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Startseite»Politik»Bericht der WMO: Wasserspeicher schrumpfen weltweit
Politik

Bericht der WMO: Wasserspeicher schrumpfen weltweit

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 17, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Stand: 17.09.2026 • 07:55 Uhr

Schmelzende Gletscher, weniger Wasser in Flüssen: Die Wasserreserven schwinden seit Jahren, warnt die Weltwetterorganisation. Damit gehe auch der Puffer für Dürrejahre verloren – mit Folgen für Bevölkerung und Wirtschaft.

Die Wasserressourcen sind in den vergangenen Jahren weltweit knapper geworden – zu diesem Ergebnis kommt die Weltorganisation für Meteorologie der Vereinten Nationen (WMO) in ihrem aktuellen Wasserbericht. Der Abfluss aus Flüssen sei zurückgegangen, Gletscher schrumpften und in vielen Weltregionen sinke der Grundwasserspiegel, schreibt die Organisation mit Sitz in Genf.

In Bezug auf den Grundwasserspiegel waren demnach Zentral- und Osteuropa 2025 besonders betroffen: Nirgendwo sonst sei das Defizit gegenüber dem Zeitraum 2014 bis 2024 so groß gewesen wie dort. Im Großteil Nordeuropas lag der Grundwasserspiegel wiederum über dem langfristigen Niveau.

Klimawandel, Wasserbedarf und Schwankungen als Gründe

Als Gründe nennt der Direktor der WMO-Abteilung für Hydrologie und Kryosphäre, Wayne Jenkinson, den menschengemachten Klimawandel, das steigende Wasserbedürfnis der wachsenden Weltbevölkerung und natürliche Schwankungen. Der Wasserkreislauf sei unregelmäßiger und unvorhersehbarer geworden – mit Folgen für die Menschen und die Volkswirtschaften, warnen die Forscher in dem UN-Bericht.

Die Wasserspeicher schrumpfen demnach seit gut zehn Jahren kontinuierlich. Dazu gehören das Grundwasser sowie Wasser in Seen, Gletschern, Böden, Vegetation, Schnee und Eis. Diese Reserven seien wie ein Sparkonto, mit dem früher etwa eine Dürresaison ausgeglichen werden konnte, so WMO-Chefin Celeste Saulo. „Wir zehren dieses Sparkonto aber auf“, betonte sie. Die Bilanz verschiebe sich „weiter in Richtung Defizit, nicht in Richtung Erholung“.

Messungen bis Ende 2025

Fast zwei Drittel der überwachten Brunnen hätten im vergangenen Jahr weniger Wasser als im langfristigen Mittel gehabt. Das Wasservolumen, das aus Flüssen abfloss, lag 2025 demnach weltweit so niedrig wie selten in den vergangenen 35 Jahren. 2025 sei eines der drei Jahre mit dem niedrigsten Abfluss.

Für den Wasserbericht betrachtete die WMO Beobachtungen und Messungen über fünf Jahre bis Ende 2025. Mindestens die Hälfte aller registrierten wasserbedingten Extremereignisse in den zurückliegenden fünf Jahren ereigneten sich demnach in Asien und Afrika. Die Wassertiefstände unter anderem im Rhein und in der Donau im heißen Sommer 2026 sind darin nicht berücksichtigt.

Für dieses und das kommende Jahr drohen schlechte Nachrichten: Das natürliche Wetterphänomen El Niño kündigt sich mit besonderer Stärke an. Es beeinflusst Wind- und Wasserkreisläufe und kann je nach Weltregion einerseits für besonders starke Dürren und andererseits für schwere Überschwemmungen sorgen.

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