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Startseite»Nachrichten»Absurdes Duell ganz unten: Kreisliga-Farce nimmt kein gutes Ende
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Absurdes Duell ganz unten: Kreisliga-Farce nimmt kein gutes Ende

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 19, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Absurdes Duell ganz unten

Kreisliga-Farce nimmt kein gutes Ende

19.07.2026 | 17:49 Uhr

Ein Spieler des FC Pesch bedroht in der Kölner Kreisliga A den Schiedsrichter derart, dass der Unparteiische das Spiel gegen Olympia Köln abbricht. Pesch steigt sportlich ab. Doch dann nehmen die Dinge einen bitteren Verlauf.

Keine Zuschauer, dafür Polizei und eine Menge Brisanz: Am Sonntag standen sich im Kölner Stadtteil Pesch die zweite Mannschaft der Gastgeber und die Männer von Olympia Köln im wohl ärgerlichsten, absurdesten Kreisligaspiel der Saison gegenüber. Für Olympia ging es um nichts mehr, für den FC Pesch um den Klassenerhalt und gegen den Abstieg in die Kreisliga B. Es war ein Spiel in den tiefsten Niederungen des deutschen Amateurfußballs, doch die Ansetzungen weit nach dem eigentlichen Saisonende erregt landesweit Aufsehen. Dass dieses Spiel stattfand, ist ein Skandal.

Die Vorgeschichte: Im Juni standen sich beide Teams in diesem Jahr schon einmal gegenüber, das Spiel wurde nicht zu Ende gebracht – denn beim Stande von 4:3 für Olympia bedrängte und bedrohte ein bereits ausgewechselter Pesch-Spieler den Schiedsrichter derart, dass der sich gezwungen sah, das Duell abzubrechen. Das Kölner Kreissportgericht machte den FC Pesch erstinstanzlich für den Abbruch verantwortlich, das Spiel wurde entsprechend mit 2:0 für Olympia gewertet. Der beschuldigte Spieler wurde parallel für sechs Spiele gesperrt. Der FC Pesch war damit abgestiegen – wie er es auch mit dem Ergebnis zum Zeitpunkt des Abbruchs gewesen wäre.

Schiedsrichter beendet Laufbahn

Doch die Berufungsverhandlung brachte die Rolle rückwärts: Wie das Bezirkssportgericht verkündete, habe der Schiedsrichter nicht alle Mittel ausgeschöpft, den Abbruch zu verhindern. Das Spiel – so das letztinstanzliche Urteil – muss wiederholt werden. Pascal Ervens, 1. Vorsitzender in Pesch, betonte beim regionalen Portal „FuPa“: „Das Urteil bestätigt, dass wir nicht im Unrecht waren. Das ist mir wichtig, denn unser Ruf hat in den letzten Wochen arg gelitten.“ Der 19-jährige Schiedsrichter hat inzwischen im Nachgang der Vorkommnisse seine Laufbahn beendet.

„Pesch erhält nun eine komplett neue sportliche Chance, obwohl die Situation, die zum Spielabbruch geführt hat, aus den eigenen Reihen entstanden ist“, kritisierte Olympia-Trainer Victor Eboa. „Damit zieht Pesch aus diesem Vorfall letztlich einen Vorteil und genau das ist für uns das völlig falsche Signal.“ Auf Instagram stellte Olympia die Frage, „die dieses Urteil jedem Schiri, jedem Verein und jedem Verband stellt: Wenn die Bedrohung eines Schiedsrichters am Ende belohnt wird – was ist Schiedsrichterschutz noch wert?“

Der Beitrag, mit dem Olympia Köln über den Vorgang aufklärte, sammelte auf Instagram binnen kürzester Zeit mehr als 30.000 Likes, darunter versammelten sich Hunderte empörte Kommentare. „Wir würden dieses Spiel am liebsten nicht spielen“, teilte der Verein mit. „Aber uns wurde klar kommuniziert: Treten wir nicht an, droht uns ein Punktabzug für die kommende Saison.“

Wunder bleibt aus

So kam es also zu der absurden Partie, die auf Antrag des FC Pesch ohne Zuschauer stattzufinden hatte. Eine weitere Absurdität: Da die vergangene Saison schon vorbei ist, durften beide Teams auf neue Spieler zugreifen. Der FC Pesch machte davon Gebrauch, schickte Neuzugänge aus der Mittelrheinliga und Spieler aus der eigenen Landesliga-Mannschaft zum Duell um den Klassenerhalt.

„Viele von euch schreiben uns, wir sollen Eigentore schießen oder das Spiel ins Lächerliche ziehen. Das haben wir tatsächlich in Betracht gezogen. Wir haben uns aber entschieden, sportlich und ernsthaft anzutreten“, hatte Olympia zuvor verkündet. „Wir haben dieses Spiel im Juni schon einmal gewonnen und schenken nichts her. Die Ausgangslage war klar: Nur mit einem Sieg würde der FC Pesch doch noch die Klasse halten, der sportlich schon gerettete SC West müsste doch noch absteigen. Auch, weil ein Antrag des Klubs auf Aufstockung der Kreisliga A abgelehnt wurde.

Das kleine Fußball-Wunder ganz unten im deutschen Amateurfußball blieb schließlich aus: Der FC Pesch, sportlich abgestiegen und von der Sportgerichtsbarkeit wiederbelebt, gewann das absurde Duell 4:2 und hält die Klasse.

Verwendete Quellen: ntv.de, ter

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