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Startseite»Politik»Auftragsbestand in der Industrie steigt auf Rekordhoch
Politik

Auftragsbestand in der Industrie steigt auf Rekordhoch

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 17, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Stand: 17.09.2026 • 11:00 Uhr

Die Auftragsbücher deutscher Industrieunternehmen sind so voll wie noch nie. Besonders Aufträge für Flugzeuge, Schiffe, Züge und auch Militärfahrzeuge sorgen für viel Extrageschäft im Verarbeitenden Gewerbe.

In der deutschen Industrie gibt es weitere Hinweise auf eine deutliche Belebung nach einer langen Schwächephase. Der Auftragsbestand in der deutschen Industrie ist im Juli erneut gestiegen. Der Bestand habe preisbereinigt um 1,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat zugelegt, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden mit. „Der Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe erreichte damit abermals ein neues Allzeithoch.“

Gemessen am Vorjahresmonat stieg der Auftragsbestand um 10,9 Prozent. Bereits in den vergangenen Monaten waren die Auftragsbücher in den Unternehmen tendenziell gewachsen.

Bestellungen abarbeiten braucht Monate

Die sogenannte Reichweite für den Auftragsbestand stieg laut den Statistikern auf neun Monate. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Erhebung der Daten 2015. Die Reichweite gibt an, wie viele Monate die Betriebe bei gleichbleibendem Umsatz ohne Neugeschäft theoretisch produzieren müssten, um vorhandene Bestellungen abzuarbeiten.

Gestützt wurde die positive Entwicklung besonders durch den Anstieg im „sonstigen Fahrzeugbau“. Dazu gehören Flugzeuge, Schiffe, Züge und auch Militärfahrzeuge. Hier seien zuletzt viele neue Aufträge eingegangen, erklärte Destatis. Auch die staatlichen Rüstungsausgaben dürften hierbei eine Rolle gespielt haben.

Ein leichter Anstieg im Maschinenbau wirkte sich ebenfalls positiv aus, während der Auftragsbestand in der Autoindustrie sank. Ohne die Berücksichtigung des „sonstigen Fahrzeugbaus“ lag der Auftragsbestand deutlich unterhalb seines Höchststandes.

Institute erhöhen Wirtschaftsprognosen

„Wegen des Fiskalpakets strahlt die Sonne bei der Auftragslage“, sagte der Chefvolkswirt der Bank Bethmann HAL, Alexander Krüger, mit Verweis auf die staatlichen Investitionen in Infrastruktur und Sicherheit. Viel werde davon abhängen, ob Unternehmen Kapazitäten jetzt auch stärker auslasteten. „Die Rüstungsindustrie könnte den Anstoß für mehr Produktion auch in anderen Bereichen geben“, so der Experte.

Wegen anziehender Exporte und der staatlichen Milliardenausgaben haben führende Institute zuletzt ihre Prognosen für die deutsche Wirtschaft angehoben. Das ifo-Institut etwa erwartet für 2026 ein Wachstum um 1,4 Prozent. Im vergangenen Jahr hatte das Bruttoinlandsprodukt nur um 0,2 Prozent zugelegt, in den beiden Jahren davor war die Wirtschaft geschrumpft.

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