Für die großen Autobauer wird es immer schwieriger, mit ihren Fahrzeugen Geld zu verdienen. Eine Auswertung zeigt, dass der Gewinn auf knapp 1.200 Euro im ersten Halbjahr sank. Besserung ist nicht in Sicht.
Die großen Automobilhersteller verdienen im Schnitt deutlich weniger pro verkauftem Fahrzeug. Das durchschnittliche Konzern-Ebit je ausgeliefertem Auto sank von 1.409 auf 1.187 Euro, ergab eine Auswertung des Center of Automotive Management (CAM) unter 15 großen Herstellern im ersten Halbjahr 2026.
Ebit
Ebit bezeichnet eine betriebswirtschaftliche Gewinnkenngröße und steht für „Earnings Before Interest and Taxes“, auf Deutsch „Gewinn vor Zinsen und Steuern“.
Insgesamt verzeichneten die untersuchten Hersteller laut der Analyse im operativen Ergebnis (Ebit) einen Rückgang von 17,5 Prozent auf 35,6 Milliarden Euro. Dieses entwickelte sich damit deutlich schlechter als der Umsatz, der um lediglich 1,4 Prozent sank.
Das zeige, dass nicht in erster Linie der Umsatz, sondern die Fähigkeit zur Umwandlung der Erlöse in operative Ergebnisse unter Druck steht, so das CAM.
Auch im zweiten Halbjahr keine Besserung in Sicht
Die Schere zwischen Umsatz- und Ergebnisentwicklung sei das eigentliche Alarmsignal des ersten Halbjahres, sagte Studienleiter Stefan Bratzel laut Mitteilung. „Wenn das Ebit zwölfmal so stark einbricht wie der Umsatz, verliert die Branche nicht Marktanteile, sondern Ertragskraft“. Unter der Ertragskraft versteht man die langfristige Fähigkeit eines Unternehmens, Gewinne zu erzielen.
Die Auswertung beruht unter anderem auf bis zum 6. August veröffentlichten Geschäfts- und Quartalsangaben der betrachteten Automobilkonzerne. Große chinesische Hersteller wurden aufgrund fehlender vollständig vergleichbarer Halbjahresangaben nicht berücksichtigt.
In der Auswertung berücksichtigt wurden Toyota, die VW-Gruppe, Hyundai (einschließlich Kia), Stellantis (inklusive Leapmotor International), GM, Ford, Mercedes, BMW, Tesla, Honda, Nissan, Renault, Suzuki, Mazda und Mitsubishi.
Das CAM rechnet auch in der zweiten Jahreshälfte nicht mit einer Trendwende. Unter anderem US-Zölle und der intensive Preiswettbewerb in China dürften die Branche demnach weiterhin belasten.
