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Startseite»Nachrichten»„Erleben eine vermeidbare Krise“: Zahl der Masern-Fälle in USA klettert auf höchsten Stand seit 35 Jahren
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„Erleben eine vermeidbare Krise“: Zahl der Masern-Fälle in USA klettert auf höchsten Stand seit 35 Jahren

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 25, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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„Erleben eine vermeidbare Krise“Zahl der Masern-Fälle in USA klettert auf höchsten Stand seit 35 Jahren

Masern verursacht Fieber, Ausschlag und Atemwegsprobleme. (Foto: REUTERS)

Besonders junge Menschen sind betroffen: Die USA verzeichnen die höchste Zahl an Masern-Infektionen seit Jahrzehnten. Experten führen das auf sinkende Impfquoten zurück. Gesundheitsminister Kennedy hatte wiederholt eine wissenschaftlich widerlegte Behauptung verbreitet.

In den USA ist die Zahl der Masern-Infektionen auf den höchsten Stand seit 35 Jahren gestiegen. Die Gesundheitsbehörde CDC teilte am Freitag mit, dass in diesem Jahr bislang 2318 Fälle registriert worden seien. Im gesamten Vorjahr waren es 2289 gewesen. Es handele sich um die höchste Zahl seit dem Zeitraum von 1989 bis 1991, als mehr als 55.000 Infektionen und 123 Todesfälle verzeichnet wurden. „Dass wir diesen Meilenstein erreichen, ist besonders eklatant, da wir erst Juli haben und landesweit weiterhin Masernfälle gemeldet werden“, sagte William Moss, Epidemiologie-Professor an der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health. Die Krankheit galt in den USA seit dem Jahr 2000 eigentlich als ausgerottet.

Besonders betroffen sind junge Menschen: 69 Prozent der Infizierten sind Kinder und Jugendliche bis 19 Jahre, ein Fünftel ist jünger als fünf Jahre. Von den Kleinkindern mussten der CDC zufolge zehn Prozent im Krankenhaus behandelt werden, bei den älteren Kindern und Jugendlichen waren es drei Prozent. Insgesamt gab es in diesem Jahr bislang 151 Krankenhauseinweisungen. Todesfälle im Zusammenhang mit der Krankheit, die Fieber, Ausschlag und Atemwegsprobleme verursacht, wurden 2026 noch nicht gemeldet. Im vergangenen Jahr waren es drei. Die Infektionen traten in 45 Bundesstaaten und in Washington auf. 16 Fälle gingen auf Besucher aus dem Ausland zurück. 93 Prozent der Fälle traten bei ungeimpften Personen auf, der Rest hatte eine oder zwei Dosen des Masern-Impfstoffs bekommen. Ein Vakzin gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) bietet nach zwei Dosen einen 97-prozentigen Schutz.

Experten führen den Anstieg auf sinkende Impfquoten zurück. Die durchschnittliche Abdeckung bei Kindergartenkindern sank im vergangenen Jahr auf 92,5 Prozent und liegt damit unter der für die sogenannte Herdenimmunität erforderlichen Schwelle von 95 Prozent. In 16 Bundesstaaten fiel die Quote auf unter 90 Prozent.

Viele Gesundheitsvertreter machen für die Entwicklung auch die Impfskepsis von US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. verantwortlich. Dieser hatte wiederholt die wissenschaftlich widerlegte Behauptung verbreitet, Masern-Impfstoffe stünden in Verbindung mit Autismus. Im vergangenen Juni entließ er alle Mitglieder des CDC-Expertenbeirats für Impfungen. „Seit Anfang vergangenen Jahres haben führende Politiker auf Bundesebene Masern als harmlos und unvermeidbar abgetan und irreführende Informationen über den MMR-Impfstoff verbreitet“, sagte Andrew Racine, Präsident der US-Kinderärztevereinigung American Academy of Pediatrics. „Wir erleben eine vermeidbare Krise, die unverhältnismäßig stark Kinder trifft.“

Die CDC registrierte in diesem Jahr bislang 35 neue Ausbruchsherde, im gesamten Vorjahr waren es 48. Allein bei einem Ausbruch im Bundesstaat South Carolina erkrankten seit Oktober 2025 innerhalb von sechs Monaten fast 1000 Menschen. Dies ist der größte lokale Ausbruch seit der Jahrtausendwende. Zu den weiteren am stärksten betroffenen Bundesstaaten gehören Utah, Arizona, Texas, Florida, Virginia und Pennsylvania.

Quelle: ntv.de, are/rts

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