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Startseite»Nachrichten»Besser als die deutsche Konkurrenz? Mittelklasse-SUV Cadillac Optiq – komfortabler Amischlitten, aber lahmer Lader
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Besser als die deutsche Konkurrenz? Mittelklasse-SUV Cadillac Optiq – komfortabler Amischlitten, aber lahmer Lader

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 4, 2026Keine Kommentare6 Minuten Lesezeit
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Besser als der deutsche Wettbewerb? Cadillac Optiq – komfortabler Amischlitten, aber lahmer Lader

04.08.2026, 08:29 Uhr Von Patrick Broich
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Dass es sich beim Optiq um einen Cadillac handelt, ist unschwer am Logo zu erkennen. Sein Design ist generell weniger charakteristisch. Übrigens müssen General-Motors-Produkte auch in China funktionieren. (Foto: Patrick Broich)

Wer dem deutschen Premium-Wettbewerb den Rücken zukehren will, kann mit Cadillac das ziemlich elegant tun. Die US-Marke kam jüngst mit einem kleinen Modellfeuerwerk um die Ecke. Im Praxistest hier und heute das Mittelklasse-SUV namens Optiq. Mit E-Antrieb. 

Wer Alternativen zu den deutschen Autoherstellern sucht, landet häufig bei wie auch immer gearteten asiatischen Herstellern von China über Korea bis Japan als Herkunftsländer. Doch wie sieht es eigentlich mit US-amerikanischen Marken aus? Das Luxuslabel Cadillac kam jüngst mit einem für dessen Verhältnisse regelrechten Modellfeuerwerk um die Ecke. Gleich drei elektrisch angetriebene SUV in unterschiedlichen Größen werden angeboten.

Klar, die Corvette von Chevrolet ist ein stabiler Baustein im europäischen General-Motors-Programm, aber eben auch eine andere Marke. Cadillac, früher mal bekannt für die großen und begehrten Straßenkreuzer, war im Laufe der bundesrepublikanischen Geschichte immer mal wieder am Markt, dann mal wieder nicht.

Viel steht und fällt natürlich auch mit dem Vertrieb, und diesmal ist es wieder so, dass Interessenten nicht eben ein engmaschiges Servicenetz erwarten dürfen. So gibt es hierzulande gerade 13 Stützpunkte – aber hey, das muss man positiv sehen, ist dieser Umstand doch ein Garant dafür, dass Cadillac schön exotisch bleibt. Und etwas Individuelles zu haben, das ist im Grunde das stärkste für den Optiq sprechende Motiv.

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Insbesondere aus der Seitenansicht macht der Cadillac Optiq einen eleganten Eindruck. (Foto: Patrick Broich)

Und wie sieht so ein alternatives Gefährt aus? Optisch kommt der Optiq gefällig bis unauffällig daher. Sehr cool ist das ausdrucksstarke Coastal Blue Metallic, das jedoch an die Luxury-Line gebunden ist. Im Gegensatz zum Lackton (950 Euro extra) sind die beiden Ausstattungslinien „Luxury“ und „Sport“ für den Kurs von 65.000 Euro frei wählbar. Und es gibt jede Menge Ausstattung mit auf den Weg.

Schließlich waren die Amis immer schon bekannt für satte Serienausstattung. Brocken wie Panoramadach, schlüsselloses Schließsystem, Sitzheizung sogar hinten plus Belüftung vorn und elektrisch verstellbare Vordersitze kosten nicht extra. Ganz zu schweigen von den Selbstverständlichkeiten wie Navi (basiert auf Googledienste) oder Tempomat mit adaptiver Steuerung. Apple CarPlay oder Android Auto gehen natürlich auch.

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Curved Display ist heute schwer in Mode, die schwebende Mittelkonsole geht als nettes architektonisches Gimmick durch. Von wegen Ami-Klapperkiste: Die Verarbeitungsqualität überzeugt. (Foto: Patrick Broich)

Doch viele Features bedeutet gleichzeitig, dass es viel zu bedienen gibt. Und hier ist der Cadillac speziell, unterscheidet sich vom Wettbewerb durch eigenes Menüdesign und eben zusätzlich durch seine eigenwillige Funktionsstruktur. Hier muss man erst einmal hineinfinden. Viele Funktionen sind tatsächlich redundant bedienbar per „curved“ Touchscreen oder wahlweise per Controller – Letzteres gelingt rein bedienergonomisch gar nicht so schlecht. Auch die Existenz einer physischen Tastenreihe, um Klimafunktionen anzusteuern, gefällt.

Und die Sitzergonomie? Hier ist der Caddy für sein Segment schon geschmeidig zu seinen Passagieren, verwöhnt sie mit Komfort. Langstrecke, du kannst kommen. Gut, da gäbe es eine Einschränkung, doch der Reihe nach.

Nur eine Motorisierung

Zunächst fällt beim Blick in den Konfigurator auf, dass die berühmte Qual der Wahl entfällt. Es gibt nämlich genau eine Antriebsoption. Und zwar stecken unter dem Blech exakt zwei Permanentmagnet-Synchronmotoren – jeder treibt eine Achse an. Somit wird der Optiq zum Allradler und bringt als Systemleistung 281 PS auf den Asphalt. Damit ist er souverän, aber für Elektroautoverhältnisse fast sachlich motorisiert. Und entsprechend legt der Ami druckvoll los, aber nicht so, dass Beifahrer und Fondgäste Angst bekämen.

