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Startseite»Nachrichten»Bundesstaaten hatten geklagt: Paramount setzt Warner-Übernahme aus
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Bundesstaaten hatten geklagt: Paramount setzt Warner-Übernahme aus

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 25, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Bundesstaaten hatten geklagtParamount setzt Warner-Übernahme aus

Hinter Paramount steht die Familie des Trump-nahen Software-Milliardärs Larry Ellison. (Foto: picture alliance / Sipa USA)

Eigentlich sollte die Warner-Brothers-Übernahme zeitnah über die Bühne gehen. So hatte es Paramount zumindest den Aktionären des Hollywood-Urgesteins angekündigt. Jetzt wird der Mega-Deal aber erst einmal auf Eis gelegt. Das dürfte teuer werden.

Der Hollywood-Konzern Paramount setzt den geplanten Kauf des Konkurrenten Warner Brothers nach Wettbewerbsklagen von zwölf US-Bundesstaaten und der Drehbuchautoren-Gewerkschaft vorerst aus. Die mehr als 100 Milliarden Dollar schwere Übernahme soll erst nach einer Entscheidung zu den Klagen oder spätestens am 1. Juni 2027 weiter vorangetrieben werden.

Der Rechtsstreit hat auch deshalb Relevanz, weil Kritiker der Regierung von US-Präsident Donald Trump befürchten, dass der zu Warner Brothers gehörende Nachrichtensender CNN unter dem Dach von Paramount die redaktionelle Unabhängigkeit verlieren könnte.

Zuvor hatte eine Richterin den Deal zunächst bis Mitte August ausgesetzt. Bis dahin wollte sie über eine einstweilige Verfügung entscheiden, mit der die demokratisch regierten Bundesstaaten und die Drehbuchautoren den Vollzug der Übernahme aussetzen wollen. Die Richterin signalisierte dabei, dass sie die Wettbewerbsbedenken durchaus ernst nimmt. Mit der Aussetzung der Übernahme sind die Forderungen nach einer einstweiligen Verfügung vorerst hinfällig. Die separaten Klagen der Bundesstaaten und der Drehbuchautoren wurden inzwischen in einem Verfahren zusammengeführt. 

Ab Oktober muss Paramount zahlen

Für Paramount könnte der Aufschub ziemlich teuer werden. Um die Warner-Aktionäre zu überzeugen, versprach Paramount ihnen zusätzliche Zahlungen für jedes Quartal nach dem 30. September dieses Jahres bis zum Abschluss der Übernahme. Das dürfte den Konzern etwa 650 Millionen Dollar pro Vierteljahr kosten. 

Die Ironie dabei: Paramount warb bei Warner damit, dass der Deal zwischen den beiden Unternehmen wettbewerbsrechtlich viel unproblematischer sein werde als eine Übernahme durch den letztlich ausgestochenen Streaming-Riesen Netflix. Warner und Paramount setzten sich den 4. Juni kommenden Jahres als Frist für den Abschluss des Deals. Für den Fall, dass die Übernahme platzen sollte, sagte Paramount Warner eine Vertragsstrafe von sieben Milliarden Dollar zu.

Sorge um Zukunft von CNN

Hinter Paramount steht die Familie des Software-Milliardärs Larry Ellison, der als Unterstützer Trumps bekannt ist. Ursprünglich hatte Warner im vergangenen Jahr bereits den Verkauf des Streaming- und Studiogeschäfts an Netflix beschlossen. Doch Paramount ließ nicht locker und gab ein höheres Gebot für den gesamten Konzern Warner Bros. Discovery ab, inklusive der Fernsehsender wie CNN. Der Deal ist nun rund 111 Milliarden Dollar (aktuell 98 Mrd Euro) schwer.

Trump-Kritiker verweisen darauf, dass der Paramount-Sender CBS nach der Übernahme durch die Ellisons einen freundlicheren Ton gegenüber der US-Regierung anschlug. Trump hatte mehrfach gesagt, ihm sei besonders wichtig, dass der Sender bei einem Warner-Deal ebenfalls den Besitzer wechselt. CNN ist bekannt dafür, Trump nicht zu schonen. Oft werden Behauptungen des Präsidenten einem Faktencheck unterzogen.

Die Bundesstaaten lassen die Causa CNN in der Klageschrift außen vor und argumentieren unter anderem, der Zusammenschluss werde den Wettbewerb bei populären Filmen verzerren und dadurch die Kinos unter Druck setzen. Aus Sicht der Richterin konnten sie zumindest demonstrieren, dass Paramount und Warner zusammen einen erheblichen Marktanteil in dem Geschäft hätten.

Die US-Regierung hatte den Milliardendeal ohne Auflagen genehmigt. Das Justizministerium kam zu der Einschätzung, dass der Zusammenschluss weder dem Wettbewerb noch US-Verbrauchern schaden werde – das gelte sowohl im TV- und Streaming-Geschäft als auch in der Filmproduktion. Die EU-Kommission billigte die Übernahme mit der Auflage, dass Paramount aus dem gemeinsamen Vertrieb von Filmen an Kinos in Europa mit Universal Pictures aussteigt.

Quelle: ntv.de, ino/dpa

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