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Startseite»Nachrichten»„Ganze Welt wird uns hören“: Superzelle, Hotel-Ärger, Ultras: München steht Kopf vor Bayern-PSG
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„Ganze Welt wird uns hören“: Superzelle, Hotel-Ärger, Ultras: München steht Kopf vor Bayern-PSG

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 6, 2026Keine Kommentare5 Minuten Lesezeit
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„Ganze Welt wird uns hören“Superzelle, Hotel-Ärger, Ultras: München steht Kopf vor Bayern-PSG

06.05.2026, 17:41 Uhr

Von David Bedürftig, München
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Dunkle Wolken thronen auch am Mittwochabend über München. (Archivbild) (Foto: IMAGO/Wolfgang Maria Weber)

Es blitzt und kracht am großen Champions-League-Abend: Ein heftiges Unwetter fegt über München hinweg, doch die Fans vom FC Bayern und Paris Saint-Germain lassen sich nicht aufhalten. Beim Halbfinal-Rückspiel geht es um Millionen – und „viel Lärm“.

Es knistert und knallt in München. Während im ICE noch die roten Bayern-Trikots vorherrschen, tummeln sich auf dem Marienplatz ebenso viele Fans mit PSG-Utensilien. Beide Fanlager beäugen sich friedlich, aber sowohl Vorfreude als auch Anspannung sind greifbar. In ein paar Stunden geht es um alles.

Vor dem Finale in Budapest (30. Mai) steht in München das Halbfinal-Rückspiel zwischen dem FC Bayern und Paris Saint-German (21 Uhr/DAZN und im Liveticker auf ntv.de) an: Es ist der spannendste Champions-League-Abend der Saison und das zweite Kapitel eines Thrillers, der in Paris epochale und absurde Ausmaße angenommen hatte. Schließlich bot das wilde Hinspiel mit einem 5:4 das torreichste Halbfinal-Spiel der Königsklassen-Geschichte.

„Die Bayern-Fans werden heute richtig einen abbrennen“, sagen zwei Bayern-Fans, die aus Magdeburg zur Partie angereist sind, zu ntv.de. „Das wird ein Stehplatzspiel, auch wenn wir Tickets für den Oberrang haben. Heute müssen wir alle mitwirken, damit das erfolgreich werden kann.“ Die beiden Anhänger in Münchner Trikots hoffen auf „ein schnelles Tor“ und glauben, dass es „etwas defensiver als im Hinspiel wird“.

„Lärm, viel Lärm“

Die komplett in Schwarz gekleideten PSG-Ultras wollen jedoch zunächst nicht mit der Presse sprechen. Drei Versuche schlagen fehl. Etwas abseits erklären zwei Pariser dann doch noch gegenüber ntv.de, dass ihre Mannschaft nicht defensiv spielen wird, weil die Spieler einfach offensiv zu gut dafür wären.

„Es wird sehr schwer heute Abend, der Gewinner des Spiels wird am Ende auch den Champions-League-Titel holen“, meint Sofian. „Wir erleben unter Luis Enrique eine grandiose Ära, vielleicht die beste von PSG aller Zeiten“, erklärt Said. „Wir erwarten eine großartige Atmosphäre, aber wir müssen uns auch nicht vor den 70.000 deutschen Fans verstecken. Wir haben bei Auswärtsspielen ein ums andere Mal gezeigt, dass wir für Stimmung sorgen.“

Tausende kamen aus Frankreich an die Isar, 3700 laut des Hauptstadtklubs. Was sie mitbringen? „Lärm, viel Lärm!“, kündigte ein Fan von der berüchtigten Gruppierung Collectif Ultras Paris gegenüber dem Portal „Absolut Bayern“ an. „Die ganze Stadt wird von unserer Ankunft erfahren“, sagte er: „Die ganze Welt wird von den Parisern in München hören.“

Aber auch die Bayern-Anhänger haben sich einiges vorgenommen. Abwehrboss Jonathan Tah spürt gar eine „noch nie“ dagewesene Vorfreude in München, wie er auf der Pressekonferenz vor dem großen Spiel mitteilte. „Es fühlt sich groß an“, pflichtete Trainer Vincent Kompany bei. Der Klub appellierte extra an die eigenen Fans, alle sollen in Rot erscheinen, man will die Arena in ein Tollhaus verwandeln. Die außerordentliche Atmosphäre aus dem Viertelfinale gegen Real Madrid soll noch einmal getoppt werden.

