Terrornacht für Region KiewGeheimdienst: Nordkorea verlegt Raketeneinheit nach Westrussland
Bei massiven russischen Angriffen auf die Region Kiew sterben mindestens 15 Menschen. Offenbar kann die Ukraine keine Rakete abschießen. Und die Lage dürfte noch schlimmer werden: Eine nordkoreanische Raketeneinheit soll bald im Westen Russlands stehen.
Nordkorea hat laut dem ukrainischen Geheimdienst damit begonnen, eine Raketeneinheit in den Westen Russlands zu verlegen. Diese könnte für Angriffe auf die Ukraine eingesetzt werden. Die Einheit könne mit 120 ballistischen Raketen und sechs Startrampen ausgerüstet werden, erklärt Andrij Tschernjak vom Militärgeheimdienst. Demnach plant Russland, die rund 90 nordkoreanischen Soldaten in der westrussischen Region Woronesch zu stationieren.
Russland hat seit Ende 2023 bereits zahlreiche nordkoreanische Raketen auf die Ukraine abgefeuert. Die Entsendung einer eigenen Einheit wäre eine Ausweitung der ohnehin umfassenden militärischen Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern. Sie hatten 2024 einen gegenseitigen Verteidigungspakt unterzeichnet. Ukrainischen Angaben zufolge hat Nordkorea zudem Millionen Artilleriegranaten geliefert und 14.000 Soldaten in die russische Region Kursk entsandt.
Viele Tote und Verletzte in der Region Kiew
Bereits jetzt sterben nahezu täglich Zivilisten durch Raketenbeschuss aus Russland. Allein in der Nacht wurden bei russischen Angriffen auf die Region Kiew nach Behördenangaben mindestens 15 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt. 14 Zivilisten seien in der Nacht in der Gegend um die ukrainische Hauptstadt getötet worden, erklärte der Leiter der regionalen Militärverwaltung, Tymur Tkatschenko, bei Telegram. Mehr als 20 Menschen wurden laut den Behörden im Umland verletzt.
In Kiew wurde offiziellen Angaben zufolge mindestens eine Frau getötet; mehr als 20 weitere Menschen wurden demnach durch Raketen- und Drohnenangriffe in der Hauptstadt verletzt. Mehrere heftige Explosionen erschütterten Kiew.
Nach Angaben der Militärverwaltung wurden Wohnhäuser und Lagerhallen beschädigt. „Der Feind greift erneut gezielt Zivilisten und zivile Infrastruktur an“, erklärte die Militärverwaltung auf Telegram. Durch die Angriffe seien in mehreren Stadtbezirken Brände ausgelöst worden.
Nach Angaben der ukrainischen Armee setzte die russische Armee erneut ballistische Raketen ein, von denen keine einzige abgeschossen werden konnte. Die russische Armee habe die Ukraine mit 115 Drohnen und 28 Raketen angegriffen, 98 Drohnen seien abgefangen worden, erklärte die Luftwaffe. Kiew klagt seit Längerem über einen Mangel an Abwehrraketen für die Luftverteidigung und dringt bei ihren Verbündeten auf die Lieferung von weiteren US-Patriot-Raketen, um den eigenen Luftraum besser gegen russische Angriffe mit ballistischen Raketen schützen zu können.
Beide Seiten haben in den vergangenen Wochen ihre Angriffe mit weitreichenden Waffen auf das jeweils andere Land verstärkt. Doch während die Ukraine vor allem Raffinerien und Lager angreift, zielt Russland auch auf die zivile Infrastruktur und macht dabei auch Jagd auf Zivilisten. Im Juli hat Moskau den Einsatz von Raketen mehr als verdoppelt.
