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Startseite»Nachrichten»Gamestop will Ebay für 56 Milliarden Dollar kaufen
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Gamestop will Ebay für 56 Milliarden Dollar kaufen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 6, 2026Keine Kommentare5 Minuten Lesezeit
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Fans kaufen sogar UnterhosenWie der „gottgleiche“ Gamestop-Chef Ebay kaufen will

06.05.2026, 17:34 Uhr Von Gregor Rittelmeyer
GameStop-makes-a-6-billion-takeover-bid-for-eBay-and-wants-to-compete-with-Amazon
Ebay ist fast viermal so viel Wert wie Gamestop. (Foto: picture alliance / SIPA)

2021 rettet ein Reddit-Hype das Unternehmen Gamestop. Nun will der Chef des Videospiele-Händlers, Ryan Cohen, den legendären Onlineriesen Ebay kaufen. Die Übernahme klingt größenwahnsinnig und wäre höchst riskant. Gelingt sie, winkt ein Milliardengehalt.

Mit seiner jüngsten Ankündigung schockte Ryan Cohen die Börse: Der Chef des Videospiele-Händlers Gamestop erklärte in einem Interview mit dem „Wall Street Journal“, sein Unternehmen wolle für mehr als 50 Milliarden Dollar Ebay kaufen und den Onlinehandelsriesen Amazon angreifen. Investoren und Experten reagierten mit Zweifel. „Ohne genauere Angaben zur geplanten Finanzierung dürfte der Markt der Durchführbarkeit eines möglichen Deals skeptisch gegenüberstehen“, schrieben Analysten von Morgan Stanley in der „New York Times“. Zum Vergleich: Gamestop kam im vergangenen Jahr mit seinen knapp 5500 Mitarbeitern gerade einmal auf etwa 3,63 Milliarden Dollar Umsatz, das deutlich größere Ebay dagegen auf 11,1 Milliarden. Beide zusammengeschlossen immer noch weit abgeschlagen hinter Amazon mit einem globalen Umsatz von 716,9 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr.

Nach gängigen Management-Maßstäben ergibt Cohens Plan keinen Sinn. Beide Unternehmen schwächeln finanziell, sind von Sparmaßnahmen betroffen. „Zwei Unternehmen mit strukturellen Wachstumsproblemen ergeben zusammen nicht plötzlich einen Amazon-Wettbewerber – sie ergeben einen größeren Patienten“, sagte der Experte Alex Graf gegenüber dem „Handelsblatt“.

Aber Cohen ist kein normaler Manager und Gamestop kein normales Unternehmen – zumindest seit dem Memestock-Hype von 2021 nicht. Cohen ist für viele Gamestop-Aktionäre eine Kultfigur. Er wurde 2020 größter Investor des Videospiele-Händlers und legte den Grundstein für den legendären „Short Squeeze“ von 2021. Gamestop kämpfte damals mit stetig sinkenden Umsätzen. Cohen selbst kritisierte das hoffnungslos veraltete Geschäftsmodell und den verpassten Wandel zum Onlinehandel im Streamingzeitalter.

Hedgefonds-Manager verlieren gegen Gamestop

Mehrere Hedgefonds-Manager setzten deshalb darauf, dass die Kurse von Gamestop weiter fallen. Das nennt man „Short selling“: Die Hedgefonds liehen sich Gamestop-Aktien am Markt und verkauften diese, um sie später günstiger zurückzukaufen.

Millionen Privatanleger machten diesen Shortsellern jedoch auf spektakuläre Weise einen Strich durch die Rechnung. Sie verabredeten sich in Online-Foren, die Gamestop-Aktien zu kaufen und setzten damit gegen die Hedgefonds-Wetten.

Die Beweggründe für die Aktienkäufe waren den Posts in den Foren zufolge eine Mischung aus Nostalgie für die Spieleläden und einer generellen Abneigung gegen die Großinvestoren von der Wall Street. Aber auch, weil sie im Gegensatz zu Experten in Cohens Fähigkeit vertrauten, Gamestop vor dem Untergang zu bewahren. Mit Erfolg. Die Aktie von Gamestop stieg im Januar 2021 um 1625 Prozent an, von 18 bis 21 Dollar auf eine zwischenzeitlich astronomische Höhe von 483 Dollar.

Die Hedgefonds-Manager, die auf die fallenden Kurse gesetzt hatten, mussten die Aktien zu vielfach teureren Preisen zurückkaufen und verloren laut der Analyseplattform S3 Partners insgesamt fast 20 Milliarden Dollar. Obwohl die Aktienkurse letztlich wieder fielen und viele Privatanleger ihr Geld verloren, feierten sie die Aktion als Sieg gegen einflussreiche Hedgefonds-Manager.

