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Startseite»Politik»Deutschlands KI-Hoffnung: Infineon scheitert an hohen Erwartungen
Politik

Deutschlands KI-Hoffnung: Infineon scheitert an hohen Erwartungen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 5, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Marktbericht

Stand: 05.08.2026 • 14:24 Uhr

Die Aktie des Chipherstellers Infineon wird heute abgestraft. Der Boom rund um Künstliche Intelligenz macht den DAX-Konzern zuversichtlicher. Doch die Gewinne blieben zuletzt hinter den hohen Erwartungen zurück.

Wenn von deutschen Profiteuren des KI-Booms die Rede ist, fällt meist zuerst der Name Infineon. Der deutsche Halbleiterprimus entwickelt zwar keine KI-Chips, stellt aber spezialisierte Halbleiter her, die beim Ausbau der Infrastruktur für Künstliche Intelligenz dringend benötigt werden. Das sind insbesondere Spezialchips für das Energiemanagement von Rechenzentren, sogenannte Leistungshalbleiter.

Die hohe Nachfrage nach diesen Halbleitern bescherte dem Münchener Technologiekonzern im abgelaufenen dritten Geschäftsquartal einen Rekordumsatz. Die Erlöse stiegen auf 4,17 Milliarden Euro, ein Plus von 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. „Unsere Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren bleiben sehr gefragt und sind weiterhin der wichtigste Wachstumstreiber“, sagte Infineon-Chef Jochen Hanebeck. Dieser Geschäftsbereich werde im laufenden Geschäftsjahr 2025/26 (bis Ende September) voraussichtlich Umsätze von mehr als 1,6 Milliarden Euro erzielen. Bislang hatte das Management 1,5 Milliarden prognostiziert.

Auch Auto-Chips wieder gefragt

Das Kerngeschäft von Infineon bleiben aber Chips für die Autoindustrie. In diesem zuletzt schwächelnden Geschäft hätten die Aufträge „spürbar“ angezogen, so Hanebeck. Viele Hersteller füllten ihre Lager wieder auf. Gleichzeitig wachse die Nachfrage aus China, weil es dort Engpässe bei bestimmten Halbleitern gebe. Das Automobilgeschäft macht rund die Hälfte des Konzernumsatzes aus.

„Infineon positioniert sich an den Schnittstellen zweier globaler Megatrends: der Energieversorgung von KI-Rechenzentren und der Automobil-Transformation“, kommentierte Marcel Tietjen, Technologieexperte der Beratungsfirma BearingPoint. „Dieser doppelte Rückenwind ist der entscheidende Hebel für die Bewertung von Infineon in den kommenden Jahren.“

Investoren von Gewinnaussichten enttäuscht

Die Geschäfte mit Chips für KI-Rechenzentren dürften auch künftig für Wachstum sorgen: Langfristige Aufträge mit einem hohen einstelligen Milliardenwert untermauerten den optimistischen Ausblick für den Geschäftsbereich, sagte Infineon-Chef Hanebeck. Zum vierten Quartal werde Infineon seine Prognose für die KI-Erlöse für das kommende Geschäftsjahr 2026/27 „deutlich“ erhöhen. Bislang erwartet der Konzern 2,5 Milliarden Euro.

Im laufenden Geschäftsjahr geht Infineon nun von einem Umsatzanstieg von rund elf Prozent auf etwa 16,3 Milliarden Euro aus. Bislang hatte das Management einen „deutlichen Anstieg“ in Aussicht gestellt.

Dabei behielt der DAX-Konzern seine Prognose für die Marge, also das Verhältnis von Ergebnis und Umsatz, von rund 20 Prozent bei – was viele Marktteilnehmer enttäuschte. Zwar könne man für KI-Produkte höhere Preise aufrufen, so Hanebeck. Dem stünden jedoch derzeit steigende Produktionskosten gegenüber.

Auch die Profitabilität im abgelaufenen Quartal mit einem Ergebnis von 797 Millionen Euro und der entsprechenden Marge von 19,1 Prozent blieb hinter den Markterwartungen zurück. Das belastete die Infineon-Aktie. Mit einem Minus von bis zu sechs Prozent ist sie bis zum frühen Nachmittag der größte Verlierer im DAX.

DAX verliert an Schwung

Auch deswegen verlor der DAX im Verlauf an Schwung: Nach einem weiteren Kursrekord in den ersten Handelsminuten gab der deutsche Leitindex seinen Tagesgewinn zunächst wieder ab. Am frühen Nachmittag notiert er 0,2 Prozent im Plus bei 16.252 Punkten.

Sein Höchststand vom Morgen lag bei 26.404 Punkten. Wieder trieben Meldungen die Kurse, die USA, der Iran und der Oman stünden kurz vor einer vorübergehenden Vereinbarung zur Öffnung der Straße von Hormus.

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