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DAX auf Erholungskurs | tagesschau.de

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 9, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Marktbericht

Stand: 09.07.2026 • 07:41 Uhr

An den Börsen stehen heute erneut die Kämpfe im Nahen Osten im Fokus. Noch reagieren die Anleger gelassen, sie rechnen mit einer Einigung. Der DAX wird erholt erwartet.

Nach dem Rücksetzer vom Vortag wird an der Börse heute mit einer Erholung des DAX gerechnet. Frühe Indikationen sehen den deutschen Leitindex rund 0,6 Prozent höher und damit wieder leicht über der Marke von 25.000 Punkten. Der Index kann damit zumindest einen Teil seiner Vortagesverluste von immerhin 2,2 Prozent auf 24.897 Zähler wieder wettmachen.

Trotzdem bleibt die Lage in Anbetracht der wieder aufgeflammten Kämpfe am Persischen Golf angespannt. Denn die US-Streitkräfte haben im Konflikt mit Iran um die Straße von Hormus in zweiter Nacht in Folge Ziele in der islamischen Republik bombardiert. Trump hatte zuvor am Rande des Nato-Gipfels in Ankara die mit dem Iran vereinbarte Feuerpause für beendet erklärt und neue Angriffe angeordnet. Zugleich ließ er die Tür für weitere Verhandlungen aber offen.

In der Nacht reagierten die Überseebörsen relativ gelassen, was auch den DAX heute stützt. „Der Markt scheint im Moment noch davon auszugehen, dass der Konflikt letztlich deeskaliert“, sagte Chris Weston, Analysechef bei Pepperstone. „Dennoch verstehen die Händler, dass man aufgeschlossen bleiben muss.“

Die Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran hat die Ölpreise allerdings auf den höchsten Stand seit Wochen getrieben und die Anleger verunsichert. Im frühen Handel werden für ein Fass der Nordseesorte Brent knapp 79 Dollar bezahlt – nach rund 72 Dollar zum Wochenanfang.

Der Anstieg der Ölpreise schürt zudem Inflationssorgen und nährte die Erwartung, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen in diesem Jahr doch noch anheben könnte.

US-Börsen tendieren nur moderat schwächer

Trotz der Ankündigungen von Präsident Trump, Iran wieder anzugreifen, blieben Panikreaktionen an der Wall Street am Mittwoch aus. Der Leitindex Dow Jones Industrial verlor 1,09 Prozent auf 52.348 Punkte. Damit ist der jüngste Rekordlauf des Index erst einmal beendet.

Der marktbreite S&P 500 gab um 0,28 Prozent auf 7.482 Zähler nach. Der von Tech-Giganten wie Nvidia, Apple, Microsoft und Amazon dominierte Nasdaq 100 schloss 0,27 Prozent höher auf 29.252 Punkten. Angesichts der stark steigenden Preise für Öl und Gas halten sich die Verluste an den US-Aktienbörsen damit bislang in Grenzen.

„Die erneute Eskalation der bewaffneten Auseinandersetzungen im Nahen Osten dürfte die Marktaussichten nicht grundlegend verändern“, schrieb Elliot Hentov, Politikstratege beim Vermögensverwalter State Street. Seit April gebe es kaum neue Erkenntnisse hinsichtlich des Kriegsinteresses beider Seiten und der Wahrscheinlichkeit einer Eskalation. „Im Klartext: Keine der beiden Seiten strebt eine vollständige Wiederaufnahme des Krieges an, sodass sich die Auseinandersetzungen letztendlich wahrscheinlich beruhigen werden“, argumentierte Hentov.

Aktien der Öl- und Gasproduzenten Chevron und ConocoPhillips profitierten vom Anstieg der Energiepreise, sie legten jeweils um mehr als ein Prozent zu. Die Kurse von Fluggesellschaften wie American Airlines , Delta Air Lines und United Airlines fielen um bis zu vier Prozent, hier drohen höhere Treibstoffkosten.

Papiere von Broadcom legten um vier Prozent zu. Der Chip-Hersteller geht eine neue Vereinbarung mit Apple mit einem Volumen von mehr als 30 Milliarden US-Dollar ein. Der iPhone-Hersteller will von Broadcom mehr als 15 Milliarden Chips in den USA produzieren lassen. Apple-Aktien gaben leicht nach.

Vor dem Hintergrund von Sparmaßnahmen bei Volkswagen kommt heute der Aufsichtsrat des Wolfsburger Konzerns zu einer Sitzung zusammen. Dabei will der Vorstand den Aufsichtsrat Medienberichten zufolge über seine Pläne für die Zukunft des Autobauers informieren, die auf Gewerkschaftsseite Befürchtungen vor einem möglichen Kahlschlag wecken.

Medienberichten zufolge gibt es bei Volkswagen drastische Sparpläne. Bis zu 100.000 Stellen könnten zur Disposition stehen. Der Konzern bestätigte die Zahlen nicht, sprach zuletzt jedoch von „tiefgreifenden“ Veränderungen, die bevorstünden. Mit der schwierigen Lage für die Autoindustrie befasst sich am Donnerstag auch der Bundestag in einer Aktuellen Stunde (ab 15.05 Uhr).

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