Superzelle schrammt haarscharf an München vorbei

Doch ausgerechnet zum großen Spiel, nach traumhaften Sommertagen in ganz Deutschland, zieht in München ein heftiges Unwetter auf. Ein böses Omen? Nachdem bereits in der vergangenen Nacht die Feuerwehr in Bayern für Überflutungen oder umgeknickte Bäume ausrücken musste, gibt der Deutsche Wetterdienst DWD am Nachmittag eine Unwetterwarnung raus für die Region München.

„Schwere Gewitter mit heftigem Starkregen und Hagel“, heißt es da. Und „große Gefahr durch: Blitzschlag (Lebensgefahr!); vereinzelt umstürzende Bäume; herabstürzende Gegenstände“. Handlungsempfehlungen, wie den Aufenthalt im Freien vermeiden oder Schutz suchen oder Gerüste und frei stehende Objekte sichern, werden ausgesprochen. Auch der BR warnt vor einer „Superzelle“ genau über München. Dies sind besonders gut entwickelte Gewitterzellen, die neben Starkregen und Hagel auch für extreme Sturmböen bekannt sind.

Am späten Nachmittag wird es dunkel auf dem Marienplatz. Erste Fans flüchten in weiser Voraussicht. Kurz darauf hat das Gewitter München voll in seiner Gewalt. Es blitzt, donnert, stürmt und schüttet. Die Superzelle zieht aber etwas südlich von der Landeshauptstadt vorüber. Inwieweit das Unwetter den Königsklassen-Kracher beeinflussen könnte, bleibt abzuwarten. Am späteren Abend wird es wohl nur noch Regen geben.

Gewitter, Blitze und der ganze Schmarrn: München steht auch ohne DWD-Warnungen Kopf. Seit dem „Finale Dahoam“, in dem die Bayern 2012 dramatisch gegen den FC Chelsea unterlagen, gab es nicht mehr solch ein wichtiges Heimspiel. Gab es nicht mehr solch einen Ansturm. Die U-Bahnen sind schon am späten Nachmittag proppenvoll, die Hotels der Stadt platzen seit Wochen aus allen Nähten und verlangen horrende Preise.

Viele Millionen Euro stehen auf dem Spiel

Auch die beiden Halbfinal-Teams zofften sich um Hotelzimmer: Die Pariser hätten gerne – aus „abergläubischen Gründen“, wie das französische Fachblatt „L’Équipe“ berichtete – im selben Elitehaus genächtigt wie vor dem Titelgewinn in der Champions League 2025. Der FC Bayern aber schnappte ihnen das Wunschhotel weg, weil die Mannschaft dort stets vor Heimspielen zusammenkommt. „Das ist unsere Stadt hier“, bekannte Trainer Vincent Kompany zu der Thematik barsch.

Eine Fußball-Sensation wie im Hinspiel will niemand verpassen. Gibt es eine erneute Torparty? Können die Bayern die Pariser Offensivkünstler diesmal vom eigenen Tor fernhalten? Unglaublich viel steht auf dem Spiel, der in dieser Saison so dominante deutsche Rekordmeister will unbedingt den Henkelpott. Die Chance ist so groß wie lange nicht, aber klar ist: Der FC Bayern muss PSG schlagen, ein Remis reicht nicht.

Außerdem geht es natürlich um das Geld. Für das Erreichen des Finales gibt es 18,5 Millionen Euro, für einen Triumph in Budapest gäbe es zusätzlich 6,5 Millionen. Weitere 4 Millionen gäbe es dann auch noch einmal für die Teilnahme am Supercup (bei Sieg eine zusätzliche Million).

Sieg gegen PSG nach Weißbier-Pleite?

Eine bittere Pleite mussten die Bayern übrigens bereits wegstecken. Bei der Wahl des weltbesten Weißbieres wurden sie dieser Tage von einer nordischen Brauerei auf Rügen geschlagen. Damit gegen Paris keine weitere empfindliche Niederlage hinzukommt, werden der Rekordmeister und seine Fans – ob nass oder trocken – alles geben. „Heute sind viele für Bayern, die es sonst nicht so mit unserem Verein halten“, sagen die beiden Magdeburger Fans. „Bayern hat mit Kompany viele Sympathien dazugewonnen.“ Es ist angerichtet. Das nächste Jahrhundertspiel kann kommen.

Quelle: ntv.de

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