Der Marktanteil der Stromer stieg auf 19,4 Prozent, nach 15,2 Prozent im Vorjahr.

Der Markt wird also wieder aufnahmefähiger für neue E-Modelle. Und BMW profitiert davon merklich: Bei den Münchnern legten die Bestellungen für E-Autos in Europa im ersten Quartal um mehr als 60 Prozent zu. BMW sei unter den deutschen Autokonzernen bei Elektroautos führend, betont Kapitalmarktexperte Molnar. „Deshalb glaube ich, dass sie am besten aus dieser Krise herauskommen.“

Diese positive Erwartungshaltung spiegelt sich unterdessen auch an der Börse deutlich wider: Während Anteilsscheine von Mercedes und VW auf Jahressicht Kursverluste einfuhren, legte die BMW-Aktie um rund elf Prozent zu.

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