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„Beispielloses Ausmaß“: Rauchwolken der Brände in Madrid und Bordeaux verbinden sich

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 25, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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„Beispielloses Ausmaß“Rauchwolken der Brände in Madrid und Bordeaux verbinden sich

Dunkle Rauchwolken ziehen über weite Teile von Frankreich und Spanien. (Foto: picture alliance/dpa)

In Frankreich und Spanien wüten verheerende Waldbrände. Hunderttausende Menschen fliehen vor den Flammen. Allein in Bordeaux gibt es eine der größten Evakuierungsaktionen der Landesgeschichte. Das beispiellose Ausmaß zeigen Satellitenbilder.

Die durch die Brände in Madrid entstandenen Rauchwolken haben sich mit dem Rauch der Waldbrände in der französischen Region Bordeaux verbunden. Das ist auf Satellitenbildern des spanischen Wetterdienstes Aemet zu sehen, die im Onlinedienst X veröffentlicht wurden. Darauf ist zu erkennen, wie die Spitze der durch die Waldbrände in Spanien entstandenen Rauchwolke die Rauchwolken der Brände in der südwestfranzösischen Region erreicht.

Inzwischen wurden rund 270.000 Menschen in Frankreich und Spanien vor den Flammen in Sicherheit gebracht. Im Südwesten Frankreichs haben die anhaltenden Brände eine der größten Evakuierungsaktionen in der Geschichte des Landes ausgelöst. Im Département Gironde wurden nach Angaben des Innenministers Laurent Nuñez inzwischen 167.000 Menschen evakuiert. Auch in Spanien mussten nach Regierungsangaben inzwischen rund 73.000 Menschen ihre Häuser verlassen.

Besonders betroffen ist das südwestfranzösische Département Gironde rund um Bordeaux. Allein in der Nacht wurden in mehreren Gemeinden im Umland der Großstadt 57.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Nach Angaben des Innenministers mussten außerdem 31.000 Menschen im benachbarten Département Landes wegen der Brände ihre Häuser verlassen. Unter den Evakuierten sind viele Urlauber aus der bei Touristen beliebten Küstenregion rund um das Bassin d’Arcachon. Schiffe wurden eingesetzt, um Menschen unter anderem von der Halbinsel Cap Ferret in Sicherheit zu bringen.

Frankreich mobilisiert zusätzliche Soldaten

Frankreich verstärkte angesichts der dramatischen Lage die Unterstützung der Feuerwehr. Die Zahl der Soldaten, die die Feuerwehr bei den Löscharbeiten unterstützen, werde von 500 auf 1000 erhöht, teilte Verteidigungsminister Sébastien Lecornu nach einer Sitzung des interministeriellen Krisenstabs mit. Zudem soll ein Militärflugzeug vom Typ A400M mit einem speziellen Löschsystem eingesetzt werden, das bis zu 20 Tonnen Löschmittel abwerfen kann.

Die Mobilisierung der Einsatzkräfte bleibe weiterhin sehr groß, erklärte Innenminister Laurent Nuñez. 18 Löschflugzeuge seien im Einsatz. Sie werfen Wasser oder Brandverzögerungsmittel über den Flammen ab, wie der Minister sagte. Zudem werden 1,5 Millionen FFP2-Masken in die Region Gironde geliefert, um Einsatzkräfte und Bevölkerung vor dem gesundheitsschädlichen Rauch zu schützen.

Für Reisende gibt es zudem Erleichterungen: Verkehrsminister Philippe Tabarot teilte mit, dass die Eisenbahngesellschaft SNCF angesichts der Brände eine Sonderregelung für Reisen in die betroffenen Gebiete einführt. Fahrten in die Region Bordeaux und andere betroffene Zonen können demnach kostenlos verschoben oder storniert werden.

Kampf gegen historische Waldbrände

Nach Angaben der Präfektur Gironde hat der seit Mittwoch wütende Großbrand inzwischen mehr als 19.000 Hektar Fläche erfasst. Etwa 100 Gebäude wurden zerstört. Der beißende Rauchgeruch ist mittlerweile bis in die Stadt Bordeaux vorgedrungen.

Unterschiedliche Angaben gab es zunächst zur Lage am Flughafen Bordeaux-Mérignac: Während Innenminister Laurent Nuñez wegen der starken Rauchentwicklung von einer Schließung gesprochen hatte, teilte der Flughafen mit, der Betrieb laufe weiter. Einschränkungen gibt es demnach lediglich beim öffentlichen Nahverkehr zum Flughafen.

Auch die Bilanz für Frankreich insgesamt ist außergewöhnlich und besorgniserregend: Nach Angaben des Innenministers sind seit Jahresbeginn nahezu 100.000 Hektar Land verbrannt – ein historischer Rekordwert. Auch in anderen Regionen Frankreichs, darunter im Département Var und auf der Insel Korsika, kämpfen Feuerwehrleute gegen weitere Brände.

Die Behörden sprechen von einem Feuer „beispiellosen Ausmaßes“. Mehr als 1200 Feuerwehrleute sind im Einsatz. Da der Wind gedreht hat, breiten sich die Flammen nun nach Osten in Richtung des Ballungsraums von Bordeaux aus. Auch in anderen Regionen Frankreichs, darunter im Département Var und auf der Insel Korsika, kämpfen Feuerwehrleute gegen weitere Brände.

Spaniens Ministerpräsident warnt vor schwieriger Situation

Spanien kämpft ebenfalls gegen zahlreiche Waldbrände. Wegen der schweren Feuer rief die Regierung für die Umgebung der Hauptstadt Madrid sowie für die Region Ávila den Notstand aus. Wie der Präfekt der spanischen Regierung für Madrid, Francisco Martín Aguirre, vor Journalisten sagte, mussten inzwischen rund 73.000 Menschen ihre Häuser verlassen. Weitere mehr als 20.000 Menschen waren nach Berichten spanischer Medien unter Berufung auf das Innenministerium von den Bränden betroffen, konnten ihre Wohnungen oder Häuser aber wegen der Lage nicht verlassen.

Besonders betroffen ist der Großraum Madrid, wo die Flammen in mehreren Gemeinden bewohnte Gebiete bedrohten. Ministerpräsident Pedro Sánchez warnte bei einem Besuch in der Kommandozentrale der Einsatzkräfte vor einer weiterhin schwierigen Situation. Es sei unklar, wie sich der Wind entwickeln werde. Die Priorität bestehe darin, Menschenleben zu retten und Ortschaften zu schützen.

Zuletzt gab es in Spanien vorsichtige Anzeichen für eine Entspannung der Lage. Weniger Wind, höhere Luftfeuchtigkeit und niedrigere Temperaturen hätten die Löscharbeiten begünstigt, teilte die Regierung mit. Die Brände hätten sich in der Nacht weniger stark ausgebreitet und an Intensität verloren.

Auch in Italien gibt es zahlreiche Waldbrände. Besonders betroffen sind die Mittelmeerinsel Sizilien und die Region Kalabrien. Allein auf Sizilien wurden mehrere Dutzend Feuer gemeldet. Die Behörden befürchten eine Verschärfung der Lage durch eine neue Hitzewelle. Immer wieder werden die Flammen durch den aus Afrika kommenden Scirocco-Wind angefacht.

Quelle: ntv.de, hny/dpa/AFP

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