Kleinanleger folgen Ryan Cohen fanatisch

Die Gamestop-Aktie wurde zur bekanntesten Meme-Aktie und gilt seither als unberechenbar, denn die Foren, die den Hype auslösten, existieren noch. Die Millionen Kleinanleger könnten sich also wieder zusammenschließen beziehungsweise von ihrem „Meme-König“ Ryan Cohen mobilisiert werden.

Genau das scheint der Plan des Gamestop-Chefs. Im Interview mit dem „Wall Street Journal“ deutete er an, dass der Kauf von Ebay zu einem großen Teil mithilfe der Ausgabe neuer Aktien finanziert werden könnte: Die Kleinanleger würden, so hofft Cohen, die neuen Aktien kaufen und so das Kapital für die Ebay-Übernahme bereitstellen.

Während des Gamestop-Börsenbebens vor fünf Jahren hat das funktioniert, obwohl er selbst kaum direkt mit seiner Online-Gefolgschaft interagierte. Nahezu fanatisch versuchten die Menschen in den Foren, seine X-Posts zu dechiffrieren und mögliche nächste Schritte vorherzusehen. „Er hat allen möglichen Unsinn gepostet, und all diese Leute dachten, er würde sich in Geheimsprache an sie wenden“, sagte ein anonymer Reddit-Nutzer gegenüber CNBC.

In einem der populärsten Forenkommentare bezeichnete ein Nutzer Cohen scherzhaft als „den Vater, der vom Milchholen zurückkommt“. Ein anderer, anonym gebliebener Nutzer beschrieb ihn gegenüber CNBC als „eine gottgleiche Figur in der Memestock -Gemeinschaft“.

Und diese Figur blieb er. Als er 2022 kurzzeitig in das Haushaltswarengeschäft Bed Bath and Beyond einstieg und zehn Prozent der Aktien erwarb, wurden zahlreiche Livestreams online gestartet, die sein X-Profil und den Kurs des Unternehmens verfolgten. Nachdem er seine Aktien mit fast 70 Millionen Dollar Profit wieder abgestoßen hatte, ging das Unternehmen 2023 bankrott. Zahlreiche Reddit-Nutzer wetten nichtsdestotrotz auf eine erneute Beteiligung Cohens an dem Haushaltswarengeschäft und darauf, dass die Aktie zurückkehrt und wieder durch die Decke schießt.

Wie absurd diese Gefolgschaft agiert, zeigt auch eine Wohltätigkeitsauktion im vergangenen Jahr: Dort gelang es ihm, einen gebrauchten Tacker und seine dreckige Unterhose für mehr als 250.000 Dollar zu versteigern. Die Käufer äußerten anschließend gegenüber der „New York Post“ ihre Freude darüber, Sachen vom „Memeking“ zu besitzen. Ob es ihm allerdings gelingt, Kleinanleger in einem so großen Maßstab zu mobilisieren, dass sie die Hälfte des Kaufpreises für Ebay finanzieren, ist dennoch nicht sicher.

Übernahme könnte Milliardenvergütung sichern

Nach einer Fusion mit Ebay verspricht Cohen, dass die etwa 1600 US-Filialen des Spiele-Händlers als Logistik-Hubs für eBay genutzt werden. Das Unternehmen würde so eine stärkere Konkurrenz für Amazon darstellen.

Er plant dabei massive Personaleinsparungen, um innerhalb eines Jahres nach einer Übernahme zwei Milliarden Dollar einzusparen. „Sie haben 11.500 Beschäftigte – und das ergibt keinen Sinn“, sagte Cohen über Ebay in einem Interview des Podcasts „TBPN“. Weltweit hat das Unternehmen jüngsten Angaben zufolge knapp 12.300 Mitarbeiter, davon 7200 in den USA.

Durch ebendiese Einsparungen hat er es damals geschafft, Gamestop zurück auf den Gewinnkurs zu bringen. Sein persönliches Interesse an der Übernahme ist aber auch deshalb groß, weil seine Vergütung als Gamestop-Chef an den Profit des Unternehmens gebunden ist. Die Fusion mit Ebay könnte Umsatz und Gewinn langfristig stark steigen lassen. Dann winkt Cohen im besten Fall ein Aktienpaket im Wert von 35 Milliarden Dollar.

Quelle: ntv.de

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