DFB-Star dreht auf
„Wirklich ein Meister“: Wirtz erklärt den Klopp-Effekt
Florian Wirtz ist einer der großen Gewinner des Serbien-Spiels. In der zweiten Halbzeit trägt er die Kapitänsbinde, erzielt ein Tor und gibt eine Vorlage. Welchen Anteil daran hat Bundestrainer Jürgen Klopp?
Am Ende waren alle „happy“: Florian Wirtz hat im Nations-League-Spiel gegen Serbien (2:0) einen Sahnetag erwischt, konnte endlich mal wieder vor ganz großer Kulisse sein Können zeigen. Der Ersatz-Kapitän belohnte sich mit zwei Scorerpunkten und ging freudestrahlend vom Platz. Dazu gab’s eine lange Umarmung von Bundestrainer Jürgen Klopp. An die genauen Worte konnte er sich nach eigener Angabe gar nicht mehr erinnern, wie der Liverpool-Profi im Interview mit RTL/ntv und Sky erzählt.
Noch wichtiger aber: Die DFB-Elf, angeführt von Edeltechniker Wirtz, hat mal wieder Spaß gemacht. Das war in den vergangenen Monaten bekanntlich nicht immer so. Der Tiefpunkt war das frühe WM-Aus gegen Paraguay. Gegen Serbien schien das schon wieder ziemlich weit weg zu sein. Als einer der Lichtblicke strahlte Wirtz besonders hell. „Ich glaube, wenn die ganze Mannschaft zusammenarbeitet und es einfach passt, jeder seine Aufgabe macht und jeder jedem hilft, hilft es auch selbst aufzufallen, auf dem Platz oder in gute Aktionen zu kommen. Das ist mir gestern wieder gelungen“, sagt er mit Blick auf das Spiel am Donnerstag.
Wie groß ist der Anteil von Klopp daran? „Ich glaube, dass er uns auf jeden Fall auf die Spiele sehr gut vorbereitet und vor allem mit dem Gegenpressing auf ein Niveau gebracht hat, das kein Gegner gerne hat“, erklärt Wirtz den „Klopp-Effekt“. Das Team sei vor allem „bissig“ in den Zweikämpfen gewesen, immer mit zwei, drei, vier Spielern auf den Ball gegangen. „Da hat er uns sehr gut mitgenommen in seiner Idee. Und dann bringt es mir selber auch Spaß, dann kann ich auch meine Qualitäten zeigen, wenn wir dann im Ballbesitz sind“, so der 23-Jährige.
Klopps besonderer Draht zu allen
Den Klopp-Faktor beim DFB erklärt er so: „Er hat einen sehr guten Draht zu jedem Spieler. Er versucht, auf jeden Spieler zuzugehen und ihm ein gutes Gefühl zu geben – dass er wichtig ist und dass er es verdient hat, hier zu sein“. Es sei wichtig, dass sich jeder Spieler wertgeschätzt fühlt. Darin sei Klopp „wirklich ein Meister“. Denn das helfe „der ganzen Mannschaft, dass dann auch jeder Lust hat, das umzusetzen, was er möchte“, sagt Wirtz.
Eines ist nach den ersten drei Spielen unter Klopp und dem eingeläuteten Neustart aber auch klar: Ein großer Schritt Richtung Weltklasse fehlt dem Team noch. „Ich glaube schon, dass wir auch in den letzten Monaten immer auch Spiele dabei hatten, wo wir wirklich gut waren“, sagt Wirtz, stimmt aber gleichzeitig zu, dass vor allem die Konstanz fehlte. „Es kommt darauf an, dass man in jedem Spiel dominant ist und die besseren Chancen hat und einfach die Siege einfährt. Es reicht nicht, wenn du ein Spiel überragend spielst und dann im nächsten Spiel wieder nicht.“ Bedeutet: Am Sonntag gegen Griechenland nachzulegen, ist Pflicht. Denn Wirtz weiß: „Sonst ist das Spiel am Donnerstag auch wieder schnell vergessen.“

ntv-Reporter erklärt: Das hat Klopp mit Wirtz gemacht
Nach dem ersten Sieg für Klopp steht nun am Sonntag noch ein dicker Prüfstein auf dem Programm. Im Hexenkessel von Thessaloniki geht es gegen die eingespielte griechische Mannschaft, gegen die die DFB-Elf vergangene Woche 0:1 verloren hatte. Zeit für Revanche. Für die hitzige Atmosphäre sei man gewappnet, sagt Wirtz. Es werde im Stadion wohl ungemütlicher als jetzt in München, trotzdem wissen viele Spieler, wie es sich anfühlt „in Auswärtsstadien zu spielen, die auch wirklich hitzig sind. Davon dürfen wir uns nicht überraschen lassen.“ Das Team ist spätestens seit dem Hinspiel gewarnt. Um drei Punkte zu holen, müsse man „richtig Gas“ geben.
Verwendete Quellen: ntv.de, msc
