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Startseite»Nachrichten»Botschafter verlässt Moskau: „Optimist“ Lambsdorff sieht für Russland nur noch schwarz
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Botschafter verlässt Moskau: „Optimist“ Lambsdorff sieht für Russland nur noch schwarz

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 18, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Botschafter verlässt Moskau„Optimist“ Lambsdorff sieht für Russland nur noch schwarz

Bei den Terminen im russischen Außenministerium sei die Stimmung „eher kühl“ gewesen, sagt Deutschlands scheidender Botschafter Lambsdorff. (Foto: picture alliance / TASS)

Drei Jahre war Alexander Graf Lambsdorff deutscher Botschafter in Moskau. Zum Abschied zieht er eine düstere Bilanz. Wie frostig das Verhältnis zu Deutschland ist, zeigt eine Geste von Russlands Außenamtssprecherin Sacharowa.

Der scheidende deutsche Botschafter in Moskau, Alexander Graf Lambsdorff, sieht bei Russlands Staatschef Wladimir Putin weiter „keinen ernsthaften Willen zu Verhandlungen“ über ein Ende des Kriegs gegen die Ukraine. „Putin wirkt sehr entschlossen, den Krieg fortzuführen, um ihn zu gewinnen“, sagte Lambsdorff in einem Interview mit dem „Spiegel“.

Lambsdorff warnte, in Moskau redeten derzeit „immer mehr Menschen“ über eine zweite mögliche Mobilmachung wehrfähiger Männer nach der Duma-Wahl im September. „Auch ich befürchte, dass noch mal Russen im größeren Maßstab eingezogen werden könnten“, fügte der Diplomat hinzu.

Lambsdorff gibt diese Woche nach drei Jahren seinen Botschafterposten in Russland auf, um in Kürze nach Israel zu wechseln. Von Russland verabschiedet er sich mit Sorge. Er sei zwar Optimist, könne aber „momentan nur pessimistisch auf Russlands nahe Zukunft schauen“, sagte er. Lambsdorff beklagte, Kritikerinnen und Kritiker der russischen Führung würden zunehmend „drangsaliert“. „Es ist fürchterlich, eine schleichende Re-Stalinisierung“, kritisierte Lambsdorff. Zudem erlebe er „eine weitreichende Abschottung“ der Russinnen und Russen vom Westen durch die Internetblockaden der russischen Behörden.

Zu seinem Abschied war der deutsche Botschafter am Montag, wenige Tage vor seiner Abreise, noch einmal ins russische Außenministerium einbestellt worden. Es war insgesamt das fünfte Mal in seiner Amtszeit.

Bei den Terminen mit Außenamtssprecherin Maria Sacharowa sei das Klima „eher kühl“ gewesen, sagte er im „Spiegel“-Interview. So sei auch die Begrüßung gewesen: „Selbstverständlich gibt man sich auch unter Diplomaten von Staaten, die politisch große Schwierigkeiten miteinander haben, die Hand. Frau Sacharowa hat sich geweigert, das zu tun“, sagte Lambsdorff.

Zugang zum Kreml habe er zwar gehabt, aber „sehr reduziert“ und „in der Sache schwierig und hart“, sagte der scheidende Botschafter. Insgesamt seien Kontakte auf höherer Ebene stark eingeschränkt. Deutschland wird vom Kreml als „unfreundlich“ eingestuft, weil es die Ukraine im Krieg gegen Russland unterstützt.

Quelle: ntv.de, uzh/AFP

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