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Startseite»Nachrichten»Brent und WTI weiter unter Druck: US-Verbraucherpreise geben S&P und Nasdaq Rückenwind
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Brent und WTI weiter unter Druck: US-Verbraucherpreise geben S&P und Nasdaq Rückenwind

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 14, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Brent und WTI weiter unter DruckUS-Verbraucherpreise geben S&P und Nasdaq Rückenwind

Das Ringen um die Energietransporte rund um die Straße von Hormus treibt die Ölpreise nach oben. (Foto: picture alliance / Pressefoto Ulmer)

Im Juni ist die US-Teuerungsrate überraschend deutlich gesunken. Doch die jüngste Eskalation im Nahost-Konflikt treibt die Preise auf dem Rohölmarkt an. Bei den Einzelwerten stürzt die IT-Aktie von IBM ab.

Der überraschend starke Rückgang der US-Inflation gibt den technologielastigen Indizes an der Wall Street Auftrieb. Der breit gefasste S&P-500-Index rückte am Montag um 0,3 Prozent auf 7538 Punkte vor. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann knapp ein Prozent auf 26.099 Zähler. Uneinheitliche Konzernbilanzen drückten hingegen den Dow-Jones-Index der Standardwerte um 0,3 Prozent auf 52.385 Stellen.

Die US-Verbraucherpreise stiegen im Juni nur um 3,5 Prozent zum Vorjahresmonat. Volkswirte hatten mit 3,8 Prozent gerechnet, nach einer Teuerungsrate von 4,2 Prozent im Mai. Die Zahlen deuteten darauf hin, dass der durch den Iran-Krieg ausgelöste Inflationsschub nachlasse, sagte Skyler Weinand, Chefanleger beim Vermögensverwalter Regan Capital. Dies könnte jedoch nur eine vorübergehende Entlastung sein, da sich die Spannungen im Nahen Osten in den vergangenen Tagen verschärft haben. Auch in Bezug auf die Hoffnung der Börsianer, dass der Inflationsbericht die US-Notenbank Fed zu einer Zinspause veranlassen könnte, zeigte er sich skeptisch. „Wir erinnern Anleger daran, dass bisher fast jede Äußerung von Notenbankchef Kevin Warsh während seiner kurzen Amtszeit falkenhaft war.“

Fed behält Zwei-Prozent-Marke im Blick

Bei einer Anhörung im Kongress am Dienstag betonte Warsh, die US-Notenbank Fed dulde keine dauerhaft erhöhte Inflation. Die Zentralbank werde dafür sorgen, dass der Inflationsschub der letzten fünf Jahre der Vergangenheit angehöre. Die Fed versucht, mit erhöhten Zinsen die Teuerungsrate auf den Zielwert von zwei Prozent zu drücken.

Das Tauziehen um die für Energietransporte wichtige Straße von Hormus trieb die Ölpreise indes weiter nach oben. Die Nordsee-Rohölsorte Brent und US-Leichtöl WTI verteuerten sich um jeweils rund zwei Prozent auf 84,94 und 79,31 Dollar je Fass (159 Liter). Damit lagen die Preise so hoch wie seit rund einem Monat nicht mehr. „Jede neue Schlagzeile erhöht die Nervosität und macht die wichtigste Ölroute der Welt wieder zum entscheidenden Risikofaktor für die Finanzmärkte“, sagte Jürgen Molnar, Stratege beim Broker RoboMarkets.

Die USA haben in der Nacht zum Dienstag zum dritten Mal in Folge Ziele im Iran angegriffen und damit den Konflikt am Persischen Golf wieder erheblich verschärft. Schifffahrtsdaten zeigten, dass die Zahl der Tanker, die die Straße von Hormus passieren, auf den niedrigsten Stand seit zwei Monaten gesunken ist. US-Präsident Donald Trump setzte eine Blockade des iranischen Schiffsverkehrs wieder in Kraft und kündigte zunächst eine Gebühr von 20 Prozent für die Bewachung von Schiffen an, die diese Meerenge durchqueren. Später rückte er davon wieder ab.

Zugleich versuchten Börsianer, uneinheitlich ausgefallene Finanzberichte wichtiger US-Banken zu interpretieren. Goldman Sachs, JP Morgan und Bank of America konnten mit den Zahlen bei Anlegern punkten: Die Aktien legten nach der Veröffentlichung um rund zwei bis 7,5 Prozent zu. Um 4,4 Prozent nach unten ging es hingegen für Citigroup.

Bei den anderen Einzelwerten sorgte IBM mit einem Kurseinbruch um fast 25 Prozent für Aufsehen. Ein massiver Investitionsschwenk der Kunden hin zu Künstlicher Intelligenz (KI) hat dem IT-Dienstleister überraschend schwache Quartalszahlen eingebrockt. Andere IT-Spezialisten wie ServiceNow und Workday verloren in IBMs Sog rund 3,5 und 2,5 Prozent.

Auch die jüngsten Studienergebnisse zum experimentellen Alzheimer-Medikament von Biogen haben die Anleger nicht überzeugt. Die Titel des Biotechkonzerns rutschten um acht Prozent ab. Das Mittel mit dem Namen Diranersen habe das Hauptziel einer Studie verfehlt, teilte Biogen mit.

Anleger griffen hingegen bei Boeing zu, was die Aktien um knapp zwei Prozent ins Plus hievte. Der Flugzeugbauer hat im ersten Halbjahr so viele Verkehrsflugzeuge ausgeliefert wie seit 2018 nicht mehr.

Quelle: ntv.de, bho/rts

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