Außerdem haben die Ingenieure eine feine Fahrpedalkennlinie programmiert; so steigt das Drehmoment (480 Newtonmeter) selbst bei abrupter Lastanforderung eher sanft an. Der Cadillac Optiq ist also definitiv mehr Gentleman als wilder Stier. Allerdings genügen ihm 6,3 Sekunden zur Erreichung von Landstraßentempo, was mehr als nur ein bisschen dynamisch ist. Klingt fast zu perfekt, um wahr zu sein, gell?

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Durchaus adrett wirkt das Heck dieses exotischen SUV aus den Staaten. (Foto: Patrick Broich)

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es dann eben doch. Wer der deutschen Premiumkonkurrenz automobil entfliehen möchte, muss zumindest Geduld mitbringen, wenn es auf die Langstrecke geht. Zwar sind die amerikanischen Techniker mit Stromspeicher nicht knauserig, geben der Mittelklasse 75 kWh auf den Weg. Doch der 4,82 Meter lange Nobelhobel ist dem Strom zugetan. Schon der gemittelte WLTP-Wert rangiert mit knapp 20 kWh nicht gerade niedrig. Und wenn man etwas zügiger auf der unlimitierten Autobahn unterwegs ist (allerdings geht nicht mehr als 184 km/h) und auch noch thermisch geheizt werden muss, kommen noch ein paar Kilowattstunden obendrauf. Keine Seltenheit, dass die Realreichweite bloß knapp unter 400 Kilometer beträgt – egal, was die Kundenwebsite verspricht.

Und dann kommt auch noch eine Sache hinzu, die ist in diesem Segment heute eigentlich nicht mehr hinzunehmen: schlechte Ladeperformance. Steckt man den Optiq bei um zehn Prozent State of Charge herum an den Schnelllader, muss man schon 40 Minuten ausharren, um annähernd 80 Prozent zu erreichen. Und das gilt selbst dann, wenn die Batterie bereits Wohlfühltemperatur erreicht hat. Kein Wunder, über 110 kW kommt der Optiq nominal nicht. Immerhin lässt er AC-Laden mit 22 kW zu.

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An Beinfreiheit mangelt es dieser US-amerikanischen Mittelklasse kaum. (Foto: Patrick Broich)

Wer der Meinung ist, dass jede längere Tour sowieso ausreichend Pausen benötigt, wird mit dem Package klarkommen. Irgendwann packt einen aber der Nervfaktor, und zwar umso mehr, zumal der Allradler ein feines Reiseauto ist mit ordentlich bemessenem Federungskomfort trotz mächtiger 21-Zoll-Aluräder. Frequenzselektive Dämpfer passen das Dämpfungsgeschehen auf eine passive Art an, das kann wirkungsvoll sein und spart spätere teure Instandsetzungen.

Darüber hinaus gibt es großzügige Platzverhältnisse – viel Kniefreiheit im Fond beispielsweise, aber wenig Ausbreitungsmöglichkeit für das Gepäck. Demnach ist der Optiq mehr Lifestyler als Praktiker, was sein Kofferraumvolumen anzeigt. Bei voller Sitzkonfiguration passen gerade mal Taschen im Äquivalent von 443 Litern in das hintere Abteil, die deutschen Wettbewerber liegen durch die Bank bei über deutlich über 500. Dieses Bild ändert sich auch nicht, wenn man die Rücksitzbank umklappt. So sind 1340 Liter für ein Auto dieser Größe schlicht zu wenig.

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Leider fällt das Kofferraumvolumen für diese Klasse deutlich zu mickrig aus. (Foto: Patrick Broich)

Fazit: Cadillac Optiq, ja oder nein? Ausdrücklich ja, wenn man ein recht gut verarbeitetes und komfortables Auto für lange Strecken haben möchte, das sowohl Fahrspaß und Komfort bietet als auch als Ausdruck einer individuellen automobilen Persönlichkeit dient. Eher nein, wenn man auf Strecke schnell nachladen möchte, um zügig ans Ziel zu gelangen. Definitiv nein, wenn man in der Provinz wohnt und ein dichtes Händlernetz benötigt. Dennoch ist der Optiq eine feine Bereicherung für das hiesige Angebot an elektrischen Mittelklassen. So bleibt automobiler Individualismus weiterhin möglich, wenngleich der Ami optisch ruhig noch einen Hauch ausgefallener hätte sein dürfen.

Datenblatt Cadillac Optiq AWD E4

Abmessungen (Länge/Breite/Höhe): 4,82 / 1,91 / 1,64 m

Radstand: 2,95 m

Leergewicht (DIN): 2376 kg

Sitzplätze: 5

Laderaumvolumen: 443 bis 1340 Liter

Motorart: Zwei Synchronmotoren, permanenterregt

Getriebe: eine feste Übersetzung

Systemleistung: 281 PS (207 kW)

Antrieb: Allradantrieb

max. Drehmoment: 480 Nm

Beschleunigung 0-100 km/h: 6,3 Sekunden

Höchstgeschwindigkeit: 184 km/h

Akkukapazität: 75 kWh (netto)

Maximale Ladeleistung (Gleichstrom): 110 kW

Ladeleistung (Wechselstrom): 11 bis 22 kW

Verbrauch (kombiniert): 19,9 kWh/100 km (WLTP)

kombinierte WLTP-Reichweite: 425 Kilometer

CO2-Emission kombiniert: 0 g/km

Grundpreis: ab 65.000 Euro

Quelle: ntv.de

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