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Startseite»Politik»DDR-Bürgerrechtler Martin Gutzeit gestorben | tagesschau.de
Politik

DDR-Bürgerrechtler Martin Gutzeit gestorben | tagesschau.de

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 16, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Stand: 16.09.2026 • 20:20 Uhr

Martin Gutzeit war 1989 Mitbegründer der Ost-SPD und später langjähriger Berliner Beauftragter für die Stasi-Unterlagen. Nun ist er im Alter von 74 Jahren in Berlin gestorben.

Der evangelische Theologe und DDR-Bürgerrechtler Martin Gutzeit ist tot. Der Mitgründer der Sozialdemokratischen Partei (SDP) in der DDR und spätere Berliner Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen starb am Dienstag mit 74 Jahren in einem Berliner Krankenhaus, wie sein politischer Weggefährte und Freund, der ehemalige SPD-Politiker Stephan Hilsberg, dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Mittwoch bestätigte. Zuerst hatte der Berliner „Tagesspiegel“ berichtet. Der 1952 in Cottbus geborene Gutzeit arbeitete in den 80er Jahren in Ost-Berlin als Vikar in Pankow und später als Pfarrer bei Neustrelitz. 1989 gehörte er gemeinsam mit Hilsberg zu den Initiatoren der SDP in der DDR, die am 7. Oktober des Jahres in einem Pfarrhaus in Schwante nördlich von Berlin gegründet wurde. Gutzeit wurde 1990 als SPD-Abgeordneter in die erste freigewählte Volkskammer der DDR gewählt und war so zwischen Oktober und Dezember auch Mitglied im Bundestag. Von 1993 bis 2017 war er Berliner Landesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen und verschrieb sich der Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Der Berliner Aufarbeitungsbeauftragte Frank Ebert würdigte Gutzeit als originellen Denker und mutigen Oppositionellen. „Mit ihm verliert Berlin einen herausragenden Akteur der Friedlichen Revolution und der Aufarbeitung der SED-Diktatur“, hieß es in einer Mitteilung. Gutzeits Weggefährte Hilsberg nannte Gutzeit „mutig und klug“. Er habe der Widerstandsbewegung in der DDR „den entscheidenden Push“ verliehen mit seiner realisierten Idee zur Gründung einer sozialdemokratischen Partei. „Das ist der radikalste Schritt zur Entmachtung der SED gewesen.“

Für Engagement ausgezeichnet

Der damalige Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller (SPD), würdigte 2017 zum Abschied Gutzeits als Landesbeauftragter dessen Einsatz zur Aufarbeitung der Stasi-Geschichte und für eine große Anzahl von Opfern des Unterdrückungsapparats des SED-Staats. Sein Werdegang in der DDR habe ihn nach der Wende für solch eine politische und zugleich humanitäre Aufgabe prädestiniert. Als Mitbegründer der Sozialdemokratie in der DDR habe Gutzeit einen wichtigen Beitrag zur friedlichen Revolution in der DDR geleistet, sagte Müller damals. 1995 wurde Gutzeit und weiteren Bürgerrechtlern der früheren DDR das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Sendung: rbb|24, 16.09.2026, 17:32 Uhr Audio: rbb|24, 16.09.2026, Tim Korge

Rundfunk Berlin-Brandenburg

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