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Verbraucherreport: Mehrheit fordert wirksameren Schutz für junge Menschen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 18, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Aus Sicht der meisten Verbraucher:innen tut die Politik zu wenig, um junge Menschen bei der Nutzung digitaler Dienste sowie in den Bereichen Finanzen und Ernährung wirksam zu schützen. Entsprechend gering ist das Vertrauen in die Politik, wenn es um den Verbraucherschutz geht. Das zeigt der Verbraucherreport 2026, eine jährliche repräsentative forsa-Befragung im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv). Die Ergebnisse machen deutlich: Die Politik ist gefordert, den Verbraucheralltag junger Menschen sicherer zu gestalten.

„Ungesunde Lebensmittel, süchtig machende Online-Medien, drohende Schuldenfallen: Der Verbraucheralltag junger Menschen ist sehr komplex. Gleichzeitig haben Kinder und Jugendliche ein Recht darauf, gesund und sicher aufzuwachsen. Dieser Verantwortung wird die Politik aus unserer Sicht oft nicht gerecht. Das sieht auch die Mehrheit der Verbraucherinnen und Verbraucher so“, sagt Ramona Pop, Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbands.

Repräsentative Befragung: Politik soll junge Menschen stärker schützen

Eine deutliche Mehrheit (79 Prozent) der Befragten gibt an, dass die Politik Kinder und Jugendliche stärker schützen sollte, auch wenn das strengere Regeln für Unternehmen und Plattformen bedeutet.

Insbesondere bei der Nutzung sozialer Dienste, wie Social Media oder Online-Games, bewertet eine ganz überwiegende Mehrheit der Befragten (87 Prozent) den Schutz von Kindern und Jugendlichen durch die Politik als sehr oder eher schlecht. Auch im Bereich Finanzen, wie etwa beim Schutz vor Überschuldung, sind gut acht von zehn Befragten (82 Prozent) der Ansicht, dass sich die Politik sehr oder eher schlecht um den Schutz junger Menschen kümmert. Im Ernährungsbereich sehen fast drei Viertel (74 Prozent) der Befragten Nachholbedarf beim Verbraucherschutz für junge Menschen.

„Kinder und Jugendliche dürfen nicht außen vor bleiben. Sie haben ein Recht auf Teilhabe – analog und digital. Die Politik muss dafür sorgen, dass digitale Angebote auch für junge Menschen sicher sind. Hier brauchen wir zeitnah Lösungen, die Kinder und Jugendliche deutlich besser schützen“, so Ramona Pop. „Auch beim Thema Finanzen müssen wir die Risiken Überschuldung und Betrug, gerade für die ganz Jungen, minimieren. Zudem muss die Politik Rahmenbedingungen schaffen, die eine gesunde Ernährung ermöglichen.“

Nur ein Fünftel der Befragten vertraut der Politik beim Verbraucherschutz

Der Verbraucherreport 2026 zeigt: Die deutliche Mehrheit (86 Prozent) der Verbraucher:innen sieht die Politik in der Verantwortung, die Interessen der Verbraucher:innen zu schützen. Doch nur jede:r Fünfte (20 Prozent) vertraut eher oder sehr stark darauf, dass die Politik dieser Verantwortung tatsächlich gerecht wird. Das Vertrauen ist in den vergangenen zwei Jahren leicht gesunken (2024: 24 Prozent; 2025: 22 Prozent). Für neun von zehn Befragten (90 Prozent) ist Verbraucherschutz jedoch sehr oder eher wichtig, wenn es um ihre persönliche Sicherheit geht. Besonders wichtig ist der Verbraucherschutz für junge Menschen: Bei den 14- bis 29-Jährigen liegt der Wert sogar bei 96 Prozent.

Verbraucherreport 2026: Die Lage der Verbraucher:innen

Wie gut fühlen sich Verbraucher:innen in ihrem alltäglichen Leben geschützt? Welche Probleme und Sorgen treiben sie um? Antworten auf diese Fragen gibt der jährliche Verbraucherreport des Verbraucherzentrale Bundesverbands.

Methodik

Verbraucherbefragung: Für den Verbraucherreport 2026 führte forsa im Auftrag des vzbv eine repräsentative Telefonbefragung mit 1.502 Personen durch (CATI Dual-Frame). Berücksichtigt wurden deutschsprachige Menschen ab 14 Jahren in Privathaushalten in Deutschland. Erhebungszeitraum des aktuellen Verbraucherreports war der 13. bis 24. April 2026. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei ± 3 Prozentpunkten in der Gesamtstichprobe